Stadtteil-Geschichte

Burgaltendorf: Neue Infotafel blickt auf Horster Schleuse

Am Burgaltendorfer Ufer steht eine Infotafel mit Blick auf Schleuse und Villa Vogelsang. Eingeweiht wurde sie von (v.l.) Rolf Siepmann (Heimat- und Burgverein Burgaltendorf), Manfred Kuhmichel (Bezirksbürgermeister), Arnd Hepprich (Vors. Steeler Archiv), Dieter Bonnekamp (Heimatforscher Burgaltendorf).

Am Burgaltendorfer Ufer steht eine Infotafel mit Blick auf Schleuse und Villa Vogelsang. Eingeweiht wurde sie von (v.l.) Rolf Siepmann (Heimat- und Burgverein Burgaltendorf), Manfred Kuhmichel (Bezirksbürgermeister), Arnd Hepprich (Vors. Steeler Archiv), Dieter Bonnekamp (Heimatforscher Burgaltendorf).

Foto: Carsten Klein

Burgaltendorf.   Steeler Archiv und Heimat- und Burgverein Burgaltendorf setzen an der Ruhr gemeinsam Idee einer Geschichtstafel um. Worüber sie Auskunft gibt.

Spaziergänger und Radler am Burgaltendorfer Ruhrufer haben seit Ende vergangener Woche einen weiteren Grund zum Verweilen und Schauen: Mit Blick auf die Horster Schleuse informiert nun eine Geschichts- und Denkmaltafel über die Historie des technischen Bauwerks wie über den auf der gegenüberliegenden Ruhrseite befindlichen Industriekomplex und die Villa Vogelsang.

Die Idee zu dieser Infotafel entstand Ende vergangenen Jahres spontan bei einem Treffen von Vertretern des Steeler Archivs und des Heimat- und Burgvereins Burgaltendorf. Gemeinsam wurde das Vorhaben angegangen, diesmal ohne finanzielle Unterstützung der Bezirksvertretung VIII, „denn dafür war es dann schon zu spät im Jahr“, erklärt Arnd Hepprich, Vorsitzender des Steeler Archivs. Die Kosten von etwas über 1000 Euro für die Tafel aus Aluminium teilen sich deshalb die Vereine.

Bessere Transportmöglichkeit

Die Recherche habe sehr gut geklappt, berichtet Arnd Hepprich. Schnell hatten die Beteiligten die Texte zusammen, historische Fotos konnte das Steeler Archiv beisteuern. Hepprich: „Das Layout und die Herstellung der Tafel haben dann noch einmal etwas mehr Zeit gekostet.“ Nun steht die 70 mal 100 cm große Tafel aber endlich oberhalb der Horster Schleuser – pünktlich zur Rad- und Wandersaison im Mai.

Worüber informiert sie im Einzelnen? Zum Beispiel darüber, wie es sich mit der Schiffbarkeit der Ruhr verhielt im 18. Jahrhundert, die König Friedrich der Große durchgesetzt hat. 16 Schleusen wurden dazu von Langschede im Kreis Unna bis Werden installiert. Sie sorgten dafür, dass es eine bessere Transportmöglichkeit für die hier gewonnenen Kohlen gab.

Die Eigentümer der Grundstücke gaben mehr oder weniger von der Obrigkeit gezwungen ihr Land für die Schleusen, profitierten aber – wie der Freiherr von Wendt als Besitzer der Horster Mühle (einer Korn- und Ölmühle) zum Beispiel – von den Schleusengeldern. 1780 waren alle Schleusen fertig, die Horster Schleuse bereits 1775. Die Schiffe, Ruhraaken genannt, konnten 150 t befördern. Flussabwärts wurden sie von der Strömung getragen, flussaufwärts zogen Pferde die meist leeren Aaken vom gepflasterten Uferweg aus, dem Treidel- oder Leinpfad. Der Bau der Eisenbahnen brachte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Kohleschifffahrt zum Erliegen.

1984 kam die Schleuse in die Denkmalliste der Stadt. Bei einer Sanierung 1990 wurden auch eine Bootsgasse und eine Fischtreppe angelegt. Derzeit nutzt die Bezirksregierung Düsseldorf die Schleuse.

Villa im Stil des Klassizismus

Ferner informiert die Tafel über die Mühle auf der anderen Ruhrseite. Dort wurde 1775 der Maschinenbauer Franz Dinnendahl geboren, der 1803 seine erste Dampfmaschine konstruierte. Später wurde die Mühle ruhrabwärts verlegt und ständig erweitert. Neben Getreide und Früchten wurden auch Farbstoffe gemahlen.

Wissenswertes gibt es auch über die Villa Vogelsang zu lesen, die oberhalb der Ruhr gelegen ist. Sie wurde 1850 im Stil des damals populären Klassizismus fertig gestellt und gehörte später dem Unternehmer Wilhelm Vogelsang, der auf dem Gelände der Horster Mühle eine Karbidfabrik betrieb. 1962 wurde die Immobilie vom Bistum Essen als Kloster genutzt. Heute ist das Haus ein Hotel mit Tagungsstätte.

>>NÄCHSTE TAFEL IST IN PLANUNG

Für das Steeler Archiv ist dies die 22. Geschichtstafel. Die 70 mal 100 cm große Aluminiumtafel sei im Übrigen gegen Sprayer geschützt, teilt Vorsitzender Arnd Hepprich mit.

Die nächste Tafel ist schon in der Planung. Sie werde im August im Neubaugebiet in Horst installiert. Es geht um die dortigen Straßennamen.

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