Radwegenetz Altenessen

Radweg am Ziegelteich soll neuem Wohnhaus nicht im Wege sein

Diese Treppe zwischen Vogelheimer Straße und Rodemannstraße ist nicht nur für Seniorinnen wie Hildburg Lohmann ein ärgerliches Hindernis, auch Radfahrer stranden hier, weil eine Lücke im Radwegenetz klafft. Und nicht immer ist eine helfende Hand wie die von SPD-Chef Jürgen Garnitz in der Nähe, die beim Überwinden des Hindernisses hilft.

Diese Treppe zwischen Vogelheimer Straße und Rodemannstraße ist nicht nur für Seniorinnen wie Hildburg Lohmann ein ärgerliches Hindernis, auch Radfahrer stranden hier, weil eine Lücke im Radwegenetz klafft. Und nicht immer ist eine helfende Hand wie die von SPD-Chef Jürgen Garnitz in der Nähe, die beim Überwinden des Hindernisses hilft.

Foto: Klaus Micke

Essen-Altenessen.  In Altenessen klafft eine Lücke im Radwegenetz. Die Politik macht nun Druck und verbindet Genehmigung für Hausneubau mit dem Radweg-Weiterbau.

Fast 40 Jahre alt ist der Bebauungsplan Schonnefeldstraße/Bückmannshof. Angedacht war Anfang der 80er Jahre unter anderem die Verschwenkung der Vogelheimer Straße und ein Bürgerpark Bückmannshof mit ordentlichen Wegen durch das kleine Wäldchen rund um den Ziegelteich. Doch heute wäre man in der Bezirksvertretung V schon froh, wenigstens noch den Lückenschluss im Radwegenetz zwischen Bückmannshof und Vogelheimer Straße hinzubekommen. Außerdem könnte ein leidiges Grundstücksproblem mitgelöst werden. Aber noch ist das Zukunftsmusik.

Von der Magistrale zur Vogelheimer Straße

Wer mit dem Fahrrad von dem neuen Nord-Süd-Radweg „Magistrale“ entlang der Gladbecker Straße zum Bückmannshof abbiegt, landet im radfahrerischen Nirwana. Denn es klafft eine Lücke im Radwegenetz. Ohne gute Ortskenntnisse ist die Gefahr groß, in einer (Privat-)Sackgasse oder vor einer Treppe zu stranden.

Radweg und Einfahrt könnten sich in die Quere kommen

Die Lösung könnte ein Radweg zwischen den etwas versteckt im Wald stehenden Häusern Rodemannstraße 47-51 und dem Ziegelteich sein, also eine südliche Route. Doch dagegen wenden sich Bezirksbürgermeister Hans-Wilhelm Zwiehoff und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Jürgen Garnitz. Denn ein Anwohner möchte hier ein weiteres Wohnhaus errichten, dessen Zufahrt in diesen Radweg münden würde. Die Politiker haben nichts gegen den Neubau, doch sehen sie eine Gefahr, wenn sich die Wege von Autos und Radfahrern kreuzen und der Radweg im normalen Straßennetz fortgeführt würde. Eine Zufahrt über das Privatstück der Rodemannstraße verhindert das Veto von Nachbarn.

Radweg nördlich der Siedlung vorbeiführen

Deshalb nun der Vorschlag, den Radweg nördlich zwischen der ehemaligen Gärtnerei und der Wohnsiedlung vorbei zu führen. „Damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen“, wirbt Jürgen Garnitz für diese Lösung. Denn so könnte einerseits der – dann asphaltierte – Rad- und Gehweg an die bereits vorhandene Trasse zur Vogelheimer Straße angeschlossen werden. Davon profitierten besonders ältere Bürger, etwa aus dem Friedrich-Ebert-Seniorenheim, weil sie dann keine Treppe mehr überwinden müssten.

Zustimmung nur unter einer Bedingung

Außerdem könnte aus Sicht der SPD der Bauwunsch neu beraten werden, weil die Gefahrenquelle vermieden worden wäre. Allerdings klagen noch Nachbarn gegen den Bauvorentscheid der Stadt. Ende März, so ist zu hören, ist mit einer Entscheidung zu rechnen.

Hans-Wilhelm Zwiehoff ist aber entschlossen, die nördliche Route durchzudrücken: „Bevor dieser Weg planungstechnisch nicht da ist, werden wir keiner Bebauung zustimmen. Nicht, dass wir zustimmen, und hinterher kann sich niemand mehr dran erinnern . . .“

SORGE VOR VERNICHTUNG VON WALDFLÄCHE

Bereits vor zwölf Jahren war die kleine Siedlung im Wäldchen an der Rodemannstraße Thema in der Bezirksvertretung.

Ein Bürger warnte vor der Vernichtung von Waldfläche, falls der damals schon 20 Jahre alte Bebauungsplan umgesetzt und Häuser zu Lasten von Grünflächen geschaffen würden.

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