Verkehrssicherheit

Verkehrsinsel vor Kita Krablerstraße lässt auf sich warten

Die Polizei machte am Dienstag, 10. September, erneut Radarmessungen am Awo-Kindergarten an der Krablerstraße. Viele Autofahrer waren zu schnell unterwegs..

Die Polizei machte am Dienstag, 10. September, erneut Radarmessungen am Awo-Kindergarten an der Krablerstraße. Viele Autofahrer waren zu schnell unterwegs..

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Vogelheim.  Um den Weg zur neuen Awo-Kita sicherer zu machen, soll eine Verkehrsinsel auf der Krablerstraße etabliert werden. Doch die lässt auf sich warten.

Noch beim Richtfest der neuen Awo-Kita an der Krablerstraße in Vogelheim ließen die Kinder im vergangenen Jahr viele bunte Luftballons fliegen – verbunden mit den besten Wünschen für die Zukunft. Die Arbeiterwohlfahrt hat ihren Kindergarten seit Anfang August 2019 bezogen – als Mieter. Doch ein Wunsch blieb bislang unerfüllt: „Die geplante Querungshilfe über die stark befahrene Krablerstraße und auch der Bürgersteig direkt vor der Kita fehlen noch immer“, moniert Karl-Heinz Kirchner, Kinderbeauftragter der Bezirksvertreung (BV) V.

Mittelinsel und Bürgersteig von Beginn an Teil der Planung

Als die Pläne für den Neubau an der Krablerstraße 268 vorgestellt wurden, war eine Mittelinsel in Höhe der Kita vorgesehen, die den Kindern künftig einen sicheren, weil kurzen Weg über die Krablerstraße gewähren sollte. Aus gutem Grund: „Das Verkehrsaufkommen hier ist vor allem während des Berufsverkehrs sehr hoch“, weiß Bezirksvertreter Kirchner aus leidvoller Erfahrung. Er selbst wohnt an der Krablerstraße, nur einen Katzensprung von der Kita entfernt, „und wenn ich aus meiner Garagenausfahrt komme, muss ich manchmal bis zu zehn Minuten warten, bevor mich da mal einer einscheren lässt.“

Verkehr auf der Krablerstraße wird durch Baustelle an der Bottroper Straße verstärkt

Verschärft wird die Situation derzeit durch aktuelle Straßenbauarbeiten auf der Bottroper Straße, die im Zuge der Erschließung des Neubauviertels „Essen 51“ umgebaut wird und daher eine der beiden Fahrspuren Richtung Essener Innenstadt stets gesperrt ist. „Um nicht im Stau zu stehen, umfahren viele Autofahrer die Baustelle über die Krablerstraße“, sagt Kirchner. „Doch leider sprechen sich diese Schleichwege schnell herum und so wird hier vor meiner Haustür der Verkehr immer dichter.“

Auch Hinweisschilder werden vor der Kita vermisst

Die Baumaßnahme und auch die Finanzierung sei längst in trockenen Tüchern, sagt Kirchner. „Immerhin gab es ja einen Bauantrag für die Kita und der wurde von der Stadt ja auch abgesegnet.“ Doch als die Arbeiten an der Kita beendet waren, da packten die Bauarbeiter ihre Sachen gänzlich zusammen. Seitdem tut sich in Sachen Verkehrssicherheit vor Ort nichts mehr. „Noch nicht einmal Schilder, die auf die Kita verweisen, gibt es dort“, sagt Kirchner.

Auch der geplante, schmale Bürgersteig direkt an der Kita fehlt noch immer. „Doch dieser ist zwingend notwendig, wenn die Mittelinsel gebaut wird“, sagt Kirchner. Dann nämlich müsse die Straße dauerhaft verbreitert werden. „Deshalb wurde auch am alten Bürgersteig noch nichts verändert.“

Dass all diese Maßnahmen notwendig sind, dafür gibt es für Bezirksvertreter Kirchner kein Zweifel: „Hier gilt zwar Tempo 30, doch längst nicht alle halten sich daran.“ Und dies, obwohl direkt vor der Kita eine LED-Tempo-Anzeige installiert wurde. Am Montag war wieder einmal die Polizei vor Ort: Radarmessung. Die Beamten vor Ort kontrollierten zehn Prozent der Fahrzeuge, stellten dabei viele Geschwindigkeitsüberschreitungen fest.

Verkehrsinsel ist Sache des Bauherren

Warum die geplante Mittelinsel noch immer nicht installiert wurde, entzieht sich Kirchners Kenntnis. Er selbst hatte sich daher schriftlich an die Stadt gewandt und eine Kopie seines Schreibens auch der Bezirksvertretung vorgelegt. „Die Sache genießt in meinen Augen erste Priorität und duldet keinen weiteren Aufschub.“ Als Kinderbeauftragter im Bezirk und auch Mitglied in der Kinderunfallkommission könne er die aktuelle Verkehrssituation vor der Kita sehr gut einschätzen. „Dass dort die Eltern mit ihren Kindern an der Hand oft minutenlang warten müssen, um heil über die Straße zu kommen, ist ein Unding. Das muss sich schnellstmöglich ändern.“

Was Kirchner nicht wusste: Wie Stadtsprecherin Jasmin Trilling auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigt, ist die Stadt in diesem Fall gar nicht zuständig. „Der Bau der Mittelinsel und auch des Bürgersteigs obliegt dem Bauherr. Das war eine Auflage in der damaligen Planung.“ Diese Vereinbarung sei damals festgeklopft worden. Man stehe im Dialog. Warum allerdings die Arbeiten noch nicht begonnen haben, konnte auch die Stadt nicht beantworten.

Dies gilt auch für Awo-Geschäftsführer Oliver Kern: „Wir sind ja hier nur Mieter, nicht der Bauherr.“ Er werde sich die Vereinbarung allerdings noch einmal ansehen, um dann den Sachverhalt zu klären.

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