Kirche

Ehrenamtler beteiligen sich an Kirchenstreik in St. Suitbert

In der Gemeinde St. Suitbert sorgte der Kirchenstreik vor und nach dem Gottesdienst am Sonntag für reichlich Gesprächsstoff. .

In der Gemeinde St. Suitbert sorgte der Kirchenstreik vor und nach dem Gottesdienst am Sonntag für reichlich Gesprächsstoff. .

Foto: Luisa Weiß

Essen-Überruhr.   Die Aktion „Nicht mit uns – Bewegung mit Wut und Mut angesichts des Missbrauchsskandals“ erfährt in Überruhr viel Unterstützung. Ein Überblick.

Die Katholiken aus Überruhr hatten es angekündigt – und am Wochenende kam es tatsächlich zum Streik von Küster, Lektoren, Kommunionshelfern und Messdienern. Sie führten keine Dienste am Altar aus und folgten damit der Aktion „Nicht mit uns – Bewegung mit Wut und Mut angesichts des Missbrauchsskandals“, die der Gemeinderat Herz Jesu in Burgaltendorf angestoßen hatte.

„Der Gottesdienst St. Suitbert war sehr gut besucht und wir haben alle eine große Solidarität und ein ungeahntes Engagement verspürt“, berichtet Gemeindemitglied Barbara Büllesbach-Weiß.

Stehtische auf dem Kirchplatz gut frequentiert

Schon vor dem Gottesdienst seien viele Menschen an die Stehtische auf dem Kirchplatz gekommen, berichteten teils von eigenen Erfahrungen, äußerten sich positiv zur Aktion und unterschrieben den Brief an den Bischof. Nach dem Gottesdienst setzten sich die Gespräche fort. Einige boten ihre Unterstützung bei weiteren Maßnahmen an, so Büllesbach-Weiß.

Die Gemeinde Herz Jesu hat sich der Initiative „Maria 2.0“ angeschlossen, die von Münster ausgehend inzwischen etliche Gemeinden auch in Essen erreicht hat. Die Gläubigen treten dafür ein, dass Verantwortung übernommen wird für das Leid der Opfer von sexuellem Missbrauch. Die Bischöfe sollen für eine strafrechtliche Verfolgung der Täter sorgen, so die Forderung. Zudem sollten Frauen nicht länger von kirchlichen Ämtern ausgeschlossen werden.

Pfarrer Gereon Alter unterstützt die Aktion

In seiner Predigt griff Pfarrer Gereon Alter diese Anliegen auf. Die vielen Gespräche zum Streik schon während der Woche hätten ihn positiv auf das Engagement der Gemeinde eingestimmt. Er unterstütze die Forderung nach Unterstützung für die Opfer und bemerkte, dass er schon während seines Studiums vor 30 Jahren gelernt habe, dass es im Prinzip keinen theologischen Grund gebe, der gegen die Weihe der Frauen spreche.

Wie erwartet war der Pfarrer zu Beginn der Messe allein in die Kirche eingezogen. Zuvor hatte er Kerzen entzündet, die Gaben bereit gestellt und die Glocke geläutet. Dennoch benötigte er Hilfe bei der Ausübung der Messe und bat Kirchenbesucher, kleine Dienste zu übernehmen – zum Beispiel eine Fürbitte zu lesen, die Kommunion auszuteilen oder bei der Wandlung zu läuten. Für alle Aufgaben fanden sich Helfer.

Ferner stand die Taufe von drei Kindern an. Die Eltern und Familien hatten nicht nur viel Verständnis für den Streik, sondern haben die Anliegen ganz bewusst unterstützt. Die Taufen wurden dann mit Unterstützung spontaner Helfer durchgeführt.

>> JEDE UND JEDER IST HERZLICH EINGELADEN

  • Die Aktion wird fortgeführt: Am Sonntag, 26. Mai, treffen sich alle Menschen, die die Anliegen unterstützen, um 16.30 Uhr im Gemeindeheim St. Suitbert an der Klapperstraße.
  • Die Teilnehmer möchten besprechen, was sie tun können, um Strukturänderungen herbeizuführen und präventiv tätig zu sein. Infos gibt es auf https://st-josef-ruhrhalbinsel.jimdo.com/

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