Gesamtschule Nord

Niederländische Studentinnen geben Tipps für gutes Lernklima

Annkatrin Beiler, Maria Niestegge und Lara Piaskowy haben eine Arbeit über das Sozialverhalten der Schüler der Gesamtschule Nord geschrieben.

Annkatrin Beiler, Maria Niestegge und Lara Piaskowy haben eine Arbeit über das Sozialverhalten der Schüler der Gesamtschule Nord geschrieben.

Foto: STEFAN AREND / FUNKE Foto Services

Vogelheim.  Die Gesamtschule Nord hat nicht den besten Ruf. Das verstehen die drei Studentinnen aus Nijmegen nicht, die das Sozialverhalten untersuchten.

Die Gesamtschule Nord hat ungewöhnliche Unterstützung erhalten: Drei Sozialpädagogik-Studentinnen der Uni Nijmegen (Niederlande) haben die Schule über Monate besucht, Beteiligte gesprochen – und ein Projekt ins Leben gerufen, das langfristig das Zusammenleben auf dem Schulhof und in den Klassenzimmern verbessern soll.

Dabei: „Vieles läuft an dieser Schule schon sehr gut, und es gibt zahlreiche Maßnahmen, um den Alltag von Schülern und Lehrern gut zu gestalten“, befindet Studentin Maria Nestegge. „Erstaunlich ist“, ergänzt ihre Kommilitonin Lara Piaskowy, „dass der Ruf der Schule trotzdem nicht in allen Stadtteilen gut ist. Obwohl es hier ein sehr großes Engagement gibt.“

Das Image schlägt sich regelmäßig in den Anmeldezahlen nieder

Das Image schlägt sich regelmäßig in den Anmeldezahlen nieder: Die Gesamtschule Nord gehört regelmäßig zu den Gesamtschulen im Stadtgebiet, die nach den ersten Anmeldungen noch freie Plätze haben. „Es wird viel Negatives geredet von denen, die die Schule nie von innen erlebt haben“, sagt Studentin Ann-Kathrin Beiler. Dieses Schicksal teilt die Gesamtschule Nord übrigens mit vielen anderen Schulen zwischen Karnap und Kettwig.

Schulleiter Wolfgang empfing die Studentinnen mit offenen Armen

Deshalb empfing Schulleiter Wolfgang Erdmann die Studentinnen mit offenen Armen – durch einen privaten Kontakt war die Idee entstanden, dass die drei angehenden Sozialpädagoginnen ihre Abschluss-Arbeit über die Gesamtschule Nord schreiben. Ihr Befund: „Es gibt hier auch Mobbing, Pöbeleien und vor allem sprachliche Gewalt, das ist an anderen Schulen natürlich auch so“, sagt Ann-Kathrin Beiler. „Dagegen steht ein hohes Maß an kreativer Arbeit, die hier geleistet wird, und die aber nur wenig wahrgenommen wird.“ Die Gesamtschule Nord veranstaltet regelmäßig große Konzerte und Ausstellungen; doch die Schule ist trotz ihrer jahrzehntelanger Tradition nicht optimal im Stadtteil verankert.

Die kurzfristige Lösung heißt: Mehr Spielen!

Die kurzfristige Lösung für eine bessere Atmosphäre im Alltag heißt: Mehr Spielen! Die Schule erhält Spielmaterial für den Schulhof, mit dem sich die Schüler in den Pausen beschäftigen sollen – angeleitet von älteren Schülern, die zu Spielleitern ausgebildet wurden. „Es geht um Bewegungsspiele, zum Beispiel mit Schwungtüchern.“ Das sind großformatige Stofflaken, wie Fallschirme, die Schüler halten sie im Kreis fest und balancieren darauf zum Beispiel einen Ball. „Die Spiele fördern das Miteinander, kommen weitgehend ohne Sprache aus und bilden den Teamgeist“, sagt Lara Piaskowy.

Der Förderverein der Schule wird dafür sorgen, dass entsprechende Spiele angeschafft werden.

Das große Ziel: „Die Schüler sollen stolz auf ihre Schule sein“, sagen die Studentinnen, „das wirkt sich sofort aufs Selbstbewusstsein und damit auf die Lern-Atmosphäre aus.“

Mit Maßnahmen wie diesen will Schulleiter Wolfgang Erdmann erstens konkret etwas für die Verbesserung des Schulklimas tun, und zweitens: „Wir müssen im Gespräch bleiben, und zwar mit positiven Angelegenheiten.“

Die Studentinnen aus Nijmegen hatten übrigens nicht nur die Schule inspiziert, sondern auch Stadtteilkonferenzen besucht. Ihr Fazit: „Die Schule verdient es, besser wahrgenommen zu werden über den Kreis der Multiplikatoren und Experten hinaus.“

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