Vandalismus

Graffiti-Sprüher schlagen in Kupferdreh immer wieder zu

Sind verärgert über den Zustand des neuen ZOB und des Bahnhofs in Kupferdreh: v.li. Marc Hubbert und Johann Rainer Busch von der Bürgerschaft Kupferdreh

Sind verärgert über den Zustand des neuen ZOB und des Bahnhofs in Kupferdreh: v.li. Marc Hubbert und Johann Rainer Busch von der Bürgerschaft Kupferdreh

Foto: Christof Köpsel

Essen-Kupferdreh.  Bahnhof, Spielplatz oder Denkmal: Viele Flächen in Kupferdreh werden immer wieder besprüht. Bürgerschaft lobt nun erstmals eine Belohnung aus.

Ob am Bahnhof, auf dem Spielplatz oder in Parks: In Kupferdreh schmieren und sprühen Unbekannte immer wieder die Flächen voll. Zuletzt auf dem Spielplatz an der Poststraße, am neuen Busbahnhof und an einer Lok des Museumsvereins Hespertalbahn. Jetzt hat es auch das Denkmal der Kupferdreher Bürgerschaft im Benderpark erwischt: „Der Vorstand lobt jetzt erstmals 500 Euro aus, wenn jemand Hinweise auf den oder die Täter hat“, sagt Marc Hubbert von der Bürgerschaft.

„Das sind zum Teil wohl immer die Gleichen, die sich hier mit dem Geschmiere verewigen“, mutmaßt Johann Reiner Busch von der Bürgerschaft. Denn immer wieder tauchten gleiche Buchstabenkombinationen auf (Tags). Auch an ihrem Mahnmal hätten sie diese schon mehrfach beseitigt, dann sei ein Jahr Ruhe gewesen. Am Bahnhof gehe das schon seit sieben Jahren so: Seitdem dieser neu gestaltet worden sei, blickt Busch zurück.

Die Radstation war schon vor der Eröffnung beschmiert

Und beim gerade erst eröffneten Busbahnhof, sei die Radstation bereits vor der Eröffnung besprüht und die Fahrpläne am Tag der Eröffnung überklebt worden, beschreibt er die Situation. Die Betonträger des Bahnhofs sind inzwischen alle großflächig besprüht („das ist keine Kunst, das ist eine Sauerei“), die neu entstandenen Bänke darunter sind mit schwarzem Stift bekritzelt.

Fahrgäste klagen am Bahnhof zudem über haufenweise achtlos weggeworfene Zigarettenkippen und den verdreckten Boden, vor allem im Bereich der Mülleimer. Die Wände und Lampen in den Aufgängen zu den Gleisen sind ebenfalls beschmiert.

„Uns ist das äußere Erscheinungsbild unserer Bahnhöfe extrem wichtig: Daher werden unsere Bahnhöfe in regelmäßigen Abständen gereinigt“, erklärt eine Bahnsprecherin. Das gelte auch für den Bahnhof Essen-Kupferdreh – hier werde dreimal pro Woche gereinigt. Dem Unternehmen liegen zum Zustand des Bahnhofs derzeit keine Kundenbeschwerden vor: „Der Bahnhof Essen-Kupferdreh ist aus unserer Sicht unauffällig.“

Graffiti-Taten an Bahnhöfen stiegen im Vorjahr

Gleichwohl räumt die Bahn ein, dass Graffiti wie Vandalismus jährlich immense Ausgaben bedeuteten: Allein im Vorjahr habe der Schaden insgesamt bei 38 Millionen Euro gelegen. Regionale Schwerpunkte seien die Ballungsräume, die Zahl der Graffiti-Taten sei 2018 gestiegen (acht Prozent).

In Kupferdreh waren zuletzt Eltern und Kinder entsetzt, als sie die besprühten Geräte auf ihrem Spielplatz an der Poststraße entdeckten. Die Schäden ziehen sich weiter über die Brücke Richtung Turnhalle und auch die Halle des Vereins Hespertalbahn, wo es die Sprüher auf eine Lok abgesehen hatten. Auf dem Schaden bleiben dann die Betroffenen meistens sitzen, denn erwischt wird selten jemand. Und selbst wenn, wie vor einigen Jahren, erinnert sich Johann Rainer Busch, dann sei es den Sprühen kaum nachzuweisen, wenn sie nicht gerade dabei seien, etwas zu beschmieren.

Bürgerschaft bittet um Hinweise an die Mitglieder oder die Polizei

„Man müsste die Flächen komplett reinigen und dann dranbleiben“, sagt er zum Bahnhofs-Zustand. Wenn das so weitergehe, „ist bald alles versaut“. Ihr Denkmal werden die Mitglieder nun wieder reinigen und hoffen, dass die Bürger die Augen offen halten. „Sie sollen sich dann bitte an uns oder die Polizei wenden“, bittet Marc Hubbert. Den Betrag auszuloben, sei auch für die Bürgerschaft eine eher ungewöhnliches und erstmaliges Vorgehen, aber sie wollen die Schmierereien an ihrem Denkmal wie in ihrem Stadtteil nicht mehr hinnehmen.

Kontakt zur Bürgerschaft: https://buergerschaft-kupferdreh.de

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