Konzert

Zeche Carl: Fado-Sänger startet Deutschlandtour in Essen

Im November 2019 wird das neue Album von Telmo Pires erscheinen. Songs daraus präsentiert der in Essen aufgewachsene Sänger, Dichter und Komponist in der Zeche Carl beim Auftakt seiner Deutschlandtour. 

Im November 2019 wird das neue Album von Telmo Pires erscheinen. Songs daraus präsentiert der in Essen aufgewachsene Sänger, Dichter und Komponist in der Zeche Carl beim Auftakt seiner Deutschlandtour. 

Foto: Zeche Carl

Essen-Altenessen.  Der in Essen aufgewachsene Sänger Telmo Pires präsentiert in der Zeche Carl am 6. November sein neues Album. Darum geht es in seinen Fado-Songs.

Melancholisch, sehnsüchtig und voller Weltschmerz. So wird der portugiesische Musikstil „Fado“ oft beschrieben, den Telmo Pires interpretiert. Der in Essen und Bottrop aufgewachsene Sänger, Dichter und Komponist tritt am Mittwoch, 6. November, in der Zeche Carl auf. Das Kulturzentrum in Altenessen ist der Auftakt seiner Deutschlandtour, die ihn u.a. nach Berlin und Hamburg führen wird.

Der Künstler war zuletzt im September 2016 in der Zeche Carl aufgetreten. „Wir freuen uns sehr, Telmo erneut bei uns begrüßen zu können. Seine Musik, die die Tradition Portugals mit der Moderne verbindet, ist etwas Einzigartiges, das man gesehen und gehört haben muss“, sagt Sebastian Campos, Sprecher der Zeche Carl. Kaum einem anderen Interpreten gelinge es, das Lebensgefühl und die Seele des Fado auf solch einfühlsame und innovative Art in seiner Musik auszudrücken.

Abwechslungsreiches Kulturprogramm in der Zeche Carl

Die Zeche bietet ein reichhaltiges Kulturprogramm an. Neben dem Konzert des Fado-Künstlers und regelmäßigen Jazz- und Comedyauftritten wird zum Beispiel das bekannte Rapduo „257ers“ aus Kupferdreh am 17. Oktober ein Benefizkonzert geben.

Über wenig Zuschauer kann sich dabei kaum ein Interpret beschweren: „Wir haben viele verschiedene Veranstaltungen. Von einem Erzählcafé für Senioren bis zu Kinderflohmärkten ist für jeden etwas dabei. Damit versuchen wir in Altenessen ein interessantes und abwechslungsreiches Kulturprogramm zu schaffen. Das wird bisher sehr gut angenommen“, so Campos.

Pires wurde 1972 Portugal geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf

Telmo Pires passe mit seiner Musik sehr gut ins Konzept der Zeche, so Campos. Er verbinde die klassischen Elemente des Fado mit denen des Jazz und habe dadurch seinen eigenen, unverwechselbaren Stil geprägt.

„Fado ist eine gewisse Art von Sehnsucht oder Traurigkeit, die ganz viele Menschen in sich tragen, die auch ich in mir trage. Ein Gefühl, dass man aber nach außen bringen kann“, sagt Pires über sich selbst.
Der Musiker wurde 1972 in Bragança (Portugal) geboren, wuchs im Ruhrgebiet auf und kehrte 2011 nach Lissabon zurück. Im November 2019 wird sein neues Album erscheinen. Daraus hat er bereits im Februar die Single „Era uma vez“ (Es war einmal) veröffentlicht. Die Portugiesen empfänden den Fado übrigens nicht als negativ, sagt Pires. Die Musik vermittele eine schöne, rohe und ehrliche Form der Traurigkeit. Sie thematisiere oftmals die Gefühle von Abschied, unglücklicher Liebe oder vergangenen Zeiten.

Der Ursprung des Fado liegt in den Armenvierteln Lissabons

Eine neue Generation von Musikern, zu denen auch Telmo Pires gehört, entwickelt den Fado stets weiter. Auch deshalb erfreut sich der Musikstil heute noch großer Beliebtheit. Seinen Ursprung hat der Fado in den Armenvierteln von Lissabon und wurde im 20. Jahrhundert durch Ercília Costa und Amália Rodrigues international bekannt.

Neben dem professionellen Fado in Konzerten gibt es eine populäre, unkommerzielle Art. Diese entsteht vor allem in der Altstadt Lissabons bei spontanen Zusammenkünften.

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