Neuer Radweg

Neuer Radweg soll auf alter Bahntrasse entstehen

Noch radeln Radfahrer unter der alten Bahnbrücke an der Twentmannstraße durch den Helenenpark. Der neue Radweg würde über die Brücke führen – auch an der Tuttmannstraße und an der Lierfeldstraße.

Noch radeln Radfahrer unter der alten Bahnbrücke an der Twentmannstraße durch den Helenenpark. Der neue Radweg würde über die Brücke führen – auch an der Tuttmannstraße und an der Lierfeldstraße.

Foto: Klaus Micke / FUNKE Foto Services

Essen-Stoppenberg.  Ein Radweg zwischen dem ehemaligen Bahnhof Stoppenberg und dem Bahnhof Altenessen könnte auf der alten Bahntrasse entstehen. Pläne gibt es schon.

Die Bezirksvertreter in Stoppenberg und Altenessen sind sich längst einig: Ein Rad- und Fußweg auf der alten Bahntrasse vom ehemaligen Bahnhof Stoppenberg zum Bahnhof Altenessen wäre eine gute Sache. Und Grün und Gruga hat offensichtlich schon eine Idee, wie dies aussehen könnte. Zumindest stellte sie den Stadtteilparlamenten im Bezirk V und VI einen ersten, detaillierten Entwurf vor.

Bezirksbürgermeister Michael Zühlke (BV VI) zeigt sich auf der Sitzung vom 18. September angenehm überrascht: „Da haben die Pläne offensichtlich schon in der Schublade von Grün und Gruga geschlummert. Wir sind auf jeden Fall dafür, dass diese Pläne weiterverfolgt und tunlichst umgesetzt werden.“

Radweg führt über alte Bahnbrücken durch den Helenenpark

Die besagte alte Bahntrasse führte als zum Teil zweigleisige Bahntrasse von Essen-Hauptbahnhof bis Gelsenkirchen-Zoo. In den Jahren 1970 bis 1978 wurde sie auf einer Länge von fünf Kilometern stillgelegt, wobei auch der Bahnhof Stoppenberg auf der Strecke blieb. Auch der Abzweig des Anschlussgleises der Zeche Helene zum Bahnhof Altenessen wurde damals aufgegeben. Damals existierte noch die Verbindung zur Güterstrecke Rheinische Bahn (heute teilweise als Radweg ausgebaut und als Radschnellweg RS 1 geplant) und zur Zeche Zollverein.

Heute liegen die einzig noch vorhandenen Gleisanlagen samt der alten Brücken Tuttmannstraße und Twentmannstraße im Bereich des Helenenparks. Vom Abzweig zum Bahnhof Altenessen zeugt heute noch eine alte Bahnbrücke über die Lierfeldstraße. Diese Brücken bilden im vorgestellten Konzept eine im Wortsinn tragende Rolle, würde der Radweg doch eben über diese führen. Da am Helenendamm die Bahntrasse zugunsten des Straßenverkehrs zurückgebaut wurde, wurde die Trasse jedoch unterbrochen.

Eine neue Verbindung über die alte Bahntrasse durch den Helenenpark ist laut Grün und Gruga dennoch möglich. So könnte die unterbrochene (Bahn)-Verbindung am Helenendamm künftig ein aufgeständerter Radweg parallel zum Helenendamm und über seinen Scheitelpunkt bis zum Kaiser-Wilhelm-Park übernehmen. Da der enge Durchlass am Graitengraben, ein steinalter, mit Naturstein gemauerter Tunnel, zum Kaiser-Wilhelm-Park im Zuge der geplanten Parkumgestaltungen zurückgebaut werden soll, wäre dort eine neue Brücke notwendig. „Das wäre dann der Fall, wenn der Tunnel komplett beseitigt würde“, sagt Martin Schlauch, SPD-Ratsherr für Altenessen-Süd.

A 52-Planung ist kein Hindernis für das Radweg-Projekt in Essen-Stoppenberg

Auch der ehemalige Abzweig Richtung Bahnhof Altenessen beziehungsweise zum neu gebauten Altenessen-Süd Karree sowie zum ebenfalls in Planung befindlichen Grünzug Zangenstraße (siehe Grafik) könnte in das Projekt mit einbezogen und wiederhergestellt werden. „Dazu müsste allerdings die Brücke über der Lierfeldstraße saniert oder gar gänzlich erneuert werden“, erfuhr Michael Zühlke von Grün und Gruga. Fortgesetzt würde der neue Radweg dann über die Berne-Brücke und über eine noch zu schaffende aufgeständerte Verbindung über die Altenessener Straße hinweg, um eine kreuzungsfreie Verbindung zum Grünzug Zangenstraße zu gewährleisten.

Zwar sei in Gegenrichtung eine Verbindung zur Essener Innenstadt und damit auch zum geplanten Radschnellweg direkt über die alte Bahntrasse nicht mehr möglich, doch Radfahrer könnten künftig über die Fahrradstraßen Seumannstraße und Am Freistein zum RS 1 gelangen. „In der Quintessenz würde so also eine durchgehende Nord-Süd-Verbindung jenseits der Hauptverkehrsstraßen geschaffen“, lobt Ratsherr Martin Schlauch.

Positives Echo aus der Politik

Dass die alte Bahntrasse innerhalb der Linienführung der geplanten A52 liegt, bereitet Grün und Gruga, aber auch den Ortspolitikern keine Kopfschmerzen. Zühlke: „Der Autobahnbau ist Zukunftsmusik von übermorgen. Da reden wir von 20 bis 30 Jahren. In dieser Zeit könnte man das Areal sinnvoll nutzen. Und Martin Schlauch ergänzt: „Selbst wenn die A52 realisiert werden sollte, auch wenn ich nicht an die Umsetzung glaube, müsste der neue Radweg noch lange nicht darunter leiden. Das ist alles eine Frage der Abstimmung.“

Und auch wenn es sich bei dem von Grün und Gruga vorgestellten Planspiel bislang nur um erste Überlegungen handelt, die weiter konkretisiert werden müssten, so kann Ratsherr Schlauch das Konzept nur begrüßen: „Ich werde diese Planung unterstützen. Nicht zuletzt deshalb, weil ich selbst ein passionierter Radfahrer bin.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben