Welterbe Zollverein

Steigerlied erklingt dreimal am Tag über Zollverein

Der Pflegedienst Humanitas lässt als Hommage an die Bergleute das Steigerlied auf Zollverein erklingen: (v.l.) Pflegerin Michelle Hammermeister, Gesellschafter Thomas Pilgrim und Pflegerin Sabine De Biasi vor der Unternehmenszentrale im alten Stellwerk Zollverein.

Der Pflegedienst Humanitas lässt als Hommage an die Bergleute das Steigerlied auf Zollverein erklingen: (v.l.) Pflegerin Michelle Hammermeister, Gesellschafter Thomas Pilgrim und Pflegerin Sabine De Biasi vor der Unternehmenszentrale im alten Stellwerk Zollverein.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen-Stoppenberg.  Als Hommage an die Bergleute hatte Thomas Pilgrim die Idee das Steigerlied über Zollverein schallen zu lassen.

Das alte Stellwerk auf Zollverein hat seit knapp zwei Jahren einen neuen Hausherrn: den Pflegedienst Humanitas, der diesen geschichtsträchtigen Ort mit langer Bergbau-Vergangenheit als Zentrale nutzt. Als Hommage an die Bergleute, die dort tagtäglich schufteten, wird nun mehrmals täglich das Steigerlied gespielt.

Nach dem Umzug auf das Kokerei-Gelände suchte Thomas Pilgrim, Gesellschafter der Humanitas Pflegedienste, schon länger nach einer passenden Würdigung für die Bergleute, die früher die Region prägten. „Die Stiftung Zollverein leistet einen riesigen Beitrag, dass die Bergbautradition hier und in Essen nicht in Vergessenheit gerät“, lobt Thomas Pilgrim. „Auch wir als Humanitas wollen dies möglichst unterstützen.“

Man habe lange nach einer Idee gesucht, die für das steht, was die Bergarbeiter und das harte Leben und Arbeiten im Pütt ausgemacht habe, so Thomas Pilgrim. Anfang des Jahres kam ihm der passende Einfall, täglich das Steigerlied abzuspielen. „Die Vorstellung, das Ambiente hier wenigstens ein paar Minuten lang mit dem passenden Soundtrack zu untermalen, hat mir gefallen.“ Auch, weil es ein Alleinstellungsmerkmal ist: „Das Steigerlied wird sonst nirgendwo auf dem Welterbe abgespielt“, weiß Thomas Pilgrim.

Der Klang einer ganzen Region

Der klangvollen Idee folgte sofort die konkrete Planung und Umsetzung: „Wir brauchten unter anderem Lautsprecher von hoher Qualität“, erklärt Pilgrim. Allerdings musste das Projekt auch mit rechtlichen Vorgaben in Einklang gebracht werden. Um den Lärmschutz braucht sich der Unternehmer jedoch keine Sorgen zu machen, „denn im Umfeld unserer Firmenzentrale wohnt weit und breit kein Mensch.“

Für seine Mitarbeiter bedeutet dies allerdings Fenster schließen, seit dreimal täglich, immer pünktlich um 12, 15 und 17 Uhr, die Bergbau-Hymne über das Kokerei-Gelände schallt. „Telefonieren ist mit offenem Fenster wegen der Lautstärke einfach nicht möglich“, sagt Pilgrim.

Das dritte Steigerlied läutet den Feierabend ein

„Aber inzwischen hätten sich alle daran gewöhnt.“ Schließlich hat die Sache auch noch eine andere gute Seite: „Wenn um 17 Uhr zum letzten Mal das Steigerlied erklingt, wissen alle meine Mitarbeiter, dass sie jetzt Feierabend haben“, scherzt Pilgrim.

Der aktuelle Rhythmus, der seit Juni gewählt wurde, sei „jedoch erstmal zum testen“, sagt Pilgrim. Anfang nächsten Jahres möchte er ein erstes Fazit ziehen. Aber schon jetzt könne er sich vorstellen, das Lied öfter zu spielen, vielleicht ab 12 Uhr zu jeder vollen Stunde. „Früher loszulegen, hätte wenig Sinn, denn vor Mittag sind auf dem Gelände kaum Leute unterwegs.“

Nun will der Unternehmer das Steigerlied fest aus Zollverein integrieren und hat deshalb auch schon mit einem Touristikunternehmen, das auf Zollverein Führungen anbietet, gesprochen. Dessen Touren könnten künftig auf die Zeiten des Steigerliedes abgestimmt werden.

Denn die Aktion kommt an: „An schönen Tagen bleiben die Besucher stehen und hören zu“, berichtet Manager Jassim El-Meligi, der bei der Humanitas für das Marketing zuständig ist, über die durchaus positiven Reaktionen auf diese Aktion.

Für das Areal auf Zollverein gibt es weitere Ideen. Welche, das möchte Thomas Pilgrim zum aktuellen Zeitpunkt jedoch noch nicht verraten: „Aber wir befinden uns bereits in der Planungsphase für ein neues Projekt auf dem Kokerei-Gelände.

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