Atelierhaus

Kunstverein plant Aktion für Erhalt des Atelierhauses

Die ehemalige Pestalozzischule aus dem Baujahr 1899 galt viele Jahre lang als Künstlertreff, hier hatte Künstlerin Doris Schöttler-Boll Wohnrecht. Seit ihrem Tod 2015 ist auch die Zukunft des Atelierhauses ungewiss.

Die ehemalige Pestalozzischule aus dem Baujahr 1899 galt viele Jahre lang als Künstlertreff, hier hatte Künstlerin Doris Schöttler-Boll Wohnrecht. Seit ihrem Tod 2015 ist auch die Zukunft des Atelierhauses ungewiss.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen-Steele.   Der Kunstverein demonstriert für die Rettung des Atelierhauses, nachdem ein zweiter Interessent abgesprungen ist. Awo bringt Kita ins Spiel.

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Der Verein „Kunstraum Alte Schule“ kämpft weiter um das zum Verkauf stehende Atelierhaus in Steele und fordert „eine schnelle Entscheidung von Stadt und Politik zum Erhalt des Schulgebäudes und der kulturellen Nutzung noch in diesem Jahr“. Mit einer Lichterkette wollen die Mitglieder am Mittwoch, 6. Dezember, für die Rettung der ehemaligen Pestalozzi-Volksschule demonstrieren. Inzwischen sind zwei interessierte Investoren abgesprungen, die den historischen Bau erhalten wollten. Einer von ihnen gab sein Gebot gemeinsam mit der Arbeiterwohlfahrt ab. Die würde gern dranbleiben und bringt nun eine Kita ins Spiel.

Die Frist für Bieter in dem nicht öffentlichen Verfahren ist bereits abgelaufen. Der Stadt als Eigentümerin liegen nach eigenen Angaben Angebote für das Gebäude samt Grundstück im zweistelligen Bereich vor (wir berichteten). Mindestgebot: 528 000 Euro. Die Stadt prüfe derzeit die Angebote und bereite eine Vorlage für die beteiligten Gremien vor.

Diesen Verkauf würde der Verein Kunstraum gern beschleunigen. Hintergrund ist, dass bereits zwei interessierte Investoren ausgestiegen sind, berichtet Erwin Wiemer, stellvertretender Vorsitzender. Der Verein fürchtet, am Ende könnte das historische Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden. Dabei seien in dem denkmalwürdigen Gebäude rund 70 Jahre lang Kinder ausgebildet worden. Später schufen Künstler wie Herbert Lungwitz und Doris Schöttler-Boll am Äbtissinsteig einen überregional bekannten Künstlertreff.

Medienunternehmen zieht aus Kray nach Velbert

Unter den interessierten Käufern war bislang ein Medienunternehmen aus Kray, das seine 50 Arbeitsplätze nach Steele verlagern wollte. Mit im Boot bei diesen Plänen war die Awo mit dem Bau von sozialem Wohnraum. Die Medienunternehmer sind inzwischen aus dem Rennen. Wegen der Kündigung ihres bisherigen Standortes lief ihnen die Zeit davon. Sie haben jetzt eine Immobilie in Velbert gekauft.

Kündigte die Arbeiterwohlfahrt zunächst an, mit dieser Entscheidung sei ihr Gebot auch hinfällig, lässt sie derzeit eine weitere Option prüfen, sagt Awo-Geschäftsführer Oliver Kern. Die Stadt müsse erst grünes Licht für das Angebot der Awo auch ohne das Krayer Unternehmen geben. „Dann wäre für uns in dem Gebäude eine Kita denkbar“, sagt Kern. Möglich wären bis zu drei Gruppen, und es bliebe Raum für Künstler. Festhalten würde die Awo auch an dem dringend benötigten sozialen Wohnungsbau, den sie auf dem Grundstück realisieren möchte.

Rat soll im Februar 2018 entscheiden

Der Kunstverein begrüßt diese Pläne, selbst wenn er nicht im Atelierhaus unterkommen sollte, betont Erwin Wiemer. Die alte Schule werde zum Prüfstein, „wie wir mit denkmalwerten Gebäuden verfahren, nachdem Steele durch Abriss historischer Bausubstanz schon große Opfer gebracht hat“.

Wird die Awo ihr Angebot aufrecht erhalten können, wird sie sich wie alle anderen Mitbieter bis voraussichtlich Februar gedulden müssen. Dann soll laut Stadt der Rat entscheiden.

>>AUFRUF ZUR LICHTERKETTE

Zur Menschen-Lichterkette lädt der Verein Kunstraum alle ein: Beginn ist am Mittwoch, 6. Dezember, um 18 Uhr vor dem Atelierhaus, Äbtissinsteig 6. Teilnehmer sollten ein Teelicht mitbringen.

Unterstützt werden die Vereinsmitglieder unter anderem vom Kulturbeirat und auch Politikern, wie etwa aus der Bezirksvertretung. So sind einige Reden geplant. Es ist bereits die zweite Lichterkette, der erste Protest fand im Mai statt.

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