Sauer-Orgel

Der Sauer-Orgel im Bergmannsdom geht’s ans Hauptwerk

Ein Blick ins Innere der Sauer-Orgel im Bergsmannsdom: Kustos Lothar Jorczik auf der ersten Ebene des Hauptwerks.

Ein Blick ins Innere der Sauer-Orgel im Bergsmannsdom: Kustos Lothar Jorczik auf der ersten Ebene des Hauptwerks.

Foto: Thomas Gödde

Essen-Katernberg.   Der dritte von acht Abschnitten der Restaurierung der Sauer-Orgel im Bergsmannsdom steht an: das Hauptwerk. Dauer: Mai bis Oktober. Kosten: 40 000 Euro.

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Der dritte Abschnitt der Restaurierung der Sauer-Orgel in der Evangelischen Kirche am Katernberger Markt, dem sogenannten Bergmannsdom, steht an. Von Mai bis Oktober widmen sich die Orgelbauer aus dem Brandenburgischen dem Hauptwerk des Instruments, das aus dem Jahre 1901 stammt.

„Das Hauptwerk hat zwei Ebenen und ist von außen nicht zu sehen“, sagt Kustos Lothar Jorczik. Kustos kommt aus dem lateinischen und bedeutet wörtlich übersetzt Wächter. Lothar Jorczik sieht sich mehr als Betreuer und Begleiter. Bis Ende 2015 saß der staatlich geprüfte Musiklehrer und Kirchenmusiker nebenberuflich als Organist der Gemeinde bei Gottesdiensten am Spieltisch des 116 Jahre alten Instruments. Die Restaurierungsarbeiten, die seit 2007 in Auftrag gegeben wurden, begleitet der 63-Jährige aber weiterhin. Ehrensache. Und Herzensangelegenheit.

Rund 40 000 Euro wird der dritte Abschnitt kosten – plus Kost und Logis für die Orgelbauer. „Dann sind wir wieder pleite und müssen wieder Geld sammeln“, sagt Lothar Jorczik. Rund drei Jahre hat es gedauert, bis die knapp 40 000 Euro zur Restaurierung des Hauptwerks zusammen waren. „Ähnlich lang wird es wohl beim Abschnitt vier dauern“, vermutet der Kustos. In Katernberg hat man sich zum Prinzip gemacht, erst dann die Arbeiten durchführen zu lassen, wenn der Großteil der erforderlichen Summe beisammen ist. Abschnitt vier wird das Pedalwerk sein. Insgesamt werden bis zur kompletten Sanierung noch etwa 110 000 Euro benötigt – Preissteigerungen bis 2017 eingerechnet.

„Orgel des Monats April 2017“

Die Stiftung „Orgelklang“ wählte die Sauer-Orgel aus dem Bergmannsdom jüngst zur „Orgel des Monats April 2017“. 47 Förderungsanträge aus Gemeinden lagen für das Jahr 2017 vor. 22 wurden berücksichtigt. Die Begründung der Stiftung, warum die Wahl der Orgel des Monats auf Katernberg fiel, trägt die Überschrift „Was hier passiert, wird jeder hören“. Neben der Auszeichnung gab es eine Förderung von 3000 Euro, die in die im Mai beginnenden Arbeiten fließen werden.

Spiel auf drei Werken

Das Geld ist die eine Seite. „Die Wahl wurde auch in sozialen Medien veröffentlicht. Das hat unser Vorhaben einem größeren Kreis bekannt gemacht. Und es gab einige positive Reaktionen.“

Während die Orgelbauer aus dem Brandenburgischen ans Hauptwerk gehen, das etwa 830 Pfeifen umfasst, müssen die Gottesdienstbesucher nicht auf Musik auf der Sauer-Orgel verzichten. „Uns ist wichtig, dass die Orgel während der gesamten Arbeiten spielbar bleibt. Die Orgel hat vier Werke. Während das Hauptwerk restauriert wird, wird auf den übrigen drei Werken gespielt“, erklärt Lothar Jorczik. Schwellwerk, Unterwerk, Pedalwerk. Hier und da mag es etwas anders klingen. Wenn die Arbeiten im Oktober abgeschlossen sein werden, wird die Sauer-Orgel wieder über 27 ihrer 29 Stimmen verfügen. Damit kommt sie dem ursprünglichen Klang sehr nahe. Für ein „normales“ Gehör machen die fehlenden zwei Stimmen da eher wenig Unterschied.

Wie sich das restaurierte Hauptwerk anhören wird, davon können sich die Besucher am 5. November überzeugen. Zum „Wiedervorstellungskonzert“ wird der Belgier Étienne Walhain nach Katernberg kommen. Der Ausnahme-Organist begeisterte im vergangenen Jahr bereits die Musikfreunde.

Info: /ww.sauerorgel-bergmannsdom.de

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