Ringen um den Ostermannplatz

OB Kufen widerspricht SPD und CDU im Kita-Streit

Im Sommer 2018 plakatierten Anwohner ihre Forderung am Ostermannplatz im Eltingviertel.

Im Sommer 2018 plakatierten Anwohner ihre Forderung am Ostermannplatz im Eltingviertel.

Foto: Uwe Möller

Essen.   SPD und CDU drängen auf den Bau einer Kita auf dem Ostermannplatz. „Wir haben einen anderen Zeitplan“, sagt Kufen – und will Alternativen nennen.

Anders als SPD und CDU sieht Oberbürgermeister Thomas Kufen beim Bau einer Kindertagesstätte im Eltingviertel keine Eile. „Wir haben einen anderen Zeitplan“, sagte der OB im Gespräch mit der Redaktion und kommentierte damit den politischen Vorstoß der beiden Ratsfraktionen.

SPD und CDU drängen in einem gemeinsamen Antrag darauf, dass der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrates schon am Donnerstag eine Empfehlung für den Bau einer Kita auf dem Ostermannplatz ausspricht. Wenn rechtlich möglich soll, die Stadtverwaltung demnach grünes Licht geben für das Vorhaben des Wohnungsbauunternehmens Vonovia. Eine Entscheidung stünde Anfang April im Stadtplanungsausschuss an.

Nach den Osterferien will die Stadt Alternativen für eine Kita auf dem Ostermannplatz vorstellen

Wenn SPD und CDU der Auffassung seien, der Ostermannplatz sei der einzig geeignete für eine Kita, „dann ist das nicht unsere Meinung“, betonte Kufen. Stadtdirektor Hans-Jürgen Best erinnert an den gültigen Bebauungsplan. Dieser schreibt auf dem Ostermannplatz eine Grünfläche fest.

Wie vor Wochen angekündigt, werde die Verwaltung der Politik nach den Osterferien Alternativen vorstellens, so Kufen. Für eine frühzeitige Entscheidung, wie sie die beiden Mehrheitsfraktionen anstreben, bestehe aus Sicht der Verwaltung kein Anlass.

Diakon von St. Gertrud nennt Ostermannplatz „die Seele des Viertels“

Kritisch äußert sich auch Winfried Rottenecker. Der Diakon der katholischen Kirchengemeinde St. Gertrud erinnert daran, dass nachbarschaftliches Engagement im Eltingviertel ausdrücklich erwünscht war. „Nun, da sich die Nachbarschaft zu Wort meldet, wird sie einfach untergebügelt. Das ist schade“, sagt Rottenecker. Wie berichtet, setzt sich eine Anwohner-Initiative für den Erhalt des Ostermannplatz als grüne Insel und als sozialer Treffpunkt ein. Von der „Seele des Viertels“ spricht Diakon Rottenecker: „Ich würde mir wünschen, dass sich die Politik mehr Zeit lässt.“

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