Lesebuchkreis Altenessen

Lesebuchkreis Altenessen stellt historischen Kalender vor

Der Schweinemarkt um 1910.

Der Schweinemarkt um 1910.

Foto: Lesebuchkreis Altenessen

Essen-Altenessen.   Allein die Schwarz-Weiß-Bilder üben große Anziehungskraft aus. Erst mit den Texten werden sie aber zum Altenessener Kalender 2019.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die Mitglieder des Lesekreises Altenessen sind mal wieder in die Tiefen der Archive getaucht, um Wissenswertes aus der Geschichte des Stadtteils zu Tage zu fördern. Herausgekommen ist der Kalender 2019. Historische Bilder, neue Texte. „Das habe ich selbst vor 20 Jahren nicht gedacht“, sagt Christoph Wilmer. Der Leiter des Lesebuchkreises widmet das Januar-Blatt dem Emscherumbau und verdeutlicht an Hand der Berne die Entwicklung. Hier das Foto der Berne, nachdem sie 1931 über die Ufer getreten war, dort das aktuelle Bild mit dem renaturierten Flüsschen.

Zeitweise größter Schweinemarkt Westdeutschlands

„Schweinemarkt – das ist als Ortsbezeichnung nur noch den Älteren bekannt“, vermutet Christoph Wilmer. Dabei hatte das Gelände gegenüber des Bahnhofs Altenessen, wo heute das Süd-Karree entsteht, bis zum 2. Weltkrieg eine überregionale Bedeutung, als zeitweise größter Schweinemarkt Westdeutschlands. Dabei bestand ein direkter Zusammenhang zwischen Eisenbahn und Schweinehandel. 1847 sei – so Wilmer – die Köln-Mindener Eisenbahn als erste Bahnstrecke im Ruhrgebiet eröffnet worden. Der erste Bahnhof auf dem heutigen Essener Stadtgebiet war der in Altenessen. Mit der Eisenbahn kamen Zechen. Der Handel florierte. Und die Schweinehändler kamen.

Georg Melches und Rot-Weiss Essen

Andreas Doczekala, Mitglied des Lesekreises, verband seine Leidenschaft für Fußball und seinen Lieblingsverein Rot-Weiss zu einem geschichtlichen Blick auf das Leben von Georg Melches und das nach ihm benannte Stadion. Mit Melches’ beruflichem Aufstieg ging der Aufschwung von Rot-Weiss einher. Und die Entwicklung des Stadions. Die erste Spielstätte lag in unmittelbarer Nähe der Zeche Emil-Emscher, wo Georg Melches seine berufliche Laufbahn begann. Anfang 1920 erfolgte der Umzug an die Hafenstraße. Melches nutzte seine berufliche Position für den Verein. So bot er der Baufirma Hochtief einen Teil des Geländes an der Hafenstraße als Schutt- und Abraumhalde an. Der Nutzen für Rot-Weiss: Aus dem Schutt errichteten Mitglieder und Bergarbeiter neue Stehränge. Mäzenatentum in den 1920er-Jahren.

Emotionales und gleichzeitig historisches Kapitel

Ein besonders emotionales und gleichzeitig historisches Kapitel befasst sich mit dem Streb- und Streckenbruch auf Emil-Emscher im Jahre 1969. Vier Bergleute wurden verschüttet, fünf weitere waren eingeschlossen. Wer kann die Schwankungen zwischen Hoffen und Bangen besser beschreiben als jemand, der dabei war. Einer der eingeschlossenen Bergleute machte Notizen während der 80 unfreiwilligen Stunden auf 670 Meter Tiefe.

Die Rolle der Gärten, die Gasversorgung, die Zweigertbrücke, der Ausbau der Gladbecker Straße, das Kuhlhoffbad oder die Eröffnung der U-Bahn sind weitere Schätze, die die Mitglieder des Lesebuchkreises gehoben haben.

>>> Lesebuchkreis trifft sich 14-tägig

Der Altenessener Kalender kostet 6 Euro und ist bei Tabak Mundt an der Altenessener Straße 432 erhältlich.

Die Mitglieder des Lesebuchkreises Altenessen treffen sich vierzehntägig montags um 18 Uhr in der ehemaligen Bahnhofschule (Eingang im Hof) an der Altenessener Straße 196. Gäste sind willkommen. Mehr Info bei Christoph Wilmer, 32 44 16.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben