Bürgerprotest

Katernberger Bürger wollen mobilen Imbiss am Markt retten

Markus „Schnapper“ Schmidt muss seinen Grillkasten, der zurzeit auf dem Katernberger Markt vor dem Begegnungszentrum Kon-Takt steht, vorerst schließen. Das Presbyterium erhob Einwände gegen den mobilen Imbiss.

Markus „Schnapper“ Schmidt muss seinen Grillkasten, der zurzeit auf dem Katernberger Markt vor dem Begegnungszentrum Kon-Takt steht, vorerst schließen. Das Presbyterium erhob Einwände gegen den mobilen Imbiss.

Foto: Nadine Przystow / FUNKE Foto Serivces

Katernberg.  Anfang Juli bezog „Schnappers Grillkasten“ Quartier auf dem Katernberger Markt. Nun musste er vorerst schließen. Das Presbyterium erhob Einwände.

Eine herzhafte Currywurst mit Pommes rot-weiß für hungrige Kunden auf dem Katernberger Markt: Für Johannes Maas war dies eine vorzügliche Idee. Für sein kulinarisches Projekt gewann der Vorsitzende des örtlichen Werberings ein Katernberger Original: Markus „Schnapper“ Schmidt (50), legendärer Torwart und Co-Trainer der Sportfreunde Katernberg, der seit drei Jahren seinen mobilen „Grillkasten“ betreibt. Doch kaum hat Schmidt seinen rollenden Imbiss vor dem Begegnungszentrum Kon-Takt eröffnet, da muss er auch schon wieder schließen. Das Presbyterium erhebt Einwände. Doch es besteht Hoffnung, dass die Katernberger schon bald wieder in der Genuss seiner Leckereien kommen.

Entdeckt hatte Johannes Maas „Schnappers Grillkasten“ in Stoppenberg, auf seinem angestammten Platz an der Langemarckstraße: „Ich finde, dass so etwas in Katernberg einfach fehlt“, sagt er. Schnell wurde man sich einig, auch weil sich Betreiber Markus Schmidt in Katernberg bessere Umsätze versprach. Und so bezog Schnappers Grillkasten am 2. Juli Quartier am Katernberger Markt. „Allerdings nicht, ohne zuvor den evangelischen Pastor Jens Kölsch-Ricken, Vorsitzender des Presbyteriums, mit ins Boot zu holen“, wie Johannes Maas betont. „Auch mit Matthias Rochel, dem Leiter des Kon-Takt, stehen wir im ständigen Austausch.“

Geschäft brummt vom ersten Tag an

Die Rechnung ging auf: „Der Laden brummte vom ersten Moment an“, sagt Markus Schmidt. Schnappers selbstgemachte Currysoße traf ebenso den Geschmack der Kundschaft wie seine lockeren Sprüche: „Ich habe erst vor einem Jahr die Fußballschuhe an den Nägel gehängt, war vor drei Jahren noch bester Torhüter bei den Essener Hallenstadtmeisterschaften. Da kommen die Leute gerne vorbei, um mit mir über König Fußball zu plaudern.“ In kürzester Zeit habe er sogar so etwas wie Stammkunden gewonnen, die zweimal pro Woche vorbeischauten.

Auch Pastor Kölsch-Ricken vernahm ausnahmslos positive Signale: „Alle Kunden, mit denen ich sprach, haben sich gefreut“, erklärt der Seelsorger. „Und seit der Grillstand eröffnete, hat die Vermüllung rund um das Begegnungszentrum Kon-Takt deutlich abgenommen. Der Betreiber machte ja regelmäßig seine Runde mit dem Besen und die Leute haben einfach mehr darauf geachtet.“ Für ihn sei diese besondere Form sozialer Kontrolle ein schöner Nebeneffekt gewesen.

Presbyterium entscheidet sich mehrheitlich gegen den Imbiss

Umso verwunderter und auch enttäuscht sei Pastor Kölsch-Ricken daher gewesen, dass seine Argumente bei der Sitzung des Presbyteriums am 9. Juli kein Gehör fanden. „Der Vorstand lehnte den Imbiss mehrheitlich ab. Am Freitag darauf habe ich Herrn Schmidt den Beschluss persönlich mitgeteilt, am Samstag war der Imbiss schon dicht.“

Thema auf der Tagesordnung

Warum, darüber schweigt sich das Gremium mit Verweis auf die kommende Sitzung am 10. September aus. Dann steht Schnappers Grillkasten erneut auf der Tagesordnung.

Die Kundschaft reagiert enttäuscht: Im sozialen Netz auf Facebook mehren sich kritische Stimmen. Mehr als 70 Kommentatoren drücken ihr Bedauern aus, fragen nach Gründen für die Schließung. Andere reagieren auf die Schließung genervt: „Ist wie in der großen Politik. Was interessiert uns das Volk“, spöttelt User Willi Winzig.

Die Katernbergerin Ute Maßon (59) will zusammen mit weiteren zufriedenen Kunden eine Unterschriftensammlung „Pro Grillkasten“ starten. „Wir werden durch die Straßen ziehen und die Menschen direkt ansprechen“, sagt sie kämpferisch. Der Imbiss war für viele eine willkommene Alternative zu Döner und Pizza.“

Alternative Standorte gesucht

Auch Johannes Maas drückt sein Bedauern aus, hat die Hoffnung jedoch noch längst nicht aufgegeben: „Wir bemühen uns um einen neuen Standort“, erklärt der Werbering-Vorsitzende. Weit oben auf der Liste steht der Platz am DM-Markt an der Katernberger Straße. „Gespräche mit der Regionalleitung und dem DM-Filialleiter laufen bereits.“ Zwei weitere Alternativen in Sichtweite zum Katernberger Markt soll es geben. „Doch die sind noch nicht spruchreif, aber wir arbeiten daran.“

„Haben wohl viel richtig gemacht“

Markus Schmidt zeigt sich überrascht, aber vor allem erfreut über die große positive Resonanz: „Es ist schon super, dass wir in so kurzer Zeit so viele Fürsprecher in Katernberg gefunden haben. Wir müssen also eine ganze Menge richtig gemacht haben. Nun hoffen wir, dass es hier auch weitergehen kann.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben