Karnaper Feierabendmarkt

Karnaper Feierabendmarkt ist schon wieder Geschichte

Zum Auftakt am 12. September 2018 war das Interesse noch größer.

Zum Auftakt am 12. September 2018 war das Interesse noch größer.

Foto: Lisa Dröttboom

Essen-Karnap.   Dem Karnaper Feierabendmarkt war nur eine kurze Zeit beschieden. Nach nur sechs Markttagen ist Schluss. Es kamen zu wenig Kunden.

Der Karnaper Feierabendmarkt ist nach nur sechs Markttagen Geschichte. „Es ist Schluss. Der Versuch ist leider gescheitert. Wir haben entschieden, den Markt einzustellen“, sagt Stephan Duda. Wir, das ist der SPD-Ortsverein Karnap, dessen Vorsitzender er ist.

Das Vorhaben der Karnaper Genossen, mittwochs wieder einen Markt im Ortsteil zu verankern, startete am 12. September 2018 mit viel Optimismus. Die Bürger waren teilweise geradezu euphorisch angesichts der Aussicht, alle zwei Wochen nach Feierabend Frischware kaufen zu können. Dafür waren sie auch bereit, etwas mehr Geld auszugeben. Und die Unterstützung durch die EVB (Essener Verwertungs- und Betriebs GmbH) sei – so Duda – sehr gut gewesen.

Trotz allem: Am 3. April 2019, dem letzten Tag des Feierabendsmarktes, verloren sich gerade einmal noch fünf Stände auf dem weiträumigen Platz: Schlesische Spezialitäten, Eier, Grillhähnchen und Eis, wobei der Eisverkäufer erst kam, alles fast schon alles vorbei war.

„Man hat von den Bürgern immer gehört, dass Karnap einen Markt braucht“, erzählt Stephan Duda. Deshalb habe er sich aufgemacht, unterstützt von seinem Vorstandskollegen Andreas Opper, auf die Suche nach Händlern begeben. Mit Engelszungen sei für den Feierabendmarkt geworben worden. 15 Händler hätten zugesagt – 15 Stände seien aber nie auf dem Marktplatz gewesen. Die Zahl derer, die kamen, nahm stetig ab.
„Schon ab dem dritten Markttag war die Unzufriedenheit der Händler über die mangelnde Kundschaft spürbar. Der Aufwand stand für sie in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Die Karnaper haben mit den Füßen abgestimmt“, stellt Stephan Duda mit Enttäuschung fest. „Wir haben alles Mögliche getan. Als es – besonders von älteren Menschen – hieß, es seien keine Sitzgelegenheiten vorhanden, haben wir Biergarten-Garnituren angeschleppt und ein neutrales Pagodenzelt. Die Besucher wurden nicht mehr“, so Duda. Dabei seien nicht Besucher, sondern Kunden entscheidend. An der sozialen Struktur im Stadtteil – so der Sozialdemokrat – habe es nicht gelegen. „Es gibt genug Menschen in Karnap, die sich einen Einkauf auf dem Markt leisten können.“
„Erst bleiben die Kunden weg, dann die Händler“, sagt Stefan Hülsmann, Leiter des Wochenmarkt-Sachgebiets bei der EVB. Man habe gewusst, dass es nicht einfach sein würde, einen Markt wieder zu beleben. Wenn einmal die Käuferschaft verloren sei, sei es schwer, sie wiederzugewinnen. In Karnap habe man alles versucht. Vergeblich.

Die Anpassung an das Kaufverhalten, sprich die Verlängerung der Marktzeit nach hinten, hat in den Stadtteilen unterschiedliche Auswirkungen. In Frohnhausen endete der Versuch damit, dass zur alten Zeit von 8 bis 13 Uhr zurückgekehrt wurde. In Burgaltendorf, 8 bis 15 Uhr, wurde der Markt über Jahre angenommen. „Heute steht dort nur noch ein Stand“, so Hülsmann. Der Markt auf der Margarethenhöhe, 10 bis 18 Uhr, habe zwar nicht mehr so viel Kunden wie anfangs, doch er halte sich.
Der Karnaper Feierabendmarkt ist Geschichte. Viele hatten ihm schon vorher keine großen Chancen eingeräumt. Häme, die ihm nun von jenen Kritikern entgegenschlagen könnte, könne er aushalten, sagt Stephan Duda. „Man kann uns zumindest nicht vorwerfen, dass wir es nicht versucht haben.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben