Open Carl

„Open Carl“ holt viele Musiker auf die Bühne im Lichthof

Die Folk-Gruppe Colins Company überzeugte musikalisch und durch ihren mehrstimmigen Gesang. Fotos:Dietmar Mauer

Die Folk-Gruppe Colins Company überzeugte musikalisch und durch ihren mehrstimmigen Gesang. Fotos:Dietmar Mauer

Altenessen.   Bei „Open Carl“ gehen seit zwei Jahren (Hobby-)Musiker auf die Bühne. Die Stile sind so verschieden wie die Musiker. Auch Exoten sind dabei.

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Songs von John Lennon, Genesis, Simon and Garfunkel, Johnny Cash und die Melodie des Computerspiels „Super Mario“ an einem Abend und an einem Ort live zu hören, passiert nicht oft. „Open Carl“ in der Zeche mit dem selben Namen macht’s möglich. „Das ist es, was die Veranstaltung ausmacht“, sagt Bernhard Pflugradt.

Gemeinsam mit Mone Stodiek schafft er vor zwei Jahren die Möglichkeit, dass Amateur-Musiker, vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen, sich vor Publikum präsentieren können. Die Künstler zahlen nichts, die Zuhörer auch nicht.

24. Auflage von „Open Carl“

An diesem Mittwoch findet „Open Carl“ zum 24. Mal statt. Stodiek und Pflugradt sind nicht die Ersten, die so etwas aufziehen, aber das Ehepaar aus Karnap hat dem Format einen festen Platz in der Zeche Carl verschafft.

Teelichter in farbigen Gläsern vermitteln im Lichthof der Zeche Carl an diesem Abend ein adventliches Flair. Die große, geschmückte Tanne weist ebenso auf das nahende Fest hin.

Gut 50 Musiker und Zuschauer

Ansonsten ist es wie immer. Beginn ist um 20 Uhr. Auf einer Tafel steht mit Kreide die Reihenfolge der Auftritte – von Liz & Taylor bis Hard Jam Two geschrieben. Jedem gehört die kleine Bühne gewöhnlich für 20 Minuten. Heute sind’s ein paar mehr, weil es nur sieben statt der üblichen acht Auftritte sind. Vereinzelt kommen noch Menschen mit Koffern in der Hand in den Lichthof. In den großen versteckt sich meist eine Gitarre, in den kleinen eine Ukelele. Bis etwa 21 Uhr füllt sich der Lichthof. Am Ende sind es rund 50 Menschen – Zuhörer und Musiker zusammen. Im Publikum sitzen dabei nicht nur Frauen und Männer, denen „Woodstock“ noch gut im Gedächtnis ist. Auch ein paar jüngere Jahrgänge sind gekommen.

Folk mit wohlklingendem, dreistimmigen Gesang,

Liz & Taylor – sie singt, er spielt eine Gitarre der angesehenen Marke Martin – eröffnen den bunten Abend mit eher leisen Tönen. Killin’ Jane, ebenfalls eine Sängerin und ein Gitarrist, kommen da schon temperamentvoller daher. Und bei Colins Company, dem Folk-Quartett mit dem wohlklingendem, dreistimmigen Gesang, klatscht das Publikum im Rhythmus mit.

Und dann kommt Josh. „Wir hatten schon mal einen Mann mit einem Didgeridoo hier, aber so etwas noch nicht“, sagt Bernhard Pflugradt. Aber auch das gehöre ja zum Konzept. Jeder darf kommen und mitmachen – unabhängig vom Niveau seines Spiels. Und die Gitarre ist halt auch nicht Pflicht.

Fernöstliche Klänge auf der Tsugaru Shamisen

So setzt sich der 27-jährige Taiwanese Josh Chuang, der gerade in Essen ein Praktikum macht, auf den Hocker und beginnt gekonnt die drei Saiten der Tsugaru Shamisen zu zupfen. „Mal modern, mal traditionell“, wie er ankündigt. Seine Version von „Super Mario“ darf getrost zur Abteilung modern gezählt werden. „Ich habe von Open Carl heute Morgen auf Facebook gelesen und mir gesagt, da mache ich mit“, erzählt der junge Mann aus Fernost.

Gleich nach ihm kommt Tommy, der zweite Solist des Abends. Er spielt Gitarre und singt von Rot-Weiss Essen und Rhein-Herne-Kanal. Auf Ruhrpott-Deutsch. Mit „Tribute to Paula Neumann“ würdigt er seine verstorbene Oma – und ihren berühmten Nudelsalat. Dem Publikum gefällt’s.

Es ist kurz nach 23 Uhr, als Musiker und Gäste gemeinsam das Steigerlied singen. Es ist der Schlusspunkt – wie schon 23 Mal zuvor.

>>> Kulturprojekt „Carnap Art“ wurde 2009 gegründet

Simone Stodiek und Bernhard Pflugradt gründeten 2009 das Kulturprojekt „Carnap Art“. Die Idee war, in Karnap eine kleine, aber feine Kulturveranstaltung zu schaffen, auf der sich Akustik-Musiker mit gecoverten, gern auch mit eigenen Songs präsentieren können. Dies scheiterte u.a. an geeigneten Räumen. Im Januar 2017 startete die Kooperation mit der Zeche Carl.

Die nächste offene Bühne findet am Mittwoch, 30. Januar, ab 20 Uhr statt.

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