Heimatgeschichte

Hof Schulte-Bockholt: Von der Landwirtschaft zum Reitertreff

Seit den 1970er Jahren geht es auf dem Hof um Freizeitgestaltung: Der Reit- und Fahrverein Steele-Horst ist dort zu Hause.

Seit den 1970er Jahren geht es auf dem Hof um Freizeitgestaltung: Der Reit- und Fahrverein Steele-Horst ist dort zu Hause.

Foto: Alexandra Roth

Essen-Freisenbruch.   Am 7. Juli stellt der Geschichtskreis Eiberg eine Tafel auf, die die Historie des Hofes Schulte-Bockholt beleuchtet. Wir blicken zurück.

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Mit einer Lore an der Zeche Eiberg fing es an: Im Jahr 2008 startete der Heimatgeschichtskreis Eiberg sein Projekt „Erlebbare Lokalgeschichte“, um den Menschen die Historie des Stadtteils besonders anschaulich näher zu bringen. Seitdem haben der Vorsitzende Christian Schlich und sein Team an sechs markanten Orten Tafeln aufgestellt, „damit sich die Leute beim Wandern etwas informieren können“. Nun folgt der siebte Streich: der Hof Schulte-Bockholt am Schultenweg.

Dass es dieser Hof wert ist, einmal näher betrachtet zu werden, ist für die Heimatforscher unstrittig. „Besonders bemerkenswert an der Hofgeschichte ist, dass die Erbfolge ununterbrochen seit dem Mittelalter immer in der männlichen Linie gehalten werden konnte“, sagt Schlich. Als Letzter bewirtschaftete Arnulf Schulte-Bockholt den Hof, bevor er in den 1970er Jahren für mehrere Jahre nach Kanada zog und dort eine größere Farm kaufte.

Hofbesitzer musste hohe Abgaben leisten

Seitdem ist der Hof an den Reit- und Fahrverein Steele-Horst verpachtet, dem sich dadurch die Chance einer vereinseigenen Reitsportanlage bot.

Das erste Mal tauchte der geschichtsträchtige Hof Bockholt nachweislich Mitte des 13. Jahrhunderts im Lehnbuch eines Edelherren Dietrich I. von Volmarstein auf. Dieser belehnte den Ritter Thidericus Nortkerke mit dem „curtem in Bocholte in Sthelo“ (Hof im Bockholt in Steele). Teile des Hofes waren an die Abtei Werden und 1275 an die Essener Stiftsdame Elisa von Rennenberg verpfändet.

„Gerade dieser Hof war von seiner Größe her der höchst besteuerte in Eiberg“, weiß der Vorsitzende des Heimatgeschichtskreises. „Das bedeutete, dass der Hof auch den Schulten stellte. Der Schulte stand der Bauerschaft als unterste Verwaltungseinheit vor und achtete auf die Einhaltung der Gesetze und Abgabenpflichten“, erklärt Christian Schlich. Der Schultentitel sei in diesem Fall seit 1326 nachvollziehbar und „Schulte“ wurde auch Teil des Namens. Später nannte sich die Funktion Gemeindevorsteher. Als solcher sei beispielhaft Johann-Heinrich Schulte-Bockholt zu nennen, der das Amt für die Landgemeinde Eiberg bis zu seinem Tode 1879 bekleidete.

Reitverein hat rund 300 Mitglieder

Die Historie wird bis heute lebendig gehalten, auch wenn das Hofleben nun einen ganz anderen Charakter hat: 1979 wurde die Anlage um eine Reithalle mit Vereinsgaststätte und Turnierplätzen erweitert. 1980 fand das erste Turnier mit Spring-, Dressur- und Materialprüfungen statt. Durch seine durchaus große Anlage mit zwei Reithallen, Dressur- und Springplatz, Besuchertribünen und Aussichtsplattformen sowie Stallungen mit über 55 Pferdeboxen hat der Reit- und Fahrverein den Hof zu einem beliebten Austragungsort für Reitturniere gemacht. Mit rund 300 Mitgliedern zählt er zu den größten Reitvereinen in Essen.

Zur Einweihung der Tafel am Samstag werden Gäste aus Kultur und Politik sowie der Familie Schulte-Bockholt erwartet.

Die neue Infotafel wird am 7. Juli präsentiert

Die Info-Tafel über den Hof Schulte-Bockholt wird am Samstag, 7. Juli, um 15 Uhr der Öffentlichkeit präsentiert. Aufgestellt wird die Tafel in Freisenbruch am Schultenweg 98. Mit von der Partie ist auch Arnd Hepprich vom Steeler Archiv in seiner Funktion als Kulturbeauftragter der Bezirksvertretung (BV) VII.

Christian Schlich, Vorsitzender des Heimatgeschichtskreises Eiberg, brachte 2016 das Buch „Die alte Bauerschaft Eiberg - Höfe, Kotten und ihre Bewohner“ heraus, das für 20 Euro im Eiberger Café, Schultenweg 137, erhältlich ist. Die weiteren Vereinsschriften sind etwa im Steeler Archiv und in der Buchhandlung Polberg in Steele verfügbar.

Weitere Informationen zum Verein online unter www.eiberg-heimatgeschichtskreis.de

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