Byfanger Straße

Byfanger Straße: Politik reagiert auf Absage aus dem Rathaus

Nach dem Unfall im Oktober 2018 zeugten die Zeichnungen der Polizei von dem Zusammenstoß, bei dem eine  Passantin von einem Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt worden war.

Nach dem Unfall im Oktober 2018 zeugten die Zeichnungen der Polizei von dem Zusammenstoß, bei dem eine Passantin von einem Auto erfasst und lebensgefährlich verletzt worden war.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Kupferdreh.  Mehr Sicherheit auf der Byfanger Straße: Die Bezirksvertreter werden sich erneut mit dem Thema befassen. Stadt lehnt Tempo 30 weiterhin ab.

Die Politiker werden sich erneut mit dem Thema Verkehrssicherheit auf der Byfanger Straße beschäftigen: Das kündigt Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel für die Sitzung am 21. Mai an. Damit reagieren Bezirksbürgermeister und Bezirksvertreter auf eine wiederholte Absage der Stadt, Tempo 30 auf dem Abschnitt zwischen Engelssiepen und Hinsbecker Berg einzurichten oder eine andere Maßnahme zu ergreifen, um das Queren für Passanten zu erleichtern.

Dafür setzt sich auch eine Bürgerinitiative ein, die zuletzt Unterschriften an den Oberbürgermeister übergeben hatte. Der ließ die Situation zwar nochmals überprüfen, sieht aber für eine Änderung keine Rechtsgrundlage. Seine Absage erreichte die Kupferdreher per Brief, die Ablehnung mit alt bekannten Argumenten sorgte für große Enttäuschung. Immerhin gab es in dem Bereich, der als Schulweg gilt, zwei Unfälle, zuletzt wurde eine Passantin im Vorjahr lebengefährlich verletzt.

Anwohner sind enttäuscht über die Antwort

Die Anwohner kündigten bereits an, nicht aufgeben zu wollen (wir berichteten). Jetzt melden sich Politiker wie Rolf Reithmayer zu Wort, die sich schon lange für Abhilfe einsetzen. Sie brachten mehrfach Zebrastreifen oder Baustellenampel ins Gespräch.

„Auch ich bin von der Antwort des Oberbürgermeisters enttäuscht. Ein Blick über die Stadtgrenzen wie auf die Essener Straße in Niederwenigern zeigt, dass auf einer Hauptverkehrsstraße mit Busverkehr Tempo 30 angeordnet werden kann“, sagt Rolf Reithmayer, SPD-Fraktionsvorsitzender der Ruhrhalbinsel. So zynisch es auch sei, an der Byfanger Straße müsse erst ein weiterer schwerer Unfall geschehen, damit die Unfallkommision tätig werde: „Von der Verwaltung ist keine Einsicht zu erwarten“, befürchtet er.

Die Bürger sollten ernst genommen werden

„Die erneute Ablehnung aller Vorschläge zur zwingend notwendigen Verbesserung der verkehrlichen Situation auf der Byfanger Straße in Kupferdreh seitens der Stadtverwaltung werden wir als CDU Kupferdreh/Byfang und ich als zuständiger Ratsherr nicht akzeptieren“, kündigt auch CDU-Ratsherr Dirk Kalweit an. Sich nur für das große Engagement der Bürger zu bedanken, aber nicht einen einzigen ernstzunehmenden Vorschlag zur Entlastung und Verbesserung der Situation vor Ort seitens der Verwaltung anzubieten, das sei schon ein starkes Stück.

„Anerkennung ist sicherlich gerne willkommen, aber ein echtes Ernstnehmen der Bürgeranliegen sieht nun wirklich anders aus“, findet Kalweit. Den betroffenen Anwohnern versichert er, die Unterstützung der örtlichen Politik und des Stadtteilparlamentes. „Wir werden weiter dafür politisch kämpfen, dass nicht erst noch ein schlimmerer Unfall passieren muss, bis die Verwaltung sich endlich beweglich zeigt.“

Bürgerunfreundlich und inakzeptabel

Auch Kalweit verweist auf das Hattinger Beispiel, dass völlig rechtskonform sei: „Der juristische Dogmatismus der Essener Stadtverwaltung ist gänzlich unangebracht, bürgerunfreundlich und in der Sache völlig inakzeptabel. Sondersituationen bedürfen auch flexibles verwaltungsspezifisches Handeln.“

Zu Wort meldet sich zudem der Verkehrsclub Deutschland, der fassungslos auf die Argumente der Ruhrbahn reagiert. Diese stünden in keinem Verhältnis zum Gewinn, den die Ruhrbahn angeblich durch Tempo 50 erreiche, sagt Peter Kayser, Vorstandsvorsitzender vom Essener Kreisverband. Der Zeitgewinn bei Tempo 50 ergebe auf der gesamten Strecke von 1,7 Kilometern gerade mal eine Minute.

Verkehrsclub fordert Änderung in Nebenstraße

Auch das Argument, bei einer Rechts-Vor-Links-Regel könnte es durchs Abbremsen zu Fahrgastunfällen kommen, lässt er nicht gelten, denn diese Gefahrensituation würde bei Tempo 30 verringern oder gar wegfallen. Kayser verweist auch auf den deutlich geringeren Bremsweg und findet es daher unverständlich, „dass unser bürgernaher Oberbürgermeister ins gleiche Horn mit der Verwaltung bläst und die Aussagen von Wissenschaft, Polizeigewerkschaft und Fachverbänden ignoriert“. Er fordert daher im Namen des Verkehrsclubs, die Byfanger Straße als Nebenstraße zu deklarieren und durchgehend Tempo 30 einzuführen.

>>VORSCHLÄGE FÜR MEHR SICHERHEIT

  • Zu den Vorschlägen wie die Byfanger Straße sicherer werden könnte, gehören neben der Forderung nach der Senkung der Höchstgeschwindigkeit u.a. Querungshilfen (Zebrastreifen, Baustellenampel) und die einst bereits geltende Rechts-Vor-Links-Regel.
  • Der schwere Unfall ereignete sich im Vorjahr in Höhe der Haltestelle Marienbergstraße.
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