Klage

Online-Portal muss falsche Behauptung über Ärztin löschen

Eine Essener Zahnärztin hat gegen eine negative Bewertung im Internet geklagt.

Foto: Andreas Gebert/dpa

Eine Essener Zahnärztin hat gegen eine negative Bewertung im Internet geklagt. Foto: Andreas Gebert/dpa

Essen.   Das Online-Bewertungsportal „Jameda“ darf die falsche Behauptung einer Patientin über eine Essener Zahnärztin nicht weiter verbreiten.

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Das Arztbewertungsportal Jameda muss falsche Behauptungen einer Patientin über eine Essener Zahnärztin löschen. Das Oberlandesgericht in Hamm untersagte dem Portal, die falsche Darstellung weiterhin zu verbreiten, dass die Zahnärztin auf eine Aufklärung oder Beratung verzichte. Die Medizinerin habe unter anderem anhand von Patientenunterlagen nachweisen können, dass sie die Patientin aufgeklärt hatte, erklärte das Gericht am Dienstag.

Vorwurf über teils fehlerhafte Prothetiklösungen konnte nicht geklärt werden

Die Ärztin wollte von dem Portal die Löschung der negativen Bewertung erreichen. Zuvor hatte das Landgericht Essen das Portal angewiesen, einzelne Passagen zu löschen, darunter die Behauptung einer fehlenden Aufklärung sowie einer falschen Behandlung.

Auch das Oberlandesgericht ordnete an, die Behauptung der fehlenden Aufklärung zu löschen. Ob auch der Vorwurf über teils fehlerhafte Prothetiklösungen falsch sei, konnte das Gericht im einstweiligen Verfügungsverfahren nicht klären.

Bundesgerichtshof gab einer anderen Ärztin im Streit um negative Bewertung recht

Auf dem Portal hatte eine Patientin anonym die Ärztin als „nicht vertrauenswürdig“ bezeichnet. Die Ärztin habe auf Beratung verzichtet, die Prothetik-Lösungen seien zum Teil falsch gewesen. Als Bewertungen vergab die Patientin „Behandlung: 5,0“, „Aufklärung 5,0“ und „Vertrauensverhältnis 6,0“.

Im Februar hatte der Bundesgerichtshof in einem anderen Fall einer Ärztin recht gegeben, die eine vollständige Löschung ihrer Basisdaten wie Name, Praxisanschrift, Sprechzeiten und andere praxisbezogene Informationen von dem Arztbewertungsportal gefordert hatte. (jgr)

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