Bürgerdialog

OB Kufen: Lösung für Bauruine am Bahnhof Altenessen in Sicht

Die Bauruine gegenüber dem Altenessener Bahnhof soll weg.

Die Bauruine gegenüber dem Altenessener Bahnhof soll weg.

Foto: Klaus Pollkläsener / FUNKE Foto Services

Altenessen-Süd.  Lange gammelt der Bau gegenüber dem Bahnhof Altenessen-Süd vor sich hin. Nun bahnt sich offenbar eine Lösung an, so OB Kufen beim Bürgerdialog.

Die Kritik von Bürgern und Bezirksvertretung an der geplanten 16-geschossigen Bebauung auf dem ehemaligen Kutel-Gelände ist bei Oberbürgermeister Thomas Kufen auf offene Ohren gestoßen. In den Kampf gegen die Bauruine am Altenessener Bahnhof, einen Schandfleck des Stadtteils, kommt Bewegung. Das sind Ergebnisse des Bürgerdialogs, zu dem Thomas Kufen eingeladen hatte und rund 120 Altenessener am Montagabend (15. Juli) ins Zentrum der katholischen Gemeinde Herz Jesu an der Bäuminghausstraße gekommen waren.

Bebauung des Kutel-Geländes

Das Thema Kutel sprach Achim Gerhard-Kemper an. „Wenn so gebaut wird, dann ist hier richtig Hallas“, so der frühere Pfarrer, der im Treffpunkt-Süd eine Gruppe mit deutschen und zugewanderten Männern leitet. „Es muss in den Stadtteil passen. Dem Konsens, nicht so zu bauen, fühle ich mich verpflichtet“, antwortete Thomas Kufen. Dabei hielt er die Kopie eines Artikels dieser Zeitung hoch mit der Überschrift „Altenessener lehnen 16-geschossige Häuser ab“.

Ruine am Bahnhof Altenessen

Thomas Kufen war nicht allein gekommen, sondern wurde von Mitarbeitern der Verwaltung begleitet. So informierte Stefan Scheffel, Büroleiter von Bau-Dezernent Hans-Jürgen Best, zur jahrelang leerstehenden Bauruine gegenüber dem Bahnhof Altenessen, die mehrere Eigentümer hat. „Wir wollen auch, dass sie wegkommt. Wir haben eine Abrissverfügung verschickt“, erklärte Scheffel. Dagegen könne innerhalb eines Monats nach Zugang geklagt werden. „Passiert das nicht, werden wir das Haus selbst abreißen“, fuhr Stefan Scheffel fort. Für den Abriss – im Raum stehen etwa eine Million Euro – müsse die Stadt aufkommen. „Wir müssen dann sehen, wie wir unser Geld wieder zurückbekommen, aber das ist es wert. Es kommt Bewegung in die Sache“, versprach auch Thomas Kufen. Die Altenessener vernahmen es mit Wohlwollen.

Vermüllung

Ein Bürgerdialog in Altenessen-Süd ohne das Thema Vermüllung wäre ein Unding gewesen. Thomas Sterner, der einst die Aktion „Sauberes Altenessen“ gründete, rechnete den Anwesenden vor, dass es die Stadt etwa sechs bis sieben Millionen Euro im Jahr koste, illegalen Müll zu entsorgen. „Ja, wir räumen hinter den Menschen her. Aber was ist die Alternative? Den Müll liegen lassen?“, fragte Thomas Kufen zurück. Es gebe offenbar immer mehr Menschen, die sich an Vermüllung nicht störten. „Das ist ein asoziales Verhalten“, wurde Kufen deutlich. Allein 6000 Eingänge beim städtischen Mängelmelder seien abgeräumt worden. Um die Verursacher zur Verantwortung ziehen zu können, müsse man sie allerdings auf frischer Tat ertappen. Über eine Erhöhung der Bußgelder werde aber nachgedacht.

„Vergehen müssen konsequent sanktioniert werden. In der Gelsenkirchener Innenstadt hat das zum Beispiel bei Zigarettenkippen nach recht kurzer Zeit zu Erfolgen geführt. Damit die Menschen in Essen wissen, was ihnen droht, sollten Sie in jeden Haushalt einen Bußgeld-Katalog schicken“, schlug Thomas Sterner dem Stadtoberhaupt vor.

Fassaden Gladbecker Straße

(Sperr-)Müll und Verkehrsbelastung sind auf der Gladbecker Straße, Altenessens Hauptverkehrsader, ein Thema. Seit gut drei Jahren gibt es aber einen weiteren Dauerbrenner. Susanne Demmer beklagte erneut, dass einige Hauseigentümer sich vergeblich bemühen, über die „Soziale Stadt“ an Fördermittel aus dem Hof- und Fassadenprogramm zu bekommen. Nach Ansicht der Stadt würde die Luft besser durch die Gladbecker strömen können, wenn zehn Häuser weiter zurück von der Straßenkante stünden. Die Stadt wolle die Häuser kaufen und abreißen. „Wer verkaufen will, verkauft. Wenn sie nicht verkaufen wollen, bleiben sie stehen“, so Thomas Kufen. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen und solange könne es auch keine Fördermittel aus dem Fassadenprogramm geben.

Verkehr in Nebenstraßen

Der Verkehr ist auch im Umfeld der Gladbecker Straße ein Thema. Eine Anwohnerin der Ellernstraße beklagte, dass der Charakter der Fahrradstraße immer mehr verloren gehe. „Immer mehr Autofahrer nehmen die Ellernstraße als Abkürzung.“ Die Folge: Der Verkehr komme in der engen Straße oft zum Stehen und es werde immer öfter gehupt. Und abends werde die Straße, in der nur Tempo 30 erlaubt sei, zu einer Rennstrecke.“ Der Beifall zeigte, dass davon offenbar auch andere Nebenstraßen betroffen sind. „Der Durchgangsverkehr müsse raus“, forderten Teilnehmer des Bürgerdialogs. „Ich höre das in der Form das erste Mal“, räumte der Oberbürgermeister ein. Einen Lösungsansatz dafür zu finden, nahmen er und Ulrich Franzen (Amt für Straßen und Verkehr) als Hausaufgabe mit.

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