Hass gegen Buchautor

OB verlangt von Essener Clans klare Distanzierung von Gewalt

Oberbürgermeister Thomas Kufen hat von den libanesischen Familienclans in Essen eine eindeutige Absage an jedwede Gewalt gefordert.

Oberbürgermeister Thomas Kufen hat von den libanesischen Familienclans in Essen eine eindeutige Absage an jedwede Gewalt gefordert.

Foto: Socrates Tassos

Essen.  OB Thomas Kufen verurteilt die Drohungen gegen den Autor Ralph Ghadban aufs Schärfste. Stadt Essen erwarte Erklärung von der „Familien-Union“.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Oberbürgermeister Thomas Kufen hat die von libanesischen Familienclans aus Essen befeuerten Drohungen gegen den Publizisten Ralph Ghadban verurteilt. „Die unverhohlenen Drohungen gegenüber einem Journalisten, offensichtlich auch von Mitgliedern des Vereins Familien-Union e.V., sind auf das Schärfste zu verurteilen“, kommentierte Kufen einen Bericht dieser Zeitung. In keiner freiheitlichen, demokratischen Gesellschaft dürfe auf Kritik Gewaltandrohung folgen.

Deutschland sei für die Clans nur eine „Beutegesellschaft“

Ghadban hatte in einem Buch das gesellschaftsschädigende Gebaren und die kriminellen Machenschaften der Clans aufgedeckt und dabei die Rolle der Familien-Union herausgestrichen. Deutschland sei für sie eine „Beutegesellschaft“. Daraufhin wurde der Autor mit Morddrohungen und anderen Hassausbrüchen konfrontiert.

„Es stellt sich sehr deutlich die Frage nach dem Selbstverständnis des Vereins, wenn ein solches Vorgehen nicht nur geduldet, sondern offensichtlich befördert wird“, erklärte Kufen. Die Stadt Essen erwarte eine klare Stellungnahme und eindeutige Distanzierung von den aktuellen Vorfällen, verlangte der OB.

Die Familien-Union suchte in der Vergangenheit auch Kontakt zur Essener Kommunalpolitik und hatte 2015 den Wahlkampf des damaligen CDU-Kandidaten Kufen unterstützt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (45) Kommentar schreiben