Verkehr

Nur wenige Schüler in Essen fahren mit dem Fahrrad

Immer weniger Schüler sind mit dem Fahrrad unterwegs. Erste Nachfragen der Verkehrsinitiative Mobilität-Werk-Stadt ergaben, dass ihr Anteil deutlich geringer ausfallen dürfte, als bisher angenommen wurde. 

Foto: Ulrich von Born

Immer weniger Schüler sind mit dem Fahrrad unterwegs. Erste Nachfragen der Verkehrsinitiative Mobilität-Werk-Stadt ergaben, dass ihr Anteil deutlich geringer ausfallen dürfte, als bisher angenommen wurde.  Foto: Ulrich von Born

Essen.   Nur wenige Schüler in Essen benutzen das Fahrrad für den Weg zum Unterricht. Der Anteil geht immer weiter zurück, so die Mobilität-Werk-Stadt.

Für den Weg zur Schule steigen deutlich weniger Kinder und Jugendliche aufs Fahrrad als erwartet. Die Essener Initiative Mobilität-Werk-Stadt e.V., die gemeinsam mit der städtischen Klimaagentur an fünf Essener Schulen einen Schulweg-Check macht, hat bisher einen eher geringen Anteil an Radfahrern ausmachen können. „Zwar liegen uns alle Ergebnisse erst im September vor. Aber es ist schon zu sehen, dass der Trend, aufs Fahrrad zu steigen, runtergegangen ist“, berichtet Georg Nesselhauf, Vorsitzender der Essener Umwelt- und Verkehrsinitiative.

Besonders drastisch war das Ergebnis einer Nachfrage bei Elftklässlern der Frida-Levy-Gesamtschule in der Innenstadt und des Ruhrkollegs in Steele vor wenigen Tagen. Unter den 40 jungen Teilnehmern, die die neue App der Verkehrsgesellschaften Evag und Bogestra testeten, besaßen nur drei ein eigenes Fahrrad. „Und nur einer von diesen drei Schülern benutzt es. Das hat uns schon sehr erstaunt“, sagt Nesselhauf. „Und auch schockiert.“

Kritik auch am Nahverkehr in Essen

Dass immer mehr Schüler sich lieber von ihren Eltern chauffieren lassen und den öffentlichen Nahverkehr meiden, verwundert ihn nicht. Nesselhauf sieht einen wesentlichen Grund dafür auch im Linien- und Kapazitätsangebot. So hätten die Schüler berichtet, dass Busse und Bahnen auf den Schulwegen oft überfüllt seien und man es nicht mehr schaffe, sich rechtzeitig zum Ausstieg zu zwängen. „Es gibt zum Teil gravierende Probleme zu den Stoßzeiten“, kritisiert Nesselhauf. Auch hätten die Schüler über lange Warte- und Fahrtzeiten am Abend und zu weiter entfernt gelegenen Stadtteilen geklagt.

Die Mobilität-Werk-Stadt realisiert gerade mit der Stadt das Pilotprojekt „Schulweg-Check“ an mehreren Schulen, darunter das Victoria-Gymnasium und der Albert-Einstein-Realschule. Dabei wird danach gefragt, welche Verkehrsmittel die Schüler nutzen, und wo sich mögliche Gefahrenpunkte auf dem Schulweg befinden, die beseitigt oder gemieden werden müssen. Gemeinsam mit Verkehrsexperten wird der möglichst sicherste Schulweg erstellt, der zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Bahn und Bus zurückgelegt werden kann.

>>ÜBER DEN VEREIN MOBILITÄT-WERK-STADT

Der Verein Mobilität-Werk-Stadt e.V. ist eine Verkehrsinitiative für Essen und das Ruhrgebiet und ist dem Essener Umweltverband „Runder UmweltTisch“ (Rute) angeschlossen.

Sein erklärtes Ziel ist eine umweltgerechte Mobilität „mit möglichst wenig unerwünschten Nebenwirkungen, die wirtschaftlich tragfähig ist“.

Der Verein wird von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen gefördert.

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