Stadtplanung

Stadt prüft neue Nutzungsoptionen für Areal Schetters Busch

Die ehemalige Hauptschule Schetters Busch verfällt zusehends.

Die ehemalige Hauptschule Schetters Busch verfällt zusehends.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Schonnebeck.   Unterrichtet wird am Schetters Busch seit Jahren nicht mehr. Nachdem auch die Flüchtlinge das Gelände verließen, will die Stadt es umnutzen.

Was passiert mit dem Gelände der ehemaligen Hauptschule Schetters Busch? Dies fragt sich Ratsfrau Heike Brandherm schon länger. Die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Schonnebeck formulierte bereits Anfang Juni 2017 einen Prüfantrag an den Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung (ASP), in welchem Maße das Areal an der Bonifaciusstraße für andere Nutzungen – insbesondere Wohnungsbau – geeignet sei. Auf eine Antwort wartet sie bis heute.

Die Hauptschule Schetters Busch wurde zum 1. August 2012 geschlossen, das Gebäude aber noch bis zum 31. Juli 2015 von der Hauptschule an der Bischoffstraße weitergenutzt. Damit endete die Nutzung des Standorts als Schule endgültig.

Im Rahmen der sogenannten „Flüchtlingskrise“ wurde vor Ort noch im selben Jahr ein Zeltdorf errichtet, das am 15. November 2016 leergezogen und abgebaut wurde. Am 24. November 2016 entschied der Rat, dass die Baumaßnahme auf dem Grundstück des ehemaligen Zeltdorfes – dort sollten feste Unterkünfte für die zukünftige Unterbringung von Flüchtlingen entstehen – eingestellt wird. Damit wurde die Nutzung der Fläche zur Unterbringung von Flüchtlingen zurückgestellt.

Schulgebäude verfällt seit Jahren

Seitdem liegt das Areal brach, das Schulgebäude an der Bonifaciusstraße/Ecke Kappertsiepen verfällt, kommt wegen seiner maroden Bausubstanz für eine weitere städtische Nutzung nicht mehr in Frage. „Das Gebäude selbst verursacht nur noch Kosten, ohne dass eine andere Nutzung in Sicht wäre“, moniert Heike Brandherm. Ihr Vorwurf: „Da sucht die Stadt händeringend nach Raum für neue Schulen, Kitas oder für den sozialen Wohnungsbau, nutzt aber bestehende Potenziale nicht.“ Immerhin gehöre ihr das Gelände.

Ratsfrau Brandherm weiter: „Mein Wunsch war und ist zu klären, ob für die Fläche ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden kann und wird, um das Areal anderweitig zu nutzen.“ Angesichts des allgemein vorhandenen Mangels an bezahlbarem Wohnraum in der Stadt Essen und an geeigneten Gewerbeflächen gilt es ihrer Ansicht nach zu prüfen, in welchem Umfang und in welcher Qualität sich die, auf der einen Seite an eine Wohnbebauung, auf der anderen Seite jedoch an ein Gewerbegebiet anschließenden Flächen überhaupt für eine Neuplanung eignen.

„Haus des Lernens“ als Option

Ginge es nach der SPD-Politikerin, könnte die Stadt – sollte von einer Wohnbebauung abgesehen werden – dort ein „Haus des Lernens“, ähnlich dem Modell in Haarzopf etablieren. An der Raadter Straße wurde am 1. August 2014 ein Schulkomplex mit den Bereichen Grundschule, Offener Ganztag und auch einer Kindertagesstätte (mit U 3-Betreuung) gebaut. „Bekanntlich ist im Bezirk 6 der Bedarf gerade an Kitas hoch“, wie Heike Brandherm betont.

Wie es auf dem Gelände weitergeht, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Stadt allerdings hat offenbar den Fall nicht zu den Akten gelegt. „Das Grundstück rund um die ehemalige Hauptschule Schetters Busch gehört zu den Flächen, für die die Verwaltung nach der Nutzung für Flüchtlingsunterkünfte eine strukturierte Analyse für eine mögliche Folgenutzung durchführen wird“, erklärt Stadtsprecherin Jasmin Trilling. „Die Ergebnisse dieser Analyse werden in einer umfangreichen Vorlage für über ein Dutzend Flächen zusammengefasst und dem Rat, nach heutigem Stand, noch im ersten Quartal dieses Jahres vorgelegt.“

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