Offene Gartenpforte

Gartenliebhaber öffnen ihre Pforten in Leithe

Sie laden in diesem Jahr gleich drei Mal in ihren Garten nach Leithe ein. Petra und Hans-Gisbert Kuhnhaus haben sich ein grünes Paradies erschaffen, das sein Aussehen je nach Jahreszeit wechselt.

Foto: Carsten Klein

Sie laden in diesem Jahr gleich drei Mal in ihren Garten nach Leithe ein. Petra und Hans-Gisbert Kuhnhaus haben sich ein grünes Paradies erschaffen, das sein Aussehen je nach Jahreszeit wechselt. Foto: Carsten Klein

Essen-Leithe.   Gespräche unter Gartenliebhabern und Spenden sammeln: Das steckt hinter der Aktion offene Gartenpforte. Familie Kuhnhaus aus Leithe lädt ein.

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Als Petra und Hans-Gisbert Kuhnhaus ihren fünf Quadratmeter großen Balkon gegen ihren Garten tauschten, ahnten sie möglicherweise nicht, wie viel Arbeit dieser mit sich bringt. Bereut haben die beiden das jedoch nie, denn nun liegt gleich hinter ihrem Haus in Leithe ihre grüne Oase: mit Puschelmohn und Purpurglöckchen, einem Teich und zahlreichen Sitzmöglichkeiten sowie Kiesgarten und den getöpferten Blumen und Figuren. Das Ehepaar lädt am 16. und 17. Juni wieder Gäste ein und beteiligt sich damit zum neunten Mal an der offenen Gartenpforte.

Der Austausch unter Gartenfreunden und das Spenden sammeln, das stecke hinter dieser Aktion, erklärt Hans-Gisbert Kuhnhaus. In den vergangenen Jahren haben die privaten Gärtner immerhin bereits rund 90 000 Euro spenden können; das Geld ging unter anderem an das Steeler Kinderheim.

Besucher kommen mit Nachwuchs und Picknickdecke

Mit Nachwuchs und Picknickdecke kommen mitunter die Besucher, wenn Familie Kuhnhaus ihre Pforte öffnet. Manche bleiben zwei oder drei Stunden, andere sind längst Stammgäste. „Es sind inzwischen wirklich gute Bekanntschaften entstanden“, sagen die beiden, die selbst auf einer Radtour durchs Münsterland als Gärtner aus Leithe wiedererkannt wurden. Sie freuen sich immer wieder auf die Gespräche: „Selbst wenn sich an einem Wochenende 200 Besucher bei uns tummeln, ausgerupft wurde noch nie etwas“, sagt Petra Kuhnhaus. Zuletzt haben sie ihren Kiesgarten neu gestaltet, wo früher Hochbeete standen.

Nun wachsen aber neben zahlreichen Gräsern auch Bohnen in die Höhe. „So ganz kann mein Mann doch nicht ohne Gemüse“, sagt sie schmunzelnd. Ärgerlich wird sie nur, wenn die Wühlmäuse zuschlagen, („die sind einfach böse“), die sowohl Astern als auch den Sonnenhut gefressen haben. Prächtig leuchtet hingegen der Florida-Hartriegel in zartem Rosa-Weiß. „Bis zum Ende der Woche blüht bestimmt auch der große Wiesenknopf“, hofft sie. Und wenn erst die Aralie aufgeht, dann brummt es. Denn das Ehepaar achtet darauf, dass es für Bienen und Hummeln genug Nahrung im Garten gibt.

Ein verstecktes, grünes Plätzchen wäre noch schön

Inzwischen haben sie ihren Rasen zur Hälfte in blühende Beete mit

verschiedenen Pflanzen und zahlreichen Figuren verwandelt. Inmitten der verblühten Azalee sprießen etwa rote Rosen aus Ton. Aber der Garten berge noch Potenzial: „So lange noch Wiese da ist, lässt sich etwas gestalten“, sagt Hans-Gisbert Kuhnhaus, der sein neuestes Exemplar in Händen hält: einen Hüllblattsalbei. Denn im Kuhnhaus’schen Garten finden sich neben Rosen und Clematis auch Raritäten. Ein verstecktes, grünes Plätzchen wäre noch schön – wenn er seine Ehefrau überzeugen kann. Denn nicht immer sind sie sich einig, wie etwa bei seiner Lieblingspflanze: dem Habichtskraut, das seine Frau als Unkraut rausrupft. Das aber trübt die Idylle in ihrem Paradies auf 800 Quadratmetern mitnichten, sie genießen die Zeit im Grünen und packen gemeinsam an, wenn das Frühjahr mit dem Laubsammeln startet.

Damit die Gäste den Garten in den unterschiedlichen Jahreszeiten erleben können, öffnet das Ehepaar erstmals an drei Terminen der offenen Gartenpforte. Am 16. und 17. Juni ist auch ihre Nachbarin Edeltraud Schimmelpfennig mit dabei, deren Garten mit seinen verschiedenen grünen Zimmern, duftenden Rosen und der gemütlichen Blockhütte nur wenige Hundert Meter entfernt liegt. Weitere Gärtner seien bei der Aktion künftig übrigens willkommen, fordert Hans-Gisbert Kuhnhaus auf: „Wir möchten die 100 000 Euro knacken“.

Alle Infos und Termine zur Aktion: www.gärten-an-der-ruhr.de

>>TERMINE DER OFFENEN GARTENPFORTE

Der Eintritt in einen Garten kostet 2 Euro. Das Geld wird u.a. gespendet ans Übehaus Kray und die Fürstin-Franziska-Christine-Stiftung in Steele.

Am Samstag und Sonntag, 16. und 17 Juni, öffnen folgende Gärten von 11 bis 17 Uhr: Kuhnhaus, Brüninghofer Weg 27, 51 25 56; Schimmelpfennig/Behr, Wendelinstraße 15, 55 94 55; von Jorck, Byfanger Straße 172, 51 69 43.

Am Samstag und Sonntag, 28. und 29. Juli, öffnen Familie Kuhnhaus und von Jorck erneut sowie Familie Scholand/Ressel, Talstraße 13, 47 13 58.

Im September, 22. und 23., laden nochmals die Familien Kuhnhaus und von Jorck ein. Es öffnet zudem der Garten Hagemann/Bünker, Nöckersberg 33, 0177-8388324.

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