Bezirksvertretung VI

Stadtteilparlamentarier reden über Bürgerforum-Ergebnisse

Das ehemalige Schulgelände Schetters Busch an der Bonifaciusstraße liegt seit längerer Zeit brach, die Gebäude verfallen stetig. Im Bürgerforum für Neubaugebiete landete das Areal in der ersten Prioritätenliste.

Das ehemalige Schulgelände Schetters Busch an der Bonifaciusstraße liegt seit längerer Zeit brach, die Gebäude verfallen stetig. Im Bürgerforum für Neubaugebiete landete das Areal in der ersten Prioritätenliste.

Foto: Michael Gohl

Essen-Schonnebeck.   Am 15. Mai tagen die Lokalpolitiker aus dem Stadtbezirk VI. Die Stadt stellt ihnen die Ergebnisse des Bürgerforums „Wie wollen wir wohnen?“ vor.

Mitte November 2018 fragte die Stadt unter dem Titel „Wo wollen wir wohnen?“ die Bürger nach ihren Wünschen, wenn es um neue Wohnbaugebiete in Essen geht. Das Ergebnis dieses Bürgerforums wird der Bezirksvertretung (BV) VI in der Sitzung am 15. Mai vorgestellt und erläutert. SPD-Ratsfrau Heike Brandherm sieht sich schon jetzt bestätigt: Ihr Favorit, das ehemalige Areal der Hauptschule Schetters Busch in Schonnebeck, steht in der Prioritätenliste ganz oben.

Die SPD-Ratsfrau, beratendes Mitglied der BV VI, hatte schon vor zwei Jahren die weitere Zukunft des rund 2,7 Hektar großen Geländes an der Bonifaciusstraße thematisiert und noch zu Beginn dieses Jahres eine mögliche Änderung des Bebauungsplanes in die Diskussion gebracht, um das Areal anderweitig nutzen zu können.

Teillösung Kita und Wohnen am Schetters Busch

Dies sahen die 420 zufällig ausgewählten Probanden, die sich am Bürgerforum beteiligten, ähnlich. „Die Bonifaciusstraße 187 zählt zu den insgesamt 13 Grundstücken, die es in die Prioritätenliste 1 geschafft haben“, sagt Heike Brandherm. „Also die Flächen, die für eine Neubebauung, ungeachtet welcher Art, als sehr gut bzw. gut erachtet wurden, weil sich dort gut leben lässt.“ Ratsfrau Brandherm selbst präferiert dort noch immer eine Teillösung: „Eine Kita im vorderen Bereich und eine nachgelagerte, geeignete Wohnbebauung käme den Ansprüchen der Bürger im Stadtteil wohl am nächsten.“ Wie die unterschiedliche Nutzung planungsrechtlich umsetzbar sei, müsse jedoch noch geklärt werden.

Generell sei es wichtig, nicht am eigentlichen Bedarf vorbei zu planen. So besitzt neben dem eher kleinen Areal an der Ernestinenstraße/Turnerweg in Stoppenberg (1 Hektar) auch die 29 Hektar große Fläche an der Stauder-/Emscherstraße in Katernberg erste Priorität im Bürgerforum. Das Grundstück eines Autologistikers böte wohl knapp 1500 Wohnungen Platz, „was aber nicht heißt, das dies auch genauso umzusetzen wäre“, wie Heike Brandherm sagt.

Verwaltung sollte Aussagen der BV berücksichtigen

Auch wenn die Lokalpolitiker der BV VI – wie auch ihre Kollegen in den anderen Stadtteilen – das Ergebnis des Bürgerforums „nur zur Kenntnisnahme“ übermittelt bekommen, so plädiert Heike Brandherm dafür, dass die Aussagen der Bezirksvertreter in den Überlegungen der Verwaltung Platz finden mögen. „Immerhin sind wir ja nah dran am Bürger.“

Mit der abschließenden Bewertung des Bürgervotums tut sich Heike Brandherm etwas schwer. „Nur fünf Prozent der Befragten stammten aus dem Stadtbezirk VI – und kamen aus allen Altersschichten.“ Die Planung, besonders für Kita- und Schulstandorte, spiele aber besonders für die Jüngeren eine Rolle. „Ihre Kinder werden vorrangig von den jetzigen Entscheidungen profitieren.“

>> BEZIRKSVERTRETUNG VI TAGT AM 15. MAI

  • Neben den drei Arealen in der Prioritätenliste 1, erhielten zwei weitere Grundstücke aus dem Stadtbezirk VI die Priorität 2. Zum einen die Bullmannaue (Katernberg) und zum anderen das Gelände an der Hallo/Gelsenkirchener Straße (Stoppenberg). Diese Liste umfasst 16 Areale, in denen sich laut Bürgerforum „gut“ bis „sehr gut“ leben lässt.
  • Die Bezirksvertretung (BV) VI tagt am Mittwoch, 15. Mai, 16 Uhr im Stoppenberger Rathaus, Stoppenberger Platz 6.

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