Nahverkehr

Awo sichert Busverbindung von Horst nach Steele

Aus ihrer Flotte stellt die Awo nun ein Fahrzeug für Horst bereit: (v.l.) Peter Sager, Leiter des Immobilienbereichs bei der Awo, Friseurmeisterin Conny Vatter am Steuer und Awo-Chef Oliver Kern.  

Aus ihrer Flotte stellt die Awo nun ein Fahrzeug für Horst bereit: (v.l.) Peter Sager, Leiter des Immobilienbereichs bei der Awo, Friseurmeisterin Conny Vatter am Steuer und Awo-Chef Oliver Kern.  

Foto: Foto / HO

Essen-Horst.  Ein Awo-Bus bringt Horster nach Steele und zurück, da die Buslinie eingestellt worden ist. Bislang schloss ein Busprojekt aus Spenden die Lücke.

Der „Bus anne Ruhr 67“ fährt ab Oktober als Awo-Bus weiter: Damit ist für Anwohner rund um die Horster Straße die Verbindung nach Steele vorerst gesichert. Sorgt bislang Friseurmeisterin Conny Vatter mit Hilfe von Spenden dafür, dass vor allem ältere Anwohner mit dem „Bus anne Ruhr“ mobil bleiben, übernimmt diese Aufgabe nun die Arbeiterwohlfahrt. Denn nach dem Wegfall der regulären Buslinie 167, die die Horster Straße seit dem Sommer 2018 nicht mehr ansteuert, beschrieben zahlreiche Anwohner die Situation als katastrophal.

„Die Menschen müssen natürlich ihre Einkäufe erledigen können, vor allem die älteren Anwohner sollen aber auch am Leben teilnehmen“, sagt Oliver Kern, Oberbürgermeister-Kandidat der SPD und Awo-Geschäftsführer, der von der Situation erfuhr. Da die Arbeiterwohlfahrt bereits Lücken in den Stadtteilen Frintrop und Karnap schließe und noch Kapazitäten habe, werde der Bus nun auch zwischen Horst und Steele unterwegs sein. Ein ehrenamtlicher Fahrer wird das Angebot übernehmen, das Friseurmeisterin Conny Vatter ins Leben rief.

Fehlende Busverbindung war oft Thema im Friseursalon

Immer wieder sei die gekappte Busverbindung nach Steele Thema in ihrem Friseursalon an der Horster Straße gewesen, blickt Conny Vatter zurück, die zunächst zuhörte und dann handelte. Mit Hilfe von Spenden ermöglichte sie den „Bus anne Ruhr 67“, der die Horster seit mehr als neun Monaten immer donnerstags und samstags nach Steele und wieder zurück fährt.

Bis zuletzt sammelte sie Geld etwa bei Benefizveranstaltungen mit viel Unterstützung und mit einem Losverkauf, um das Angebot aufrecht zu erhalten, als die ersten Spenden längst aufgebraucht waren. „Ich habe es nicht übers Herz gebracht, den Bus wieder einzustellen, da der doch so gut und gern angenommen wird“, sagt die Friseurmeisterin, die nun erleichtert ist, dass die Arbeiterwohlfahrt einspringt. Die Strecke soll die gewohnte bleiben, kündigt Oliver Kern an.

Der ehrenamtliche Fahrer solle die Bürger dann zum Supermarkt, aber auch zum Seniorenclub bringen. Und für das kommende Jahr habe der Awo-Chef bereits Anträge bei einer Stiftung gestellt, um zumindest dieses Miniangebot weiterhin zu sichern.

Bürger und Politiker drängen weiterhin auf eine dauerhafte Lösung

Auf eine dauerhafte Lösung drängen Bürger und Politiker indes weiterhin. Wiederholt brachten die Bezirksvertreter das Thema auf die Tagesordnung, luden zu Infoveranstaltungen ein, auf denen Alternativen wie Rufbusse, Sammel- und Linientaxen oder Bürgerbusse diskutiert wurden. Stadt und Ruhrbahn wollten sie prüfen, hieß es im April.

Dabei haben Politiker wie etwa CDU-Bezirksvertreterin Nicole Markner und Michaela Heuser (SPD) durchaus Verständnis dafür, dass die mitunter niedrigen Fahrgastzahlen den Erhalt der Linie 167 schwierig machten. Ein Vorschlag lautet entsprechend, diese an drei Vormittagen in der Woche an der Horster Straße einzusetzen. Nun hoffen sie auf konkrete Pläne der Ruhrbahn und warten auf Antwort.

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