Sicherheit

Oberbürgermeister Kufen will mehr Kameras in Essens Nordcity

Regelmäßig ist die Polizei gegen Dealer und Kleinkriminelle auf der Viehofer Straße in der nördlichen Essener Innenstadt im Einsatz. Geht es nach Oberbürgermeister Thomas Kufen, sollen dort künftig Kameras für mehr Sicherheit sorgen. Foto:Stefan Arenc

Regelmäßig ist die Polizei gegen Dealer und Kleinkriminelle auf der Viehofer Straße in der nördlichen Essener Innenstadt im Einsatz. Geht es nach Oberbürgermeister Thomas Kufen, sollen dort künftig Kameras für mehr Sicherheit sorgen. Foto:Stefan Arenc

Essen.   Videobeobachtung soll auf die Viehofer Straße ausgeweitet werden. Ob die Stadt oder die Polizei Regie an den Bildschirmen übernimmt, ist offen.

Seit dem 16. Januar des vergangenen Jahres nehmen insgesamt 16 Kameras der Polizei exklusiv das Quartier rund um den Rheinischen Platz in der Essener Innenstadt ins Visier – doch inzwischen denken die Behörden über eine nennenswerte Ausweitung der sogenannten Videobeobachtung im öffentlichen Raum nach. Nach intensiven Gesprächen mit Anwohnern und Gewerbetreibenden in der Nordcity hält Oberbürgermeister Thomas Kufen weitere Kamerastandorte offenbar für wünschenswert.

Stadt könnte die Regie übernehmen

Einen Straßenzug hat die Stadtspitze bereits im Blick: Nach Möglichkeit soll die rund 700 Meter lange Fußgängerzone der Viehofer Straße bis hin zum Flachsmarkt zusätzlich mit der hochauflösenden Technik ausgestattet werden. Bislang reicht das Behörden-Auge nur bis zum Pferdemarkt. Entsprechende Pläne bestätigte Stadtsprecherin Silke Lenz am Freitag gegenüber dieser Zeitung.

Ordnungsdezernent Christian Kromberg sei beauftragt worden, die Machbarkeit eines solchen Vorhabens auch mit Blick auf das neue NRW-Polizeigesetz zu prüfen, durch das die bislang sehr hohen Hürden für eine Videobeobachtung künftig deutlich tiefer gelegt werden dürften. Doch noch sei vieles ungeklärt – wie zum Beispiel die Frage, „wer am Ende an den Bildschirmen sitzt“, so Lenz.

Es sei allerdings durchaus denkbar, dass anstatt der Beamten der Landespolizei, deren Personaldecke bekanntlich nicht die längste ist, städtische Mitarbeiter dann dort die Regie übernehmen. Möglich machen könnte dies der personelle Ausbau des kommunalen Ordnungsdienstes, der längst beschlossen ist und bekanntlich bereits begonnen hat.

Eine Frage des Geldes und des Personals

Für Polizeipräsident Frank Richter, der sich Behörden-Kameras an weiteren ausgesuchten Orten der Innenstadt grundsätzlich „durchaus vorstellen“ kann, ist die Realisierung eines solchen Vorhabens vor allem eine Frage des Geldes und des Personals.

Die Wartungskosten nicht mit eingerechnet, hat die Videobeobachtung am Rheinischen Platz 500.000 Euro gekostet und binnen eines Jahres über 7000 Arbeitsstunden gefressen, weil Mitarbeiter auf der Leitstelle die übertragenen Bilder ständig im Blick haben. Passiert etwas vor ihren Augen, sei gewährleistet, dass Streifenwagen binnen kürzester Zeit vor Ort seien, um Straftaten zu verhindern oder Täter festnehmen zu können.

Eine reine Videoüberwachung, die Sequenzen einfach nur aufzeichnet, könne zwar dazu dienen, Kriminelle im Nachhinein zu identifizieren. Straftaten, so Richter, werden dadurch allerdings nicht verhindert: „Ich will keinen Aktionismus und keine Scheinsicherheit durch Überwachung“, betont der Polizeipräsident.

Die Straftaten an dem Kriminalitätsbrennpunkt Rheinischer Platz gingen in einem Jahr der Videobeobachtung um fast 36 Prozent und damit deutlicher als an anderen Orten in der Stadt zurück. Und es bildete sich nach Darstellung der Polizei keine vergleichbar große Szene andernorts.

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