Krankenhaus

Wie Hunde im Essener Marienhospital Patienten helfen sollen

Hundetrainerin Filiz Erfurt (l.) hat zum Treffen mit Dr. Winfried Berger (Mitte) nicht nur ihren Mann Mikail Erfurt, sondern auch die Collies Jamari (l.), Candas (vorne) und Juna (r.) mitgebracht.Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Hundetrainerin Filiz Erfurt (l.) hat zum Treffen mit Dr. Winfried Berger (Mitte) nicht nur ihren Mann Mikail Erfurt, sondern auch die Collies Jamari (l.), Candas (vorne) und Juna (r.) mitgebracht.Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Altenessen.  Im Essener Marienhospital werden ab Januar Therapiehunde in der Palliativmedizin eingesetzt. Vierbeiner sollen für unbeschwerte Momente sorgen.

Hunde im Krankenhaus? Was auf den ersten Blick unmöglich scheint, ist im Marienhospital ein neues, ungewöhnliches Therapieangebot für Palliativpatienten.

Sie sind freundlich, dem Menschen zugewandt und sensibel: Die Collies, die Filiz Erfurt als Therapie- und Behindertenbegleithunde ausgebildet hat, werden ab nächstem Jahr zwei Mal in der Woche ins Marienhospital kommen.

Therapiehunde: Hygienische Auflagen müssen eingehalten werden

Für sie wurde im Erdgeschoss extra ein neuer Raum gestaltet, in dem sich Hund und Patient begegnen können. Um alle hygienischen Auflagen einzuhalten, kommen die Tiere nicht über den Haupteingang, sondern werden durch eine Hintertür in den separaten Raum geführt.

Gestattet sind darüber hinaus nur ausgewählte Therapiehunde, die regelmäßig tierärztlich untersucht, entwurmt und geimpft werden.

Initiator dieser tierischen Therapie ist Winfried Berger, Leitender Arzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie. Er erhofft sich für seine Palliativpatienten bestmögliche Lebensqualität.

Begegnung mit Hunden können Höhepunkt sein

Die Begegnung mit den Hunden könne für diese Menschen ein emotionaler Höhepunkt sein. „Die Hunde sorgen für Wärme, Freude und können Patienten allein durch ihre Anwesenheit ein paar unbeschwerte Stunden bereiten“, so der Onkologe.

Für einen Moment sollen Krebskranke ihre Sorgen vergessen, sich öffnen und die Zuneigung der Tiere spüren.

Damit die Begegnung zwischen Patient und Hund gut funktioniert, wird die Hundetrainerin Filiz Erfurt die ganze Zeit dabei sein. „Ich werde mich schon im Vorfeld mit den Patienten unterhalten, um so zu erfahren, welche Wünsche sie haben und welche Möglichkeiten es gibt.“

Ausbildung zum Therapiehund dauert zwei Jahre

So können die Tiere in der Interaktion mit dem Menschen apportieren, spielen, kurzen Befehlen folgen oder sich einfach nur streicheln lassen und schmusen. Zwei bis drei ihrer Collies wird Filiz Erfurt zu den Terminen mitbringen. Darunter durchaus mal „Azubis“, wie die 15 Wochen alten Jamari und Juna, die gerade ganz brav neben ihr liegen.

Gut dabei ist auch der siebenjährige Rüde Candas, der die zweijährige Ausbildung zum Therapiehund gemeistert hat. Seiner seit einem Unfall im Rollstuhl sitzenden Halterin hilft er beim An- und Ausziehen, holt Wäsche aus der Maschine oder kann im Notfall Hilfe holen. „Collies sind dafür besonders gut geeignet. Sie haben ein feines Gespür und sind äußerst intelligent“, weiß Filiz Erfurt.

Treffen laufen ganz unterschiedlich ab

„Ein starres Schema für das tierische Treffen wird es nicht geben“, so Dr. Berger. Vielmehr richte sich die Begegnung nach den Bedürfnissen des jeweiligen Patienten. „Bei jemandem, der sich emotional zurückzieht, könnte beispielsweise die Kommunikation im Vordergrund stehen. Für jemanden, der Probleme hat, alltägliche Abläufe zu meistern, ist eine Bewegungstherapie mit dem Hund als Motivator möglich.“

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