Schule

An den Kupferdreher Schulen fehlen in Zukunft Räume

Die Josefschule ist die städtische katholische Grundschule in Kupferdreh, sie liegt an der Byfanger Straße 20.

Die Josefschule ist die städtische katholische Grundschule in Kupferdreh, sie liegt an der Byfanger Straße 20.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Kupferdreh.   Die Zahl der Kinder im Stadtteil wächst, bald werden Klassenräume fehlen. Was SPD und CDU vorschlagen, um die Situation zu entschärfen.

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Mit den Neubaugebieten wie auf der Dilldorfer Höhe und am Seebogen kamen viele Familien neu nach Kupferdreh. Das bedeutet aber auch, dass es in den zwei Grundschulen zunehmend eng wird. Möchte die CDU daher die Dilldorfschule wieder reaktivieren, schlägt die SPD eine Zusammenlegung der bisherigen Grundschulen vor, um nach und nach einen Neubau zu errichten.

Laut Stadt sind für das Schuljahr 2017/18 an der Hinsbeckschule 68 Kinder angemeldet. An der städtischen katholischen Josefschule sind es 47. Ein Schuljahr später sollen es an der Hinsbeckschule bereits 78 und an der Josefschule 58 sein. Bislang sind beide Schulen zweizügig. Und es gilt: „Schuleingangsklassen nehmen in der Regel bis zu 28 Schüler auf“, sagt Stadtsprecherin Hannah Hettinger.

Um den wachsenden Schülerzahlen zu begegnen, schlägt Dirk Kalweit (CDU) vor, die Dilldorfschule an der Oslenderstraße wieder für den Schulbetrieb zu öffnen. Diese diente zuletzt für die Unterbringung von Flüchtlingen und steht nun leer. Der Standort könnte möglicherweise den bereits beschlossenen und insgesamt 3,3 Millionen Euro teuren Anbau an der Hinsbeckschule ersetzen.

CDU will Prüfantrag zur Dilldorfschule stellen

Die Christdemokraten wollen einen Prüfantrag im Rat stellen. Geklärt werden müssen die Kosten für die Wiederinbetriebnahme der Dilldorfschule. Dort wurden vor nicht allzu langer Zeit immerhin Fenster, Heizung und Sanitäranlagen erneuert, so Kalweit. Es könnte eine Dependance für beide Kupferdreher Schulen werden, die, geht es nach der CDU, keinesfalls zusammengelegt werden sollen. Eltern sollen weiterhin die Option einer Bekenntnisschule haben.

„Wir sind Befürworter der Gemeinschaftsgrundschulen“, stellt Anke Löhl fest, die stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende zählt zur Arbeitsgemeinschaft Bildung. Ein Argument sei die deutlich bessere Beschulung von Seiteneinsteigern, das erspare etwa Konflikte in puncto Religionsunterricht.

SPD macht sich für einen Neubau stark

Da eine neue Grundschule dringend ein neues Gebäude benötige, schlägt die SPD auf dem Nachbargelände der Josefschule an der Zementstraße 25a einen ersten Bauabschnitt vor. Danach könnte der alte Pavillon abgerissen werden und ein Neubau entstehen. Zuletzt stünde die komplette Sanierung und Modernisierung der Josefschule an, „unter Beibehaltung der Gebäudestruktur zum Erhalt des Stadtbildes“, so Rolf Reithmayer, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Bezirksvertretung VIII. Die Dilldorfschule schließt die SPD vehement aus. „Selbst wenn wir viel Geld in die Immobilie stecken, wird sie heutigen Maßstäben der Pädagogik niemals gerecht“, befürchtet zudem Anke Löhl.

Rettungswege und Brandschutz müssen stimmen

Zu den Prüfkriterien an der Dilldorfschule werden auch alle Anforderungen etwa an Rettungswege und Brandschutz zählen, sagt Stadtsprecherin Hannah Hettinger. Es müsse daher abgewogen werden, wie viele Kinder in den Schulen aufgenommen werden können, wie aufwendig es ist, das alte Gebäude wieder in den „Schuldienst“ zu nehmen und was man den überwiegend kleinen Lehrerkollegien zumuten könne. „Jede Dependance bedeutet ein Auseinanderziehen der Schulgemeinde und eine Verkomplizierung der Stundenplangestaltung und der Aufsichten“, fasst sie zusammen.

Die Stadt werde daher auch prüfen, ob auf einem der Schulgelände eine Erweiterung möglich ist. Jene soll zukunftsfähig sein und nicht als Provisorium dienen. Im übrigen finden derzeit in allen Bezirken sogenannte „Runde Tische“ statt, sagt Hannah Hettinger: „Dabei klären die Schulleiter untereinander, wer vielleicht noch Kinder aufnehmen kann und wer Kinder abweisen muss.“ Kriterien bei der Aufnahme wie bei einer Umverteilung seien vor allem Wohnortnähe oder Geschwisterkinder.

Scheitern die Runden, dann überlegen die Schulleiter, ob eine der Grundschulen eine zusätzliche Eingangsklasse einrichten könne. Dafür brauche man dann Platz im Gebäude. Bevor dieser Fall in Kupferdreh eintreffe, müsse zunächst noch geprüft werden, ob die Anmeldungen tatsächlich alle aus Kupferdreh kämen. Andernfalls würden die Eltern dahingehend beraten, ihre Kinder lieber in ihren Stadtteilen anzumelden.

>> SPD lädt zur öffentlichen Schuldiskussion

Die Sozialdemokraten laden am Dienstag, 28. November, alle Kupferdreher Bürger ein, die Ideen zur Schulsituation im Stadtteil zu diskutieren. Anwesend sind dann auch Regine Möllenbeck, Leiterin Fachbereich Schule, sowie Janine Laupenmühlen, SPD-Politikerin und Vorsitzende des Schulausschusses. Die Diskussion beginnt um 19.30 Uhr im Seniorenzentrum St. Josef am Heidbergweg 33.

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