Katzenschutz

Nachbarn in Leithe helfen gegen die Katzenflut

Fangexperte Roland Harder (li.) vom Katzenschutzbund erklärt die Fangmethode beim Treffen mit Georg Höing (Allbau), Christiane Voigt (Katzenschutzbund) und Hiltrud Siepmann (Allbau).

Fangexperte Roland Harder (li.) vom Katzenschutzbund erklärt die Fangmethode beim Treffen mit Georg Höing (Allbau), Christiane Voigt (Katzenschutzbund) und Hiltrud Siepmann (Allbau).

Foto: Jörg Schimmel

Essen-Leithe.   Anwohner füttern die Katzen an, um sie später einfangen und kastrieren lassen zu können. Es ist ein Nachbarschaftsprojekt des Katzenschutzbundes.

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Nachdem der Katzenschutzbund und das Wohnunternehmen Allbau im Isinger Feld die Nachbarn über die Problematik der wild lebenden Katzen informiert haben, packen nun einige Anwohner an und kümmern sich um einen Katzenunterstand. Die Idee dahinter: Die Tiere gewöhnen sich an diesen Unterschlupf, der dann gegen eine Fangkiste ausgetauscht wird. So können die Katzen kastriert werden, damit diese sich nicht weiter unkontrolliert vermehren, erklärt Christiane Voigt vom Katzenschutzbund.

Immerhin schätzen Tierschützer die Zahl der wild lebenden Katzen im gesamten Stadtgebiet auf rund 20 000 Tiere, die oftmals krank seien, leiden und Krankheiten mitunter auf Menschen übertragen können.

Stadt verordnete Kastrationspflicht

Im Kampf gegen diese Katzenflut startete daher im Vorjahr im Isinger Feld die Kooperation zwischen Katzenschutzbund und Allbau. Immerhin gibt es seit 2016 eine städtische Verordnung zur generellen Kastrations- und Registrierungspflicht aller Katzen mit Freigang. Das biete den Tierschützern bessere Möglichkeiten, auch Unternehmen anzusprechen, auf deren Grundstücken herrenlose Katzen leben. Handlungsbedarf sehen längst viele, wissen die Tierschützer.

In der Leither Siedlung säubern nun etwa fünf Anwohner die Katzenhaltestelle täglich und befüllen sie mit Futter. „Vor allem sprechen sie mit vielen weiteren Nachbarn und erklären das Problem“, betont Christiane Voigt. Das sei schon deshalb wichtig, damit die Menschen beispielsweise keine Wurstscheiben mehr aus den Fenstern werfen. Denn die Tierschützer hätten keine Chance, satte Katzen einzufangen. Zum anderen werben die Katzen-Kümmerer für ihre Aufgabe und deren Dringlichkeit auch bei denjenigen, die zuvor vermuteten, dass diese mit Futterstellen für weitere Vermehrung sorgten.

Katzen nehmen den Unterstand auch zum Schlafen an

Um eine Katzenplage zu verhindern ist zunächst zum Ende des Vorjahres die Katzenhaltestelle im Isinger Feld aufgestellt worden. Gebaut habe die ein hilfsbereites Gartenbauunternehmen aus Horst, freut sich Christiane Voigt über tatkräftige Unterstützung. Der Unterstand ist an drei Seiten offen, darin stehen zwei Boxen mit Stroh und Futter. Und tatsächlich: Die Katzen nehmen diese zum Fressen und Schlafen an, berichten die Helfer von ersten Erfolgen. Der nächste Schritt wird es sein, die Katzen in die Fangboxen zu locken. „Das machen wir, wenn es wärmer ist, dann können sich die Tiere nach der Operation besser erholen.“

Das ist jedoch mitnichten der einzige Plan des Katzenschutzbundes für 2017. Die Mitglieder möchten einerseits dieses neue Nachbarschafts-Projekt mit dem Allbau ausweiten. Andererseits hoffen sie, dass sich nach dem Auftakt weitere Wohnbauunternehmen anschließen. Nötig sei das auf jeden Fall, und es sei zudem nicht nur gut für die Katzen, formulieren die Tierschützer ihren Wunsch an potenzielle Nachahmer. Laufende Gespräche machen ihnen Mut, dass sie ihre Katzenhaltestellen bald auch in anderen Stadtteilen und Siedlungen aufbauen können.

12 000 Euro kostet Futter für wilde Katzen jährlich

Zudem werden die Mitglieder des Katzenschutzbundes jetzt auf umliegende Zoohandlungen zugehen, um dort ihre Futterspenden-Boxen aufstellen zu dürfen, um die Ehrenamtlichen zu entlasten. Denn allein der Katzenschutzbund trägt für seine rund 60 Futterstellen jährlich etwa 12 000 Euro Kosten, um die wild lebenden Tiere zu versorgen. Hinzu kommen deutlich höhere Tierarztkosten für Kastration und Behandlungen.

Neben den finanziellen Mitteln aber, die für die Arbeit benötigt werden, funktioniert diese aber eben nicht ohne helfende Hände. Daher setzt der Katzenschutzbund bei seinem neuen Projekt auch auf weitere interessierte Anwohner, die ehrenamtlich helfen wollen.

>>WEITERE EHRENAMTLICHE GESUCHT

Wer den Mitgliedern des Katzenschutzbundes bei der Fütterung und Betreuung der wild lebenden Tiere helfen möchte, wendet sich an den Infopunkt des Allbau, an der Meistersingerstraße 71.

Weitere Informationen über die Arbeit und die Aufgaben des Essener Katzschenschutzbundes gibt es im Internet unter: www.katzenschutzbund.de

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