Bürgerprojekt

Kita-Kinder gärtnern und pflanzen Gemüse im Plesserpark

Kita-Kinder gärtnern im Park.

Kita-Kinder gärtnern im Park.

Foto: Annalena Dörner

Essen-Steele.   Kurz vor Abschluss der Pflanzaktion „Steele blüht auf“, einer Koproduktion der Steeler Bürgerschaft und des Initiativkreises City Steele (ICS), macht das Bürgerprojekt seinem Namen noch einmal alle Ehre. Dafür sorgt die Kooperation mit der VKJ-Kita im Park, deren Kinder sich im Plesserpark nun als Gärtner versuchen.

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Kurz vor Abschluss der Pflanzaktion „Steele blüht auf“, einer Koproduktion der Steeler Bürgerschaft und des Initiativkreises City Steele (ICS), macht das Bürgerprojekt seinem Namen noch einmal alle Ehre. Dafür sorgt die Kooperation mit der VKJ-Kita im Park, deren Kinder sich im Plesserpark nun als Gärtner versuchen.

Möglich machte diese Zusammenarbeit die Tatsache, dass sowohl „Steele blüht auf“ als auch der vom VKJ, der Verein für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten Ruhrgebiet, ins Leben gerufene „Erlebnisgarten“ ins Programm zur Grünen Hauptstadt Europas aufgenommen wurden.

Jutta Schiefer von der Steeler Bürgerschaft erklärt: „Bei unserer Planung fiel uns natürlich auch der Plesserpark ins Auge. Es entstand die Idee, dort einige Hochbeete neu zu bepflanzen und zu diesem Zweck die benachbarte Kita ins Boot zu holen.“

Schnelle Einigung aller beteiligten Gruppen

Gemeinsam mit Kita-Leiterin Stefanie Römer und Mareike Schulz vom VKJ wurden dann schnell Nägel mit Köpfen gemacht. Was nicht zuletzt auch Elke Remiorsch zu verdanken war, die in Kooperation mit der Kinderstiftung Essen das Projekt „Essbare Kita“ ins Leben rief und im Rahmen dessen eine Ernährungsbildung für Kinder und Erwachsene anbietet. „Das ist das Tolle an der Geschichte, dass sich hier so viele Protagonisten völlig unterschiedlicher Einrichtungen und Institutionen beteiligen.“

Melanie Stroisch, Projektleiterin des VKJ-Erlebnisgartens, kann sich mit der Steeler Initiative wundervoll identifizieren: „Die Kinder aller unserer 21 Kitas sollen erfahren, wie sich eine Pflanze vom Saatkorn bis zur Blüte entwickelt. Wichtig ist, dass wir mit ihnen in die Natur gehen. Die Steeler Aktion ist jedoch die erste und einzige im öffentlichen Raum.“

Im Oktober ist ein Ernte-Dank-Fest geplant

Und so gingen alle mit Feuereifer zu Werke. Stück für Stück wuchsen die Beete: Kohlrabi, Zucchini, Paprika folgten Kopfsalat und Möhren. Auch ein kleiner Apfelbaum durfte nicht fehlen.

Leidenschaftlich wurde gebuddelt, was der Spaten her gab. Andere schafften ohne Pause frisches Wasser in bunten Gießkannen und Eimern heran. Schließlich soll die Saat ja aufgehen und sollen später die Früchte der eigenen Arbeit geerntet werden. „Wir planen ein Erntedankfest im Oktober“, verrät Kita-Leiterin Stefanie Römer schon jetzt. „Dann wandert das ganze leckere Gemüse in den Suppentopf.“

Die Hochbeete im Park werden deshalb natürlich weiter gepflegt. „Einmal in der Woche kommen wir vorbei und werden mit einigen Kindern die Pflanzen gießen, Erde lockern und mögliches Unkraut und Unrat aus den Beeten entfernen“, so Jutta Schiefer. Und Optiker Jörg Schürholz vom ICS verspricht: „Wir werden wohl Hinweisschilder aufstellen, damit die Beete sauber bleiben.“ Die kleinen Gärtner waren da schon mit dem Bauchladen in der Steeler City unterwegs, um selbstgebastelte Saatgut-Pralinen zu verkaufen. Der Erlös fließt ins eigene Projekt.

Wie der Plesserpark seinen Namen bekam

Eine Anekdote zum Schluss: Ingrid Keith, geborene Plesser, war extra aus Stadtwald gekommen, um sich die Fortschritte vor Ort anzuschauen. „Ich finde es toll, was die Kinder hier machen“, lobt die 91-Jährige. Ihr Vater Josef, ein Textilhändler, hatte 1938 den Hof samt Grundstück von Bauer Lindemann gekauft und das Ensemble luxuriös umgestalten lassen. „Die Villa stand damals mitten auf dem 9000 Quadratmeter großen Gelände“, sagt Ingrid Keith. Das Haus wurde später bei der Steeler Stadtsanierung abgerissen. Doch seitdem heißt der Flecken Erde nur Plesserpark, obwohl der Name in keinem Stadtplan verzeichnet ist.

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