Emscherumbau

Stoppenberger Bach und Ernestinengraben werden Großbaustelle

Das Abwasser sol künftig unterirdisch vom Ernestinengraben in den Stoppenberger Bach fließen.

Das Abwasser sol künftig unterirdisch vom Ernestinengraben in den Stoppenberger Bach fließen.

Foto: Julia Tillmann

Essen-Stoppenberg.   In Essen-Stoppenberg werden zwei Abwasserbäche naturnah umgebaut. Gestank soll aufhören. Auf die Anwohner kommen bis 2022 noch Geduldsproben zu.

Über den Gestank, der besonders an lauen Sommerabenden vom Stoppenberger Bach ausgeht, hatten sich die Anwohner von Twentmannstraße und Arendahls Wiese schon vor Jahren beklagt. Doch weder die Übergabe von Unterschriftenlisten noch Ortstermine mit den Behörden halfen wirklich. Nun könnten aber die Belästigungen tatsächlich ein Ende finden: Die Emschergenossenschaft trennt jetzt das Reinwasser vom Abwasser, das dann unterirdisch in Richtung Emscher fließt.

Nach einer Bürgerinformation im Herbst stellte die Emschergenossenschaft ihre Pläne jetzt in der Bezirksvertretung VI vor. Sie betreffen sowohl den Ernestinengraben als auch den Stoppenberger Bach. Das Einzugsgebiet umfasst eine Fläche von 170 Hektar in Stoppenberg und Schonnebeck. Das Kanalnetz ist 27 Kilometer lang.

Regenüberlaufbecken in neun Meter Tiefe

An der Einmündung der Arendahls Wiese in die Twentmannstraße, direkt neben der Kleingartenanlage, baut die Emschergenossenschaft ein 5800 Quadratmeter großes Hochwasserrückhaltebecken. In neun Meter Tiefe baut sie dazu ein unterirdisches Regenüberlaufbecken, das 37 Meter lang und 18 Meter breit wird. Beide Bauwerke sollen im September 2020 fertiggestellt sein.

Von den Bezirksvertretern auf die Geruchsbelästigungen angesprochen, erklärte Projektleiter Markus Faenger, dass sie durch die offen liegenden Flächen verursacht würden. Künftig würden sie aber zurückgehen, weil das Abwasser unterirdisch erfasst werde.

Pumpwerk muss neu gebaut werden

Das Pumpwerk an der Twentmannstraße gegenüber der Einmündung Arendahls Wiese bleibt unverändert stehen. Das zweite Pumpwerk an der Twentmannstraße werde man jedoch abreißen und neu bauen müssen, weil es für die Trennung von Rein- und Schmutzwasser nicht mehr geeignet sei.

Sorgen machen sich die Bezirksvertreter wegen möglicher Lärmbelästigungen, besonders in den frühen Morgen- und in den Abendstunden. Projektleiter Markus Faenger versicherte, dass man sich an die vereinbarten Arbeitszeiten zwischen 7 und 20 Uhr halten werde. Es könne allerdings zum Beispiel bei der Anlieferung von übergroßen Teilen auch passieren, dass noch nachts gearbeitet werden müsse. Doch die Regel solle das nicht werden.

DER KANAL WIRD UNTERIRDISCH VERLEGT

  • Der Kanal mit einem Durchmesser von 1,40 Meter zwischen dem Hochwasserrückhaltebecken und der Kleingartenanlage wird unterirdisch verlegt.
  • Die übrigen Bereiche, vor allem das Regenüberlaufbecken, werden in offener Bauweise errichtet. Meist wird nur montags bis donnerstags gearbeitet.

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