AM FREISTEIN

Künstler gestalten Hauswand am Freistein im Nordviertel

Ollie Rose (links) und Jan Schoch vor ihrem Werk.

Ollie Rose (links) und Jan Schoch vor ihrem Werk.

Foto: Klaus Micke

Essen-Nordviertel.   Jan Schoch und Olli Rose sorgen für mehr Farbe in der Stadt. Ihr jüngstes Werk an einer Hauswand im Nordviertel wurde am Freitag fertig.

Die Hauswand Am Freistein/Ecke Altenessener Straße unterschied sich lange Zeit nicht von Tausenden anderer in dieser Stadt. Einheitsgrau. Im Herbst vergangenen Jahres machten sich dann Jan Schoch (38) und Olli Rose (48) mit Sprühdose, Pinseln und Farbe ans Werk. Am Freitag war es vollendet.

Auf der etwa 100 Quadratmeter großen Fläche überwiegen nun kräftige Farben. Eine Raupe, ein Hase, Fliegenpilze, ein angebissener Apfel, eine Elster mit einem Ring im Schnabel und am Rand ein Baum mit Augen (er ähnelt dem aus „Zauberer von Oz“) sind zu sehen. Ein riesiger Baum streckt sich in der Mitte des Werkes in die Höhe. In seinem oberen Geäst verfangen sich drei Augen. „Ich habe viele persönliche Dinge in dem Bild verarbeitet“, sagt Olli Rose, der seit gut 20 Jahren in Essen hauptberuflich ein Tattoostudio betreibt.

Zur Hauswand kamen die Künstler per Zufall

Über das Tätowieren kamen die beiden Männer auch in Kontakt. Jan Schoch, der in Essen schon einige Werke dieser Art gemacht hat, wollte sich bei Olli Rose ein Tattoo stechen lassen. Sie kamen ins Gespräch. „Ich wollte neben dem Tätowieren immer schon etwas Künstlerisches wie solche Bilder malen“, sagt der 48-Jährige.

An die Wand „Am Freistein“ kamen sie durch einen Zufall. Der Hausbesitzer hatte Jan Schoch beauftragt, in seiner Tennishalle in Mülheim etwas zu gestalten. „Bei solchen Auftragsarbeiten geht es meist um sachliche Darstellungen“, so Schoch. Hier die realistisch gemalten Tennissbälle, dort die kreative Freiheit des Motivs. „Einzige Bedingung des Hausbesitzers war, dass es nicht zu gruselig werden sollte. Etwas Schönes halt“, lacht der 38-Jährige, dessen Freundin Cosima eine Raupe und einen Falter zum Gesamtwerk beitrug.

Schoch ist der Sprayer, Rose der Maler

Schoch ist der Sprayer, Rose der Maler, der mit maximal 1,5 Inch (etwa vier Zentimeter) breiten Pinseln arbeitete. „Der obere, großflächigere Teil ist gesprüht, die feinen Figuren meist gemalt“, sagt Jan Schoch. Und die Grundierung natürlich gerollt. Eine vorherige Skizze gab es nicht. Grundidee war „etwas mit einem Baum“. Das andere habe sich von Mal zu Mal entwickelt.

200 Euro für 200 Stunden

Reich wurden Schoch und Rose durch die Gestaltung der Hauswand nicht – obwohl der Gerüstbauer einen Freundschaftspreis machte und das städtische Kulturbüro das Projekt mit 1500 Euro förderte. „Unterm Strich blieben 200 Euro für jeden. 200 Euro für etwa 200 Stunden. Da könnte ich mich besser mit einem Hut auf die Kettwiger setzen“, sagt Olli Rose. Die beiden sehen das gemeinsame Projekt als eine Art Eigenwerbung. Deshalb ist das Werk – genau genommen – noch nicht komplett. Demnächst soll ein Schild mit „www.forceandfire.de“ auf die Urheber hinweisen.

>>> KULTURBÜRO FÖRDERT 50 PROJEKTE PRO HALBJAHR

  • Das Kulturbüro fördert pro Halbjahr etwa 50 Projekte. Das reicht von Musik, Bildende Kunst bis Stadtgeschichte. Die Antragsfristen sind 31. März und 30. September eines Jahres.
  • Die Fördermittel stammen überwiegend nicht aus dem Haushalt, sondern von Stiftungen. Info: 8841202.

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