Café-Eröffnung

Neues Café in Altenessen soll Wohnzimmer fürs Quartier sein

Im ehemaligen Walter-Wolff-Gemeindehaus in Essen-Altenessen ist ein Stadtteilzentrum entstanden.

Im ehemaligen Walter-Wolff-Gemeindehaus in Essen-Altenessen ist ein Stadtteilzentrum entstanden.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Essen-Altenessen.  Das neue Café im Stadtteilzentrum KD 11/13 in Essen-Altenessen eröffnet am 7. November. Im „Quartierswohnzimmer“ finden Veranstaltungen statt.

Endlich ist es soweit: Das Stadtteilzentrum KD 11/13 an der Karl-Denkhaus-Straße in Essen-Altenessen öffnet seine Pforten für alle. Schon seit Sommer 2018 beherbergt das ehemalige evangelische Walter-Wolff-Gemeindehaus die Büros verschiedener Vereine, außerdem können dort Seminar- und Veranstaltungsräume gemietet werden. Am Donnerstag, 7. November, eröffnet nun das „Quartierswohnzimmer“ – ein Café, das Anlaufstelle und Treffpunkt im Quartier werden soll.

„Das Café soll – im wahrsten Sinne des Wortes – ein Wohnzimmer für den gesamten Stadtteil werden“, sagt Kristina Wedland, Geschäftsführerin der gemeinnützigen GmbH KD 11/13. Jung und Alt können sich dort bald zu Kaffee und Kuchen, einer Partie Skat oder einfach zum Plaudern treffen. Den kulinarischen Teil übernimmt der gemeinnützige Verein „Dein Kult“: „Dort bekommen junge Menschen, deren Lebenslauf nicht ganz gerade verlaufen ist, die Chance, erste Arbeitserfahrungen in der Gastronomie zu sammeln“, erklärt der ehemalige Pfarrer Willi Overbeck, der seit 2016 an der Planung des Stadtteilzentrums beteiligt war. Ab 8. November ist das Café sieben Tage in der Woche geöffnet, sonntags bis donnerstags von 9 bis 22 Uhr und freitags und samstags von 9 bis 23 Uhr.

Quartiershausmeister ist der erste Talkgast

Auch Veranstaltungen werden im „Wohnzimmer“ stattfinden. Den Anfang macht die erste Runde „Couchgespräche“ am 7. November um 19 Uhr. Im Rahmen dieses Gesprächsformats werden regelmäßig Menschen aus Altenessen aus ihrem Alltag erzählen und zum Dialog über den Stadtteil einladen. Beim ersten Termin ist Quartiershausmeister Stefan Maass zu Gast, der von seinem Berufsalltag erzählen wird: Was macht ein Quartierhausmeister überhaupt – und wo liegen die Schwierigkeiten des Berufs?

Auch sonst hat sich einiges getan in dem 2600 Quadratmeter großen Bau an der Karl-Denkhaus-Straße. „Schon vier Monate nach der Eröffnung waren alle Räume vermietet“, freut sich Overbeck. Heute finden in der Begegnungsstätte unter anderem Sprach- und Integrationskurse statt, das Zukunftsbildungswerk Bildung hat Räumlichkeiten gemietet, genau wie verschiedene Kulturvereine, der Essener Bund für Migrantenvereine, die Neue Arbeit der Diakonie und die Arche Noah. Einige von ihnen haben eigene Büros gemietet, andere sitzen zusammen in weitläufigen Coworking-Spaces.

Ehemaliges Gemeindehaus bleibt für Vereine erhalten

„Das KD 11/13 ist ein Ort der Vielfalt und des Zusammenkommens“, sagt Overbeck. Gerade viele Moscheevereine hätten es oft schwer, Räumlichkeiten zu finden – so gehe ein Stück gesellschaftlicher Teilhabe verloren. „Ich sehe uns christliche Gemeinden in der Pflicht, Gebäude zu erhalten – wenn wir sie nicht mehr füllen können, dann eben andere“, sagt Overbeck mit Bezug auf rückläufige Mitgliederzahlen der evangelischen und katholischen Kirchen.

Für die Zukunft stehen Sanierungsarbeiten im KD 11/13 an: neue Sanitäranlagen, Wärmedämmung und vor allem der Umbau des großen Saals, der mit geplanten 450 Sitzen zum Herzstück des Stadtteilzentrums und zum größten Saal des Essener Nordens werden soll. Auch eine größere Küche soll entstehen. Die KD 11/13 GmbH hat dafür über das Programm „Initiative ergreifen“ vier Millionen Euro Städtebaufördermittel beim Land NRW beantragt, über deren Bewilligung noch entschieden wird. Der Start der Sanierung ist frühestens für 2021 geplant.

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