Kirche

Gemeindeentwicklung: Drei Szenarien für die Ruhrhalbinsel

Bleibt das zentrale Herzstück der Gemeinde St. Josef/Ruhrhalbinsel: die Herz-Jesu-Kirche in Burgaltendorf,

Foto: Stefan Arend

Bleibt das zentrale Herzstück der Gemeinde St. Josef/Ruhrhalbinsel: die Herz-Jesu-Kirche in Burgaltendorf, Foto: Stefan Arend

Essen-Ruhrhalbinsel.   In der katholischen Gemeinde St. Josef/Ruhrhalbinsel wird der Pfarreientwicklungsprozess vorangetrieben. Drei Möglichkeiten stehen offen.

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Die katholische Kirche muss sparen, denn die Steuereinnahmen schwinden. Das Bistum Essen gibt den Pfarreien Gelegenheit, eigene Konzepte zu entwickeln, wie sie bis 2030 bei konstant bleibenden Zuwendungen des Bistums den Gürtel enger schnallen wollen. Im Fokus stehen vor allem Immobilien, deren Unterhalt die Gemeinde in Zukunft belasten.

In der Gemeinde St. Josef/Ruhrhalbinsel, die 23 500 Mitglieder zählt und jährlich gut eine Million Euro zur Verfügung hat (die Hälfte zahlt das Bistum) wird dieser Pfarreientwicklungsprozess stetig konkreter. Jüngst diskutierten Gremienvertreter verschiedene Szenarien. Mitglieder der Gemeinderäte, des Kirchenvorstands und des Pastoralteams der Pfarrei St. Josef trafen sich – knapp drei Stunden lang dauerte die Beratung. „Drei Szenarien haben sich dabei herauskristallisiert“, erklärt Pfarrer Gereon Alter im Gespräch mit dieser Redaktion. Allen drei gemeinsam ist: Die Kirche Herz Jesu in Burgaltendorf wird aufgrund ihrer Größe und Erreichbarkeit langfristig Gottesdienst-Ort bleiben.

Unterschiedliche Wünsche von jungen und alten Menschen

Zwei Szenarien stellen die beiden Pole da, das dritte ist eine Mischform. Szenario 1 bedeutet, dass es eine Kirche gibt und viele Versammlungsstätten. „An allen Standorten wären die Gemeindeheime gesichert“, so Alter. „Damit würden wir die Wünsche der Jugendlichen berücksichtigen, für die vor allem Treffpunkte vor Ort wichtig sind.“ Im Szenario 2 bleiben dagegen in jeder Gemeinde die Kirchen erhalten, vier von sechs Gebäude wären langfristig gesichert. Aber die Gemeindeheime stünden zur Disposition, wenn sie nicht durch Fördervereine oder andere Träger wirtschaftlich am Leben gehalten werden. Pfarrer Alter: „Für viele Ältere ist die Kirche sehr wichtig, sie verbinden damit Lebensereignisse. Die beiden Szenarien sind Extreme und bilden quasi den Generationenkonflikt ab.“

Ein Konflikt, der im dritten Szenario gemildert wird. Es ist „mal schauen, was geht“ betitelt. Es bleibt zunächst in jeder Gemeinde eine Kirche erhalten, wobei nur für zwei Kirchen eine Rücklage für notwendige Baumaßnahmen gebildet wird. Außerdem wird das modernste Gemeindeheim der Pfarrei langfristig gesichert.

Kooperationen werden angestrebt

In den drei anderen Gemeinden wird jeweils ein Gemeindeheim zunächst bis ins Jahr 2025 weiterfinanziert, in dieser Zeit müssen aber Lösungen gefunden werden, die den Pfarreihaushalt nicht belasten. „Eine Lösung könnte die Kooperation mit anderen Trägern in den jeweiligen Stadtteilen sein, oder auch mit der evangelischen Gemeinde“, erläutert Maike Neu-Clausen, Projektassistentin im Pfarreientwicklungsprozess.

Man habe jedenfalls Zeit genug, ergänzt Heinz Willing, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, kreative Lösungen zu finden. „Wir freuen uns über weitere Anregungen“, sagt Kirchenvorstand Berthold Scheele mit Blick auf die demnächst anstehende Gemeindeversammlung.

>> Friedhöfe sollen sich selbst tragen

Die Friedhöfe spielen im Pfarreientwicklungsprozess keine zentrale Rolle. Da finanzielle Verluste jedoch aus dem Pfarreihaushalt ausgeglichen werden müssen, sollen sie sich wirtschaftlich selbst tragen. Aufgrund der geringen Anzahl von Bestattungen werden die Friedhöfe in Dilldorf und Byfang wohl langfristig auslaufen.

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