Fassadenschäden

Stadt hat störendes Gerüst in Karnap selbst aufgestellt

Das Gerüst vor dem Haus Karnaper Straße 97 in Karnap beschäftigt die Stadtverwaltung und lokale Politik bereits seit vier Jahren.

Das Gerüst vor dem Haus Karnaper Straße 97 in Karnap beschäftigt die Stadtverwaltung und lokale Politik bereits seit vier Jahren.

Foto: Julia Tillmann/GBV

Essen-Karnap.   Seit vier Jahren stört Gerüst auf dem Gehweg der Karnaper Straße in Essen. Stadt hat es selbst aufgestellt, weil die Eigentümer nicht reagieren.

Bezirksvertreter müssen oft viel Geduld mitbringen, bis ihre Anliegen und Anträge umgesetzt werden. Manchmal braucht es sogar Jahre, bis sich Lösungen finden. So geht es auch Ralf Böing, SPD-Bezirksvertreter aus Karnap und 2. stellvertretender Bezirksbürgermeister. Er beobachtet schon seit langem, dass ein Baugerüst auf der Karnaper Straße den Schulweg der Grundschüler und Kindergartenkinder stört sowie Fußgänger, Rollstuhlfahrer und Mütter mit Kinderwagen beeinträchtigt.

Und für Kinder, die darauf herumklettern sei es auch gefährlich, berichtete er im vergangenen Jahr der Bezirksvertretung. Die Verwaltung solle daher den Eigentümer auffordern, endlich die Arbeiten an der Fassade zu beenden.

Das Haus wurde mehrfach schon verkauft

Die Antwort der Stadt zeigt jedoch, wie schwierig es oftmals ist, eine scheinbar einfache Lösung zu finden. So habe das Bauordnungsamt bereits am 10. März 2015, also vor nahezu exakt vier Jahren, den Hauseigentümer aufgefordert, ein Gerüst aufzustellen, um Fußgänger vor herabfallenden Fassadenteilen zu schützen. Weil dieser der Aufforderung nicht nachkam, stellte die Stadt das Gerüst im Oktober 2015 selbst auf und leitete die Rechnung an den Eigentümer weiter.

Doch seitdem wurde das Haus mit der Jugendstilfassade mehrfach verkauft. „Insofern erklärt sich die Standdauer des Gerüstes. Die durch die Aufstellung verursachten Kosten werden den jeweiligen Eigentümern in Rechnung gestellt“, heißt es jetzt in einer Information der Bezirksvertretung V. Und: „Letztmalig wurden am 5. Oktober 2018 die Ordnungsverfügungen auf den derzeitigen Eigentümer übergeleitet.“ Seitdem wurde im Grundbuch aber schon wieder eine Eigentumsübertragung vorgemerkt für einen neuen potenziellen Erwerber.

Weil die öffentliche Sicherheit durch herabfallende Fassadenteile auf den Gehweg durch das Gerüst jedoch behoben wurde, kann das Bauordnungsamt nicht eingreifen.

Bezirksvertreter Ralf Böing muss sich also weiterhin in Geduld üben ...

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