Bezirksvertretung V

Kungelei mit Awo nicht gewünscht

Das Friedrich-Ebert-Seniorenzentrum an der Schonnefeldstraße wird von Eigentümerin Sahle umgebaut, Betreiber ist aber die Awo Altenessen, die den Saal bisher der Bezirksvertretung zur Verfügung gestellt hat.

Das Friedrich-Ebert-Seniorenzentrum an der Schonnefeldstraße wird von Eigentümerin Sahle umgebaut, Betreiber ist aber die Awo Altenessen, die den Saal bisher der Bezirksvertretung zur Verfügung gestellt hat.

Foto: Rüdiger Hagenbucher

Altenessen.  Die Bezirksvertretung bezuschusst die Renovierung der Awo-Seniorenbegegnungsstätte in Karnap, wartet aber auf Rückkehr ins Awo-Seniorenheim.

Gibt es „Kungelgeschäfte“ zwischen SPD und Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Stadtbezirk V? Konkret: Solle die Awo der Bezirksvertretung V in Bezug auf Nutzung des Sitzungssaals im Altenessener Friedrich-Ebert-Seniorenheim „entgegenkommen“, weil diese die Renovierung der Karnaper Awo-Begegnungsstätte an der Timpestraße finanziert? Friedel Frentrop, Bezirksvertreter des Essener Bürgerbündnisses (EBB), forderte dies am Dienstag in der BV-Sitzung. Doch allein schon der Kungel-Vorschlag schreckte Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff (SPD) auf.

Saal steht vorerst nicht zur Verfügung

Ihren Ursprung hat die Diskussion in der Renovierung des Friedrich-Ebert-Seniorenzentrums an der Schonnefeldstraße. Traditionell tagt hier einmal im Monat dienstags die Bezirksvertretung. Dafür gäbe es gute Gründe, wie Hans-Wilhelm Zwiehoff zusammenfasste: Das Haus liegt mitten im Stadtteil und der Saal ist barrierefrei zu erreichen. Seit aber Hauseigentümer Sahle wegen der Einzelzimmer-Regelung das Haus umbaut, muss die Bezirksvertretung V ausweichen, zuletzt immer in die Verwaltungsstelle an der Altenessener Straße. Das wiederum brachte die Grünen auf die Palme, weil der Saal nicht barrierefrei zu erreichen ist. Alternativvorschläge wie etwa die Zeche Carl wurden, auch aus Kostengründen, abgelehnt.

Am Dienstag nun traf sich das Gremium im Gemeindesaal von St. Marien am Meersternweg in Karnap. Dort ging es auch um einen weiteren Zuschuss in Höhe von 12.500 Euro für die Begegnungsstätte in Karnap. Mit dem Geld sollen Außengelände und Garten verschönert werden. Insgesamt gewährte die Bezirksvertretung damit in den letzten drei Jahren 63.000 Euro aus eigenen Mitteln für das städtische Gebäude am Karnaper Markt. Angesichts dieser Summe stellte Friedel Frentrop einen Zusammenhang zwischen beiden Immobilien her. „Beim Friedrich-Ebert-Zentrum werden wir an der Nase herumgeführt“, stellte er mit Blick auf den bis heute ungeklärten Rückkehrtermin der BV fest. Er frage sich: „Liegt das an der Leiterin?“ Und forderte daher: „Die Awo sollte der Bezirksvertretung deshalb ein wenig entgegenkommen.“

Awo-Geschäftsführer Oliver Kern weist dagegen jeden Zusammenhang von sich. Bis Ende September, so hofft er, sei der Umbau des Altenheims abgeschlossen. „Es ist verabredet, dass wir dann auf die Bezirksvertretung zugehen.“ Grundsätzlich sprächen sich alle Abteilungen in der Awo für ihre Rückkehr aus. Doch die Heimleiterin müsse ihr Personal entsprechend dem Heimgesetz einsetzen, das heißt, es dürfe nicht „externe Dienstleistungen“ vollbringen, in dem es Saal für Bezirksvertretung herrichtet. Oliver Kern: „Dafür müssen wir Ehrenamtliche finden, die das tun.“

Obwohl er davon ausgeht, „dass wir es hinkriegen“, könne er der BV keine Garantie für deren Rückkehr aussprechen: „Es kann auch eine Verordnung geben, dass man die Räume nicht mehr zur Verfügung stellen kann.“

Unliebsame Spende verhindern

Eine besondere Note brachte noch Grünen-Sprecher Ahmad Omeirat ein. Er begründete seine Zustimmung zum Umbau-Zuschuss ausdrücklich mit der Verhinderung einer Spende des Karnapaer AfD-Ratsmitglieds Guido Reil: „Wir stimmen auch zu, besonders in der Ecke, bevor sich noch andere Spender reinschmeißen.“

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