Weihnachtszeit

Sauerländer verkaufen seit 30 Jahren Tannen in Stoppenberg

Lorenz Humpert (links), rechts sein Sohn Benedikt, verkauft seit 30 Jahren Weihnachtsbäume auf dem Barbarossaplatz in Stoppenberg.

Lorenz Humpert (links), rechts sein Sohn Benedikt, verkauft seit 30 Jahren Weihnachtsbäume auf dem Barbarossaplatz in Stoppenberg.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Stoppenberg.   Familie Humpert verkauft Weihnachtsbäume. Seit mittlerweile 30 Jahren kommt der Senior mit Nordmanntannen und Blaufichten nach Stoppenberg.

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Lorenz (62) und Benedikt Humpert (38) kommen aus dem Hochsauerlandkreis. Genauer gesagt, aus Meschede, Ortsteil Bestwig. Noch genauer, aus Berlar, einer 134-Seelen-Ortschaft mit dreistelligen Telefonnummern. Seit nunmehr drei Jahrzehnten zieht es den Vater – und seit mehreren Jahren auch den Sohn – in der Adventszeit auf den Barbarossaplatz in Stoppenberg, um Weihnachtsbäume zu verkaufen. Dafür nehmen sie Urlaub. Lorenz Humpert ist hauptberuflich bei der Caritas beschäftigt. Benedikt Humpert arbeitet in seiner sauerländischen Heimat für den RVR.

„Es war damals für uns schon ein Wagnis“

„Es war damals für uns schon ein Wagnis. Schließlich gehörten wir damals zu den Ersten, die ihre Bäume ohne Zwischenhändler direkt vor Ort verkauften“, erinnert sich der Senior inmitten der Bäume. Jeder ist mit einem farbigen Fähnchen markiert: gelb, rot, lila – je nach Größe. Im ersten Jahr – so schätzt der Senior – habe man vielleicht 150 Bäume verkauft. Heute seien es etwa 800.

Berlar – Stoppenberg und zurück

Gewöhnlich fahren sie in der Adventszeit sechs mal die Woche die Strecke Berlar – Stoppenberg und zurück. 240 Kilometer pro Tag. „Wir müssen ja mit dem Lkw neue Ware heranschaffen“, erzählt Lorenz Humpert. Gut 200 Bäume haben in dem Zaunrechteck, das an diesem Nachmittag noch gut gefüllt ist, Platz. Heute läuft der Verkauf noch etwas schleppend. Das Schlimmste sei – so Benedikt Humpert – das Warten. Erst recht dann, wenn die Witterung einen trotz entsprechender Kleidung und Tretens auf der Stelle frösteln lässt.

Wenn der Verkauf läuft, vergeht die Zeit wie im Flug

So wie vor drei oder vier Jahren, als in Stoppenberg Schnee lag. Immer dann leistet der kleine Wohnwagen aus Holland, gerade einmal so groß wie der SUV der Humperts, gute Dienste. Wenn der Verkauf läuft, vergehe die Zeit aber wie im Fluge. „Ab dem kommenden Wochenende wird es mehr werden“, ist sich Vater Humpert sicher.

Das Kaufverhalten habe sich im Laufe der Jahre verändert. Früher hätten viele Kunden bis auf den letzten Drücker gewartet. Heutzutage holten sich viele die Bäume schon eher ins Haus. Viele kommen zudem seit Jahren zu den Humperts. So wie die alte Dame, die jüngst eigens vorbeikam, um sich für dieses Jahr vom Bringservice abzumelden, den die Humperts auch anbieten.

„Manche kommen an mehreren Tagen, bis sie sich entscheiden“

Nicht alle Kunden sind so unkompliziert. Auch heute gibt es jene Zeitgenossen, die den Weihnachtsbaum-Kauf zu einem staatstragenden Ereignis machen, wobei es den perfekten Baum nicht gibt. „Manche kommen an mehreren Tagen, bis sie sich entscheiden“, weiß auch Benedikt Humpert um die Unentschlossenen. „Wir haben aber Geduld“, so sein Vater.

Lorenz Humpert hat die Entscheidung für Stoppenberg, die aus dem Bauch heraus erfolgte, nie bereut. „Viele Menschen denken, es sei damit getan, die Bäume zu fällen, zu transportieren und zu verkaufen. Doch das ist nicht so“, sagt Benedikt Humpert. Um aus einer Nordmanntanne oder einer Blaufichte einen schönen Weihnachtsbaum zu machen, gehöre mehr dazu.


„Die Bäume brauchen das ganze Jahr über Pflege“, betont der Vater. Knospen müssen herausgeschnitten werden, damit sie nicht zu breit würden. Gedüngt werden sie, damit ein kräftiges Grün herauskomme. Und die Spitzen müssten davor geschützt werden, dass sich Vögel auf sie setzen und sie abbrechen.

Der Rest kommt aufs Osterfeuer

An Heiligabend verkaufen die Humperts bis mittags die letzten Bäume, packen danach ein und ab nach Berlar. Und was passiert mit den Exemplaren, die diesmal keinen neuen Besitzer gefunden haben?

„Die kommen aufs Osterfeuer“, sagt Lorenz Humpert mit einem leichten Augenzwinkern.

>>> Nordmanntanne bleibt der Favorit der Kunden

Bis die Bäume die gewünschte Größe haben, dauert es seine Zeit. „Bis ein Baum zwei Meter hoch ist, vergehen acht bis zehn Jahre“, sagt Lorenz Humpert. Bei 2,50 Metern seien es gut 14 Jahre.

Die Nordmanntanne sei wegen weicher Nadeln und Langlebigkeit auch in diesem Jahr der Favorit der Kunden.

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