Jugendkulturfestival

Jugendfestival „Kray or die“ lockt in den Krayer Volksgarten

Bester Laune präsentierten sich die Macher und Protagonisten des Jugendkulturfestivals bei der Präsentation auf der Skateranlage im Volksgarten in Essen-Kray.

Bester Laune präsentierten sich die Macher und Protagonisten des Jugendkulturfestivals bei der Präsentation auf der Skateranlage im Volksgarten in Essen-Kray.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Kray.  Einen Tag lang steht der Krayer Volksgarten wieder ganz im Zeichen des Jugendkulturfestivals „Kray or die“. Los geht es am 29. Juni um 15 Uhr.

Zwei Bühnen mit Livemusik, angesagten Beats und K-Pop-Tanz. Dazu jede Menge Artistik und Graffiti, DJ-Workshop und Wettbewerbe für Skater und Scooter – die Eckdaten für die nächste Auflage des Jugendkulturfestivals „Kray or die“ im Volksgarten versprechen eine geballte Ladung Unterhaltung. Am Samstag, 29. Juni, um 15 Uhr startet die Sause an der Ottostraße – umsonst und draußen. Gefeiert wird bis 22 Uhr.

Es ist das elfte Festival, seit im Jahr 2008 die Skaterbowl offiziell unter die Räder genommen wurde – und bereits die neunte Auflage unter dem Namen „Kray or die“, der für die jugendliche Zielgruppe – auch über die Grenzen des Stadtteils hinaus – längst zu einem Markenzeichen geworden ist. „Wir sind zuversichtlich, dass wir mit unserem Programm wieder richtig liegen“, sagt Fabian Albrecht vom Julius-Leber-Haus der Awo, das gemeinsam mit drei weiteren Jugendhäusern, dem Bürgerhaus Oststadt und der Jugendhilfe Essen zum Organisationskreis zählt.

Bühnen werden diesmal nicht parallel bespielt

Im Vergleich zum Vorjahr gibt es diesmal nur zwei statt drei Bühnen. Fabian Albrecht: „Wir haben ganz bewusst auf eine eigene Hip-Hop-Sektion verzichtet. Die treten jetzt auch auf unserer Mukkebühne auf, wie wir das nennen.“ Leicht abgespeckt wurde auch die Zahl der Künstler: Noch drei weitere Bands stehen dort im Rampenlicht, vorher waren es mal insgesamt sieben. Was dem Unterhaltungswert jedoch keinen Abbruch tun soll – ganz im Gegenteil. „Die Bühne werden diesmal nicht parallel bespielt“, erklärt Fabian Albrecht. „Das heißt, jeder Besucher kann das volle Programm verfolgen, er verpasst nichts.“

Die zweite Plattform, nur ein paar Meter daneben, die „Vielfaltsbühne“, macht ihrem Namen alle Ehre. Dort wird „Urban Sport“, aber vor allem zwei Stunden lang Korea-Pop geboten. Die Bands aus Asien stehen wegen ihrer knallbunten und extravaganten Bühnenklamotten sowie ihren eigenwilligen Choreografien und Musikarrangements in Europa hoch im Kurs. Jugendliche aus dem Jugendhaus Hüweg präsentieren in Kray ihre Coverversionen. Im Steeler Jugendhaus gilt K-Pop längst als Schwerpunkt.

DJs bieten einen Workshop an

Am anderen Ende des Volksparks steht diesmal das „Electro-Zelt“, wo zwei DJs nicht nur ihr Können zeigen werden, sondern dieses auch dem Publikum im Workshop vermitteln. Sportliche Angebote wie Freerunning, das trendige Parkour, Acro-Yoga sowie ein offenes Atelier und ein mobiles Jugendzentrum runden das Programm ab. „Von der Demokratie-Meile haben wir uns getrennt“, sagt Fabian Albrecht. „Schon der Name war uns zu sperrig.“ Was nicht heißen soll, dass der Jugendpolitik kein Raum gewährt würde: Sowohl die Junge Union, die Jusos, die Grünen und die Liberalen sind an diesem Tag vor Ort und wollen die Wähler von Morgen von ihrer Arbeit überzeugen.

Mitmachen ist auch diesmal angesagt: Die Werke des vergangenen „Kray or die“-Festivals an der Lärmschutzwand werden nun übermalt. Außerdem werden Künstler Leinwände im gesamten Park verteilen, die im Gemeinschaftsarbeit gestaltet werden: Ein bunter Mix unterschiedlicher Stilrichtungen. Generell steht das Festival diesmal ganz im Zeichen der Partizipation. „Aktionen wie die K-Pop-Show sind allein auf Initiative der Jugendlichen ins Programm gerückt“, sagt Fabian Albrecht.

Aktiv wurden die Jugendlichen bereits bei der Programm-Präsentation vor Ort: Neben der Band Wednezday Weekend, die auf dem Festival Pop-Punk spielen wird, aber vorher schon mal eine Akkustik-Kostprobe gaben, machten auch die Hip-Hoper „Effektiv & Cincio“ sowie Marcin (29) aus Borbeck und Sunny (21) aus Haarzopf schon mal stimm- und wortgewaltig auf sich aufmerksam. Letztere fanden zwar erst vor zwei Jahren zueinander, haben aber schon gefühlt 60 Auftritte auf dem Konto. „Meistens in Jugendhäusern“, wie Sunny erzählt. Ihre Texte und Arrangements schreiben beide komplett selbst.

Konkurrenz durch die Extraschicht

Die Show kann also beginnen, alles ist vorbereitet. Im vergangenen Jahr leerte sich der Volksgarten leider etwas früher als gedacht, worunter besonders der Poetryslam Weststadtstory litt. Das Fußball-WM-Spiel Deutschland-Schweden machte dem Krayer Festival einen Strich durch die Rechnung. Auch in diesem Jahr gibt es – zumindest ab 18 Uhr – Konkurrenz: Die Extraschicht lässt grüßen. Fabian Albrecht bleibt dennoch gelassen: „Wir sprechen ja eine andere Altersgruppen an. Und bei uns sind das Bier und die Bratwurst ganz sicher günstiger.“

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