Oschatz

Österreicher übernehmen insolventen Kesselbauer Oschatz

Das Firmengebäude der Firma Oschatz am Westendhof in Westviertel. Im Februar dieses Jahres musste das Unternehmen mit damals noch 130 Mitarbeitern in Essen Insolvenz anmelden

Das Firmengebäude der Firma Oschatz am Westendhof in Westviertel. Im Februar dieses Jahres musste das Unternehmen mit damals noch 130 Mitarbeitern in Essen Insolvenz anmelden

Foto: Stefan Arend

Die Christof Industries aus Graz kauft die Essener Oschatz GmbH am Westendhof. Vorher gab es noch einen massiven Personalabbau.

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Für den insolventen Kesselbauer Oschatz ist ein Käufer gefunden worden. Die Christof Industries aus dem österreichischen Graz wird das Essener Unternehmen übernehmen. Das bestätigte das Büro des zuständigen Insolvenzverwalters Frank Kebekus aus Düsseldorf auf Nachfrage. Heute soll es nach Informationen dieser Zeitung dazu noch einen Notartermin geben. Der Kaufvertrag ist bereits vor einigen Tagen notariell geschlossen worden.

Zum Kaufpaket gehört die Oschatz GmbH am Standort Essen sowie einige der 17 Tochterunternehmen, heißt es. Bis Ende Juli soll die Übernahme endgültig über die Bühne gegangen sein.

Die Christof Industries ist ein inhabergeführtes Unternehmen, das Anlagen für die Industrie und die Energiewirtschaft entwickelt, baut sowie Serviceleistungen dafür anbietet. Insofern passt Oschatz gut ins Portfolio der Österreicher. Oschatz ist im Anlagenbau für die Chemieindustrie, in der Energierückgewinnung und in der Kraftwerkstechnik tätig.

Rund 40 Mitarbeitern gekündigt

Die Christof-Industries-Gruppe beschäftigt weltweit 1600 Mitarbeiter und ist bereits in der Vergangenheit durch Zukäufe gewachsen. In Deutschland hat sie indes nur einen Standort in Meerbusch bei Düsseldorf. Wie viele der rund 1200 Oschatz-Mitarbeiter die Österreicher übernehmen werden, ist nicht bekannt. Weder Christof Industries noch Oschatz äußerten sich bis gestern zu dem Übernahmeprozess.

Am Standort Essen, wo die zentrale Verwaltung und die Entwicklung von Oschatz sitzen, gab es vor der Übernahme noch einen kräftigen Personalabbau. Der Insolvenzverwalter kündigte rund 40 Mitarbeitern. Damit dürften momentan noch rund 90 Mitarbeiter am Sitz im Westendhof arbeiten. Die verbliebenen Beschäftigten würden von Christof Industries übernommen, teilte das Insolvenzverwalterbüro mit.

Beobachter sehen den Verkauf derweil mit gemischten Gefühlen. Einerseits konnte das insolvente Unternehmen in weiten Teilen gerettet werden. Was perspektivisch aber mit dem Verwaltungsstandort Essen passiert, ist offen. Die Frage ist, ob sich Christof Industries hier langfristig eine Verwaltung für Oschatz leisten will.

Insolvenz im Februar angemeldet

Oschatz hatte überraschend am 6. Februar dieses Jahres Insolvenz beantragt. Zu den Gründen sagte die Insolvenzverwaltung: In der jüngsten Vergangenheit habe Oschatz massiv an Umsätzen verloren, gleichzeitig aber die Kosten nicht entsprechend angepasst. In der Folge hätten die Banken wichtige Kreditlinien für das Anlagengeschäft gekürzt. „Eine Spirale nach unten“, heißt es.

Oschatz ist ein Traditionsbetrieb und wurde vor über 165 Jahren gegründet. Seit 1951 hat er seinen Sitz in Essen. Das familiengeführte Unternehmen galt vor der Insolvenz als Vorzeige-Mittelständler, der sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Global-Player entwickelt hatte.

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