Pfarreientwicklung

Katholiken legen ein Standortkonzept für Überruhr vor

In dem Gemeindeheim an St. Suitbert soll es künftig Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche geben, so sieht es das Standortkonzept vor.

In dem Gemeindeheim an St. Suitbert soll es künftig Angebote für Familien, Kinder und Jugendliche geben, so sieht es das Standortkonzept vor.

Foto: Stefan Arend

Essen-Überruhr.   Der Überruhrer Gemeinderat stellt ein Standortkonzept vor: Das sieht Angebote im Gemeindeheim St. Suitbert und im Marienheim vor.

Nach monatelangen Beratungen hat sich der Gemeinderat St. Suitbert festgelegt und ein Standortkonzept verabschiedet. Demnach soll es in der Überruhrer Gemeinde künftig zwei Schwerpunkte geben: das Engagement für junge Familien, Kinder und Jugendliche am Standort St. Suitbert (Klapperstr. 70) und eine gute Seniorenarbeit, angesiedelt am Marienheim (Hinseler Hof 24). Werden die Pläne umgesetzt, dann wird das Gemeindeheim St. Mariä Heimsuchung aufgegeben werden müssen.

Über den Überlegungen stand die Frage: „Wie können wir als katholische Gemeinde in Überruhr attraktiver, relevanter und zukunftsfähiger werden?“ Das Standortkonzept des Gemeinderates St. Suitbert ist einer von vielen Bausteinen des Pfarreientwicklungsprozesses, mit dem sich die Pfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel für die Zukunft rüsten will.

St. Suitbert ist die größte Gemeinde der Ruhrhalbinsel

Dabei blickte der Gemeinderat nun auf die Gemeinde St. Suitbert, die auf der Ruhrhalbinsel die größte Gemeinde ist (30 Prozent, rund 6600 Katholiken). In Überruhr gibt es zwei moderne Nachkriegskirchen mit jeweils einem Gemeindeheim: St. Suitbert in Holthausen und die St. Mariä Heimsuchung im Stadtteil Hinsel.

Zum Gemeinde- und Jugendheim St. Suitbert mit einer Fläche von knapp 500 Quadratmetern gehören ein großer Saal, neun Gruppenräume, ein pastoral genutztes Büro und eine Kegelbahn. Die Auslastung der Räume liegt bei 5,6 Prozent, rund drei Viertel davon macht die kirchliche Nutzung aus. Der Instandhaltungsbedarf beträgt nach Angaben des Bistums 117.000 Euro bis zum Jahr 2030.

Auslastung ist durch Kooperation gestiegen

Zum Vergleich: Im Gemeindeheim St. Mariä Heimsuchung liegt dieser Bedarf bei 70.000 Euro. Bei gleicher Größe gibt es in Hinsel einen großen Saal sowie fünf Gruppenräume und eine Auslastung unter drei Prozent, hier entfällt rund ein Drittel auf kirchliche Nutzung. Inzwischen ist die Gesamtauslastung durch eine Kooperation mit der evangelischen Kirche gestiegen, dazu liegen aber noch keine Zahlen vor.

Ursprünglich habe es den Wunsch gegeben, auch den Standort zu erhalten, das habe sich jedoch relativ schnell als nicht realistisch erwiesen: Die Verantwortlichen betonen aber, dass diese Pläne mitnichten allein mit dem wirtschaftlichen Aspekt zu begründen seien, vielmehr sei es um die inhaltliche Ausrichtung gegangen.

„Wir wollen Schwerpunkte setzen, aber auch näher zusammenrücken“, sagt der

Gemeinderatsvorsitzende zu der aktuellen Entscheidung. Denn eine Gemeinde, die ihren Sonntagsgottesdienst an drei verschiedenen Orten feiere und sich auch sonst bis ins Kleinste aufteile, sei auf Dauer nicht lebensfähig. Darüber seien sich alle einig gewesen. Schwieriger zu beantworten war die Frage, auf welche der vorhandenen Standorte man sich künftig konzentrieren wolle.

Zuständiger Pfarrer unterstützt die Initiative

Dazu haben die Verantwortlichen auch Gemeindemitglieder befragt und zudem die Vor- und Nachteile intensiv abgewogen, so dass die Entscheidung einmütig getroffen worden sei.

Der sowohl für die Großpfarrei als auch für die Überruhrer Gemeinde zuständige Pfarrer Gereon Alter unterstützt die Initiative des Gemeinderates: „Ich bin sogar ein wenig stolz auf das, was dem Gemeinderat da gelungen ist. Denn er hat konsequent nach vorn gedacht und sich primär von inhaltlichen Fragen leiten lassen.“

Wann und wie genau das neue Konzept umgesetzt werden kann, ist zur Zeit noch offen. Ein mutiger Schritt nach vorn aber sei getan.

>>AUS DEM VOTUM ZUM PFARREIENTWICKLUNGSPROZESS

  • Das kürzlich sanierte Gemeindeheim St. Josef in Kupferdreh soll der Pfarrei langfristig zur Verfügung stehen (A-Gebäude). Belegung, Vermietung und Bewirtschaftung sollen weiterhin vor Ort durch die Gemeinde bzw. den Förderverein erfolgen.
  • Die Gemeindeheime St. Barbara und St. Mariä Geburt werden aktuell von Fördervereinen finanziert und betrieben. Ab 2020 sollen diese zusätzlich die Aufwendungen für den Erhalt der Gebäude übernehmen.

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