Essen-Katernberg.

Vonovia und Humanika eröffnen zweite Demenz-WG in Katernberg

Die Vonovia eröffnet ihre zweite Demenz-Wohngemeinschaft mit (von links) WG-Koordinatorin Edina Duratovic, Dirk Heidenblut (SPD/MdB), SPD-Ratsherr Michael Schwamborn, Thomas Rüth(AWo Projektpartner Grüner Norden Katernberg der Vonovia), Svetoslav Markow (Geschäftsführer Humanika) und Robert Stellmach, Regionalleiter Essen von Vonovia, sowie Bewohnern in der neuen Demenz-Wohngemeinschaft in Katernberg.

Die Vonovia eröffnet ihre zweite Demenz-Wohngemeinschaft mit (von links) WG-Koordinatorin Edina Duratovic, Dirk Heidenblut (SPD/MdB), SPD-Ratsherr Michael Schwamborn, Thomas Rüth(AWo Projektpartner Grüner Norden Katernberg der Vonovia), Svetoslav Markow (Geschäftsführer Humanika) und Robert Stellmach, Regionalleiter Essen von Vonovia, sowie Bewohnern in der neuen Demenz-Wohngemeinschaft in Katernberg.

Foto: Christof Köpsel

Essen-Katernberg.  Wohnplätze für an Demenz erkrankte Menschen sind noch rar. Am Nienhuser Busch in Katernberg bezogen nun zehn Männer und Frauen ihr neues Zuhause.

Auf der Wohnzimmerwand prangt ein großer Bus in kräftigen Farben. Aus den Fenstern blicken den Besucher zehn Porträts an. Es sind die Bewohner der zweiten Demenz-Wohngemeinschaft, die die Wohnungsgesellschaft Vonovia jetzt gemeinsam mit dem Dienstleister Humanika in Katernberg eröffnet hat. Und es wird nicht die letzte sein, wie das Unternehmen am Dienstag ankündigte: Im August folgt die dritte Demenz-WG.

Im November war die erste WG im Nienhuser Busch 51 eingezogen, die zweite ist nun im Nachbargebäude Nr. 53 beheimatet. Vonovia hat die früheren Problemhäuser mächtig aufgemöbelt. „Früher waren die Plattenbauten verpönt“, redet Regionalleiter Robert Stellmacher Klartext. „Aber durch die neue Art der Belegung hat sich vieles verbessert.“ Das Miteinander von alten und jüngeren Bewohner funktioniere bestens.

Bezirksbürgermeister Michael Zühlke sieht kein Problem darin, dass Katernberg Standort mehrerer Demenz-WGs sein wird. „Der Bedarf ist ja offensichtlich da. Aber ich wünsche mir auch einige Studentenwohnungen. Die Folkwang-Universität ist ja nicht weit entfernt.“

Angehörige drängten zur Eile

Davon wissen die zehn Bewohner der neuen Wohngemeinschaft kaum noch etwas. Sie waren nicht mehr in der Lage, ihren Alltag allein zu bewältigen. Ihre Angehörigen waren deshalb heilfroh, als im Februar die neuen Räume zur Verfügung standen. Es dauerte keine zwei Tage, bis die neuen Mieter ihre Zimmer bezogen und mit einigen eigenen Möbel eingerichtet hatten. „Die Angehörigen drängten zur Eile, weil die Eltern oder Großeltern keinen Tag länger hätten alleine leben können“, erinnert sich Humanika-Mitarbeiter Ferid Duratovic an den stressigen Start.

Inzwischen ist jedoch Ruhe eingekehrt, auch wenn noch nicht alle Möbel an der gewünschten Stelle stehen. Es haben sich sogar schon die ersten Vorlieben und Charaktereigenschaften der neuen Wohngemeinschaft entwickelt. „Die WG im Haus 51 hat hauptsächlich ruhige Bewohner. Sie lieben zum Beispiel Brettspiele. Während die neue Gemeinschaft viel lebhafter und musikalischer ist“, weiß Duratovic, der den WG-Alltag gemeinsam mit seiner Ehefrau Edina managt.

Bedarf für alternatives Wohnen

Humanika-Geschäftsführer Svetoslav Markov ist über die Zusammenarbeit mit Vonovia froh: „Alternatives Wohnen erfüllt nicht nur eine Abdeckung des Bedarfs nach derartigem Wohnraum, sondern auch die politischen Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen für das in der Pflege tätige Personal.“ Eine Pflegekraft müsse sich nur um fünf Patienten kümmern, so dass der Pflegeschlüssel bei 1:5 liege. „Damit bieten wir nicht nur eine hervorragende sozialverträgliche Versorgung der Patienten, sondern auch optimale Arbeitsbedingungen für unsere Pflegekräfte.“

SPD-Bundestagsabgeordneter Dirk Heidenblut begrüßt die Initiative der beiden Kooperationspartner. „Es gibt noch zu wenige solcher Wohnangebote. Denn sie sind eine gute wohnortnahe Alternative für Menschen mit Demenz“, sagte er bei der offiziellen Übergabe der Räume.

AUS DER REGION NACH KATERNBERG GEZOGEN

Die Bewohner der WG stammen nicht nur aus Katernberg, sondern aus mehreren Essener Stadtteilen sowie aus den Nachbarstädten wie Oberhausen und Mülheim. Eine Bewohnerin ist aus Wesel zugezogen.

Jeder von ihnen verfügt über ein eigenes, individuell gestaltetes Zimmer. Hinzu kommen Räume wie Wohnzimmer, Küche und Bad.

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