Parkplatzdruck

Debatte um Parkplatznot in Essen-Kupferdreh hält an

Als Bürger hält Heimatforscher Rainer Busch das Bild des Marktplatzes von 1996 für abschreckend genug.

Als Bürger hält Heimatforscher Rainer Busch das Bild des Marktplatzes von 1996 für abschreckend genug.

Foto: Busch

Essen-Kupferdreh.  Die Verschärfung der Lage in Kupferdreh durch die Busbahnhof-Baustelle hat ein altbekanntes Thema neu entfacht. Stadtteil hat höchste Autodichte.

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Die Diskussion um die Parkplatznot in Kupferdreh hält an. Das Thema ist für den Stadtteil kein Neues, doch die aktuelle Baustelle für den neuen Busbahnhof verschärft die Situation. So forderten erst Händler, dann FDP und CDU jüngst mit der Freigabe des Marktplatzes an marktfreien Tagen eine temporäre Lösung während der Bauphase. Sozialdemokraten, Grüne und Essener Bürgerbündnis stimmten mit einer Mehrheit dagegen. Auch die Meinungen der Bürger gehen auseinander.

Ob im Stadtteil oder in sozialen Netzwerken wie Facebook stehen sich Argumente pro und contra Marktplatz als Parkfläche gegenüber. Manche Politiker und Bürger halten die Öffnung für unabdingbar, damit die Kundschaft nicht abwandert. „Weitere Parkmöglichkeiten müssen her“, fordern diese. Andere wünschen sich den Marktplatz als Treffpunkt und weniger Autos im Ortskern – immerhin haben Kupferdreh und Byfang mit mehr als 600 Autos auf 1000 Einwohner laut Stadt die höchste Pkw-Dichte in Essen. So kommentieren einige Bürger: „Man muss ja nicht bis vors Geschäft fahren“ oder „Bislang habe ich immer einen Parkplatz gefunden.“ Auch wenn das zugegebenermaßen dauern könne. Aber das sei in Stadtteilein wie Rüttenscheid nicht anders.

Parkplatznot vor allem während der Markttage

In Kupferdreh klagen viele vor allem über Parkplatznot am Mittwoch und Freitag, also an den Markttagen. Genau dann wäre aber der Platz nicht als Parkfläche verfügbar, lautete ein Einwand der SPD. Ein anderer betraf die Kosten für die Herrichtung des Marktplatzes als Parkfläche.

Zu Wort meldet sich jetzt auch Rainer Busch, vielen als Heimatforscher bekannt: „Als Kupferdreher Bürger habe ich natürlich Verständnis für die Geschäftsleute, die um ihre Kundschaft bangen. Ich bin auch jemand, der noch im Ort einkauft. Die Sorge um genügend Parkplätze kann ich, als Kenner der Kupferdreher Geschichte, jedoch bereits über 60 Jahre verfolgen. Es gab sie schon als der Markt noch beparkt werden durfte.“

Riesen-Diskussion bereits vor 18 Jahren

Als der Marktplatz vor etwa 18 Jahren neu angelegt worden sei, da habe es bereits Riesen-Diskussionen darüber gegeben, ob er wieder zum Parken freigegeben werden solle. Nach langem „Hauen und Stechen“ hätten sich alle Parteien darauf geeinigt, dass das nicht mehr der Fall sein solle. Nun werde dieser Beschluss bei jeder Gelegenheit in Frage gestellt. Rainer Busch fragt: „Was würde eine Kurzzeitbeparkung – die dann wahrscheinlich nie wieder aufgehoben wird – denn bringen? Der Platz könnte vielleicht 50 bis 60 Autos aufnehmen, aber nur an zwei oder drei Werktagen in der Woche, wenn kein Markt ist, also zu Zeiten, wo die Parkplatznot gar nicht so groß ist. Nach ein bis zwei Jahren wäre der Platz so versaut, dass er neu plattiert werden müsste.“ Er hofft, dass der Markt als autofreie Oase in Kupferdreh erhalten bleibe.

Marc Hubbert, stellvertretender Vorsitzender der CDU Kupferdreh- Byfang, ist ganz anderer Meinung und sieht den Wegfall der Parkplätze am Bahnhof kritisch: „Die Gefahr einer wirtschaftlichen Schwächung der örtlichen Geschäftswelt in Kupferdreh erscheint dadurch größer. Es droht schlimmstenfalls sogar der Verlust von Arbeitsplätzen, wenn Umsätze durch fehlenden Kundenzulauf sinken.“

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