Jugendhilfe

WGs bieten Starthilfe für junge Flüchtlinge in Altenessen

Ali (18, l.) spielt mit Jörg Brink und Katrin aus dem Team der Start WGs in Altenessen. Dort leben zurzeit 15 Jugendliche zusammen.

Ali (18, l.) spielt mit Jörg Brink und Katrin aus dem Team der Start WGs in Altenessen. Dort leben zurzeit 15 Jugendliche zusammen.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Altenessen.   Die evangelische Jugend- und Familienhilfe betreut seit 2015 acht WGs für Jugendliche in Altenessen. Die engmaschige Betreuung zahlt sich aus.

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Vor anderthalb Jahren hat die evangelische Jugend- und Familienhilfe ihre „Start-WGs“ für junge Flüchtlinge ins Leben gerufen – und zieht eine positive Zwischenbilanz: „Der erste Jugendliche ist vor Kurzem in eine eigene Wohnung gezogen und auch die anderen sind hochmotiviert, dieses Ziel zu erreichen“, sagt der Projektleiter und Sozialpädagoge.

Gemeinsam mit seinem Team betreut Brink aktuell 15 männliche Jugendlichen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren. Sie wohnen meist zu zweit in acht angemieteten Wohnungen rund um die zentrale Anlaufstelle an der Altenessener Straße. Neben einem offenen Ohr finden sie dort auch verschiedene Freizeitangebote sowie Hausaufgabenhilfe, Sprach- und Integrationskurse.

Jugendliche halfen bei „Essen packt an“ mit

„Die Integration“, sagt Jörg Brink, „läuft vor allem im Alltag. Deswegen versuchen wir auch Kooperationspartner im Stadtteil.“ Da die Jugendlichen alle fußballverrückt sind, ist aktuell etwa ein Gemeinschaftsprojekt mit den Essener Chancen geplant, mit dem Rot-Weiss Essen gemeinnützige Projekte unterstützt. Auch mit der Gruppe „Essen packt an“ stehen die Start-WGs in engem Kontakt, gaben etwa schon Suppe für Obdachlose in der Essener Innenstadt aus und halfen beim „Sauber Zauber“, den Stadtteil aufzuräumen.

„Die Jugendlichen wollen etwas zurückgeben“, hat Brink beobachtet, der die Schwierigkeiten dennoch nicht verhehlt. „Man muss ihnen allen Zeit geben, wenn sie bei uns ankommen. Vom Demokratieverständnis bis zur Gleichberechtigung von Frauen ist für sie vieles ganz anders, als sie es in ihrer Heimat kennengelernt haben“, weiß der Sozialpädagoge.

Auch ganz Alltägliches wie die Mülltrennung sei Bestandteil der Integrationsarbeit. Vor allem über soziale Projekte aber könnten viele Werte vermittelt werden, ist der 45-Jährige überzeugt. Daher sucht er immer Kooperationspartner und Paten, die Lust haben, die Jugendlichen zu begleiten und ihnen den deutschen Alltag aus nächster Nähe zu zeigen.

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