Umwelt

PCB in Kray: Ein Bodengutachten liegt bislang noch nicht vor

Das Gelände der ehemaligen Firma Richter ist inzwischen durch eine Mauer geschützt, nachdem Unbekannte illegal Sondermüll auf dem Grundstück abgeladen hatten.

Das Gelände der ehemaligen Firma Richter ist inzwischen durch eine Mauer geschützt, nachdem Unbekannte illegal Sondermüll auf dem Grundstück abgeladen hatten.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Kray.   Noch hat der neue Eigentümer des ehemaligen Richter-Geländes kein Bodengutachten vorgelegt. Das passiert inzwischen zum Schutz der Umwelt.

Erst haben Bürger jahrelang gegen den Gift-Shredder und die damit verbundene PCB-Belastung in Kray gekämpft. Seitdem die Recyclingfirma Richter nun ihre Standorte vor rund zwei Jahren an der Joachimstraße und Rotthauser Straße geschlossen hat, mussten die Krayer jüngst mit ansehen, wie Sondermüll illegal auf dem brach liegenden Gelände abgeladen wird. Die Politik hinterfragt jetzt, was derzeit mit Blick auf die kontaminierten Böden zum Schutz der Bürger und Umwelt getan werde.

„Momentan liegt noch kein Bodengutachten für das ehemalige Betriebsgelände der Firma Richter vor“, sagt Stadtsprecher Patrick Opierzynski. Das benachbarte Firmengelände werde derzeit neu erschlossen, es entstünden eine neue Halle mit Bürogebäude des Unternehmens ZeBo Förderturm GmbH & Co. KG. Für dieses Areal liegt der Unteren Bodenschutzbehörde ein Bodengutachten von 2018 vor. Demnach lägen die festgestellten Schwermetallgehalte in einem Bereich, der eine Nutzung als Gewerbe nicht einschränke.

Proben zeigen keine Hinweise auf PCB-Belastung

Die untersuchten Proben hätten keine Hinweise auf eine PCB-Belastung des Bodens ergeben, so dass es keine Anhaltspunkte dafür gebe, „dass PCB-haltiger Schlamm vom Betriebsgrundstück der ehemaligen Firma Richter auf das Baugrundstück gelangt ist“. Daraus könne man aber sicher keine Aussage zur gesamten Belastung des Geländes treffen, sagt der Sprecher.

Politiker wie Bezirksvertreter Nils Sotmann und Klaus-Dieter Feige wollen daher wachsam bleiben: Denn gehe es um das Richter-Gelände, „schrillen die Alarmglocken“. Immerhin kämpften Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative gegen Gift-Shredder in Kray viele Jahre lang gegen erhöhte PCB-Belastungen im Stadtteil. Einschränkungen haben vor allem die benachbarten Krayer Kleingärtner jahrelang hinnehmen müssen, knapp 1800 Haushalte waren betroffen, da lange Zeit eine Empfehlung galt, manche Gemüsesorten nicht zu essen.

Entsorgungskonzept muss vorliegen

Der abgelagerte Müll ist nun immerhin entsorgt worden, nachdem das Umweltamt den jetzigen Eigentümer angeschrieben und aufgefordert habe, die Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen und vorzubeugen, damit Müllsünder nicht mehr aufs Gelände kämen. Jetzt sichern Tore und Mauern das Grundstück.

Zum aktuellen Stand sagt Patrick Opierzynski: „Der Grundstückseigentümer wurde aufgefordert, ein Bodengutachten zu erstellen und ein Rückbau- und Entsorgungskonzept vorzulegen. Bis die Unterlagen vorliegen, dürfen keine Rückbau- oder Bodenarbeiten auf dem Gelände durchgeführt werden.“

>> AUS DER GESCHICHTE DER FIRMA RICHTER

  • Die Firma Richter wurde 1962 in Kray gegründet. Kritik an dem Recyclingunternehmen wurde laut wegen der krebserregenden PCB-Schadstoffe beim Schreddern. Die Schredder befanden sich an der Joachimstraße und an der Rotthauser Straße.
  • Von der Firmenschließung Ende 2016 waren rund 40 Arbeitskräfte betroffen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben