Schützenfest

Im 74. Schuss zur zweiten Amtszeit

Der Bürgerschützenverein Freisenbruch 1927 feierte groß Schützenfest.

Der Bürgerschützenverein Freisenbruch 1927 feierte groß Schützenfest.

Foto: WAZ FotoPool

Freisenbruch.   Andreas Gaul ist neuer Schützenkönig des Bürgerschützenvereins Freisenbruch. Auf den 48-Jährigen und seine Frau wartet nun in den nächsten Jahren ein richtig strammes Programm.

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Ein wenig erschöpft wirkte Andreas Gaul schon, als er mit dem Holzadler vor der Brust durch das gut gefüllte Festzelt spazierte. Den nämlich hatte er tags zuvor vom Podest und sich selbst somit zum neuen Schützenkönig geschossen. Zwei Jahre lang wird er den Bürgerschützenverein Freisenbruch (BSV) nun repräsentieren. Für den erfahrenen Schützen ist es bereits die zweite Amtszeit – zu der es eigentlich gar nicht hätte kommen sollen. Zwei Konkurrenten musste sich Gaul beim traditionellen „Königsschießen“ am Samstag stellen. Aus gut 15 Metern versuchten die Schützen den Adler von seinem Holzpodest zu schießen. Erst im 74. Anlauf gelang der entscheidende Treffer.

Vom König zum Kaiser

„Als eingefleischter Schütze ist es natürlich das Schönste einmal selbst Schützenkönig zu werden“, sagt Gaul, für den es nach 1987 bereits die zweite Amtszeit als König ist. Seine Ehefrau und neue Schützenkönigin Marion Göhring-Gaul hätte diese aber fast verhindert. „Bis knapp zwei Stunden vor dem offiziellen Beginn wollte meine Frau nicht, dass ich antrete“, so der BSV-Geschäftsführer. Vereinskollegen konnten sie letztlich doch noch umstimmen. „Jetzt ist freut sie sich natürlich auch“, verrät Gaul. „Wenn man das Ganze so lebt wie wir, dann gehört das Dasein als Königspaar einfach dazu.“ Doch die anfängliche Skepsis hat gute Gründe. Schließlich kommt auf das amtierende Königspaar eine ganze Menge Arbeit zu. Bei diversen Anlässen vertrete man die Freisenbrucher Schützen nach innen und außen, erklärt Gaul. Vor allem in der Zeit zwischen Pfingsten und November stehen dann fast wöchentlich Termine an. Die Zeiten, in denen die Zeit als Schützenkönig auch zur finanziellen Mammutaufgabe wird, seien aber vorbei.

„Früher konnten es sich wirklich nur Geschäftsleute erlauben Schützenkönig zu werden“, erklärt Gaul. „Klar spendiert man als König auch heute noch die ein oder andere Runde für seine Gefolgschaft.“ Alles in allem sei es dank der Unterstützung des Vereins doch wesentlich günstiger als früher. Der sogenannte „Königsring“ - ein Zusammenschluss ehemaliger Königspaare, Vereinsmitgliedern und externer Unterstützern - kommt für einen Großteil der Kosten auf.

Während sich die frisch gebackenen Majestäten für die traditionelle Königsparade aufstellten, verriet Andreas Gaul dann noch sein ganz persönliches Fernziel: „Zum 100-jährigen Bestehen des Vereins möchte ich gerne Kaiser sein.“ Offiziell „Kaiser“ darf sich nur nennen, wer drei Mal Schützenkönig war. 2027 steht das große Jubiläum der Freisenbrucher Schützen an. Genug Zeit also für Gaul, den Holzadler noch einmal zu treffen.

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