Kommentar

Offener Konflikt in der Karnaper SPD kommt zur falschen Zeit

Ein Kommentar von WAZ-Redakteur Rüdiger Hagenbucher zum Streit in der Karnaper SPD.

Ein Kommentar von WAZ-Redakteur Rüdiger Hagenbucher zum Streit in der Karnaper SPD.

Foto: KOKOSKA, Kerstin

Hat die SPD in Karnap keine anderen Sorgen? Den neuen, sozialpolitisch stark engagierten Michael Schwamborn bekämpft sie mit allen Mitteln.

Für Michael Schwamborn geht es in diesem Jahr politisch mal bergauf, dann wieder bergab. Nach dem Rücktritt von EBB-Chef Udo Bayer übernahm er den Vorsitz der Fraktion im Rat. Doch nach wenigen Wochen schon veranlassten ihn die Konflikte innerhalb des Bürger-Bündnisses, dem EBB komplett den Rücken zu kehren.

Dass die SPD schließlich zur neuen politischen Heimat des sozialpolitisch aktiven Karnapers wurde, kommt nicht überraschend. Vom Bürgerverein über den Runden Tisch bis zum Förderverein der Maria-Kunigunda-Schule: Michael Schwamborn ist überall im Einsatz und geht meistens vorneweg.

Ob es das ist, was die Karnaper Sozialdemokraten so ärgert? Sehen sie sich plötzlich im Schatten des ehemaligen politischen Gegners? In den Worten des Vorstandsmitglieds Denis Gollan kann man so etwas wie Neid auf einen umtriebigen Lokalpolitiker erkennen.

Bleibt die Frage, ob die SPD solch einen Streit derzeit braucht. Parteichef Thomas Kutschaty sagt nein, und angesichts der letzten Bundes- und Landtagswahlergebnisse sollte die SPD tatsächlich alles tun, um wieder geschlossener und positiver in Erscheinung zu treten – und nicht solch einen Streit nach außen tragen.

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