Kulturprojekt

Projekt beleuchtet das Leben im Essener Bezirk Zollverein

Auf Erkundungstour sind Bea Kießlinger, Matt White und Patricia Hepp (v.r.).

Auf Erkundungstour sind Bea Kießlinger, Matt White und Patricia Hepp (v.r.).

Foto: „Kultur im Revier“

Essen-Stoppenberg.   „Home Sweet Home“: Künstler des Vereins „Kultur im Revier“ beleuchten mit dem Projekt, was den Menschen in ihrem Viertel besonders wichtig ist.

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Genau hinschauen, den Blick schärfen. Für das, was einem tagtäglich begegnet, aber im ersten Moment eher unscheinbar erscheint. Man kann so viel entdecken in seinem Viertel, muss das jedoch auch wollen – und wissen, wo man denn gucken muss. So oder so ähnlich ziehen Künstler des Vereins „Kultur im Revier – für ein gutes Leben“ (KiR) seit knapp zwei Jahren durch den gesamten Stadtbezirk VI Zollverein und verfolgen dabei stets das eine Ziel: das Projekt „Home Sweet Home“ unter die Leute zu bringen.

Mit Katernberg fing 2016 alles an, Schonnebeck stand fortan im Fokus, und von Donnerstag an steht für noch einmal knapp eine Woche und lose Teil zwei der kreativen Erkundung Stoppenbergs auf dem Plan: Mit Judith Jaeger und Kristina Stetinger sowie den Künstlerkollegen Patricia Hepp und Matt White brachte Bea Kießlinger, Vorsitzende des Vereins „Kultur im Revier“ mit Sitz an der Karl-Denkhaus-Straße in Altenessen, dieses Projekt auf den Weg. Es wird gefördert mit Mitteln der Sozialen Stadt NRW aus dem Programm „Soziale Stadt – Investitionen im Quartier“. „Gemeinsam mit den Menschen vor Ort wollen wir herausfinden, was unsere Umgebung und unseren Lebensraum ausmachen, wo die vertrauten Orte sind“, so die 54-Jährige. Wichtig sei, was die Leute sagen, wie sie sich fühlen in den Vierteln, die für viele Heimat und Zuhause sind. In Katernberg wurden in Workshops die Besonderheiten von „daheim“ besprochen, garniert mit Fotos, kurzen Filmsequenzen und textilen Arbeiten.

Ähnlich auch die Vorgehensweise in Schonnebeck. Fragen über die Architektur und die Pflanzenwelt, über Gegenstände, Ornamente, Handarbeiten und, und, und. Vor allem die aus klassischem Grubentuch genähten Hüte gefielen, stellten die Verbindung zwischen Arbeit und Freizeit her. Aussagen, die für viele Schonnebecker ihren Stadtteil ausmachen, unterstreichen das: „Die Gemeinschaft. Wir sind Schonnebeck.“ Oder: „Egal welche Nation, wir haben alle zusammen gespielt und waren glücklich.“ Oder: „Schonnebeck: Gemeinsam statt einsam.“ Herrlich.

Finale der Erkundungs-Trilogie

Was am Ende alles bei der Erkundung Schonnebecks im Rahmen von „Home Sweet Home“ herauskam, ist seit wenigen Tagen in zwei Ausstellungen zu sehen (s. Infobox). Zudem eröffnen die Künstler am Sonntag die Installation „Hidden Paradise“ auf dem Schonnebecker Karl-Meyer-Platz und sind zudem beim Brunnenfest in Stoppenberg zu Gast.

Apropos Stoppenberg. Dort spielt das Finale der Erkundungs-Trilogie, sozusagen. Im Juni bereits waren Bea Kießlinger und ihre Kollegen vor Ort unterwegs, ab heute kann man sie ebenfalls in Stoppenberg antreffen, wenn man Glück hat. „Wir sitzen irgendwann auf dem Markt, sprayen, sticken, quatschen und fotografieren. Halten Sie also Ausschau nach uns.“

>>AUSSTELLUNGEN ZEIGEN DIE ERGEBNISSE

Die Ergebnisse, die der Verein „Kultur im Revier“ seit 2016 im Stadtbezirk VI Zollverein(Katernberg, Schonnebeck, Stoppenberg) zusammengetragen hat, sind seit wenigen Tagen in zwei Ausstellungen zu sehen. Zu den allgemeinen Öffnungszeiten und noch bis zum 27. Juli im Restaurant „Freizeitheim“ an der Steinmannshofstraße 32a und bei der Bonnekamp-Stiftung an der Bonnekamphöhe.

Am kommenden Wochenende, 7./8. Juli, sind Bea Kießlinger und ihre Mitstreiter mehrfach unterwegs. Samstag und Sonntag beim Brunnenfest in Stoppenberg, zudem wird die Installation „Hidden Paradise“ am Sonntag um 14 Uhr auf dem Schonnebecker Marktplatz eröffnet. Die gesamte „Home Sweet Home“-Trilogie wird zudem am 29./30. September beim Zechenfest auf Zollverein zu sehen sein.

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