Für Ross und Reiter

Jugendfarm setzt mit ihrem Flohmarkt aufs richtige Pferd

An zwölf Ständen konnten die Pferdefreunde in der Reithalle der Altenessener Jugendfarm stöbern.

An zwölf Ständen konnten die Pferdefreunde in der Reithalle der Altenessener Jugendfarm stöbern.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen - Altenessen  Jugendfarm-Flohmarkt für Pferdezubehör in Altenessen zieht am Sonntag zahlreiche Besucher in die umfunktionierte Reithalle an der Kulhoffstraße.

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Altenessen. Steigbügel, Sattel, Saumzeug, Stiefel - für Pferdereiter ein Muss, wenn sie hoch zu Ross wollen. Die Jugendfarm der Jugendhilfe in Altenessen stellt dafür seit ein paar Jahren im Frühjahr einen Flohmarkt auf die Beine, rund um Ross und Reiter. Wer seine alten Reitsachen loswerden oder günstig an neue kommen wollte, war dort am vergangenen Sonntagmittag genau richtig. Von Zubehör bis Pferdeplüschtier gab es alles für jeden kleinen und großen Tierfreund.

Pferde in allen Formen und Farben, so weit das Auge reicht und viele Besucher auf der Suche nach einem Sonntagsschnapper - der Trödel in der 200 Quadratmeter großen Reithalle der Farm zog zahlreiche Schnäppchenjäger an. Marie Mölders (9) aus Altenessen ist mit ihrer Mutter hergekommen und hat sich gerade ein kleines Stofftierchen gekauft: „Ich reite seit vier Jahren auf einem sogenannten Endmaßpony. Das heißt, es zählt zu den größten Ponys. Ich teile mir die Pflege mit zwei Freundinnen, dafür darf jeder von uns drei Stunden die Woche reiten. Ich fühl mich einfach gut auf dem Pferd.‟

Mit dem Pferd ein Team werden

Hoch zu Ross sind auch Celine und Kim Meißner (16 und 14), die seit einem Jahr einen sogenannten „Holsteiner‟, eine Sportpferderasse, pflegen und zum Stöbern aus Düsseldorf hergekommen sind: „Wir wollten schon als kleine Kinder reiten‟, erzählt die ältere Schwester Celine, „bei Facebook fanden wir dann eine Anzeige, wo man gegen Arbeit im Stall Reiten darf.‟ Ihr Pferd habe ein Stockmaß von 1,70 Meter „da musste ich meine Höhenangst überwinden. Außerdem muss man mit dem Pferd ein Team werden.‟ Ihre Schwester ergänzt: „Du weißt nie, was kommt. Das Pferd hat seinen eigenen Kopf und das macht es so spannend.‟

Die Jugendfarm im Essener Norden bietet viele Möglichkeiten für pädagogische Arbeit mit Tieren. Es gibt dort Schweine, Hühner, Gänse und eben Pferde. „Wir sind ein Bauernhof in der Großstadt. Es ist interessant zu beobachten, wenn Kinder das erste Mal ein Schwein, Pferd oder Huhn sehen‟, beschreibt Sarah Dammers (25), Erzieherin auf der Farm, ihre Arbeit, während sie am farmeigenen Stand steht, „ich verbinde da mein Hobby mit dem Beruf, denn ich reite selbst seit ich fünf Jahre alt bin.‟ Der Flohmarkt sei eine Idee gewesen, die sich wie von selbst verwirklicht habe: „Das machen wir nun schon seit ein paar Jahren, und es ist schon fast eine Tradition‟, ergänzt Frank Felden (65), Teamleiter der Jugendhilfe. „Wir hatten mal recht viele Pferde, allerdings haben wir zugunsten einer artgerechteren Haltung den Bestand auf sieben Pferde und ein Maultier reduziert. Dadurch und durch allerhand Sachspenden waren viele Dinge übrig. So entstand die Idee für den Flohmarkt, der seither sehr gut angenommen wird.‟

Zwölf Stände laden zum Stöbern ein

An zwölf Ständen konnten die Freunde der wiehernden Vierbeiner stöbern, ob es nun Halfter waren oder ein Paar schicker neuer Reitstiefel, welches sich Celina Weiler (13) aus Borbeck gekauft hat: „Ich habe sie mir gekauft, weil mir die Glitzersteine darauf gefallen haben. Passend dazu habe ich auch noch eine Schabracke mit Glitzer gekauft, das ist die Decke, die unter den Sattel kommt.‟ Dazu kamen noch weiße Turnierhandschuhe und ein Werkzeug zum Abschieben von Nässe auf dem Fell, das sie bei der Tombola gewonnen hat.

Die Tombola wird vom Förderverein der Jugendfarm jedes Jahr veranstaltet, um so Geld für Projekte zu beschaffen: „Die Kinder geben Impulse für Ideen, wie zum Beispiel einen Kiosk, den wir demnächst aufmachen wollen. Neben den Projekten liegt der Fokus aber auch auf dem Brand vom letzten Sommer‟, erklärt Jessica Kuhl (42) vom Förderverein. Rund acht Monate sind seit dem verheerenden Scheunenbrand im Juni 2018 vergangen. Stroh, Heu und Futter fielen dem Feuer zum Opfer und das Gebäude war bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Tombola bietet viele Hingucker

Neben den Hauptpreisen am Glücksrad, beispielsweise einem kompletten Putzkasten, gab es weitere Hingucker an jedem Verkaufstisch: Western-Reitzubehör wie Stiefel im „Cowboy‟-Stil, Turnieroutfits und Sattel oder Knotenhalfter und Zügel mit passendem Armband für den Zweibeiner, wie sie Melina Strzechowski (25) aus Mülheim produziert: „Ich fertige sie zum Beispiel aus Kletterseilen, denn die sind strapazierfähig. Erst habe ich welche für meine beiden Pferde gemacht, ich reite selbst seit 15 Jahren. Aber nach mehreren Anfragen habe ich angefangen, sie auch zu verkaufen. Die Armbänder für den Mensch gibt es im Partnerlook dazu.‟

Zweifellos hatte die Veranstaltung auffallend mehr weibliche Besucher, das bemerkt auch Julian Rochholz (8) aus Altenessen: „Ich spiele Fußball und gehe gerne Reiten‟ erzählt er, „aber Pferde sind einfach schöne Tiere. Wenn ich hier eine Reithose oder Stiefel fände, das wäre toll.‟ Die Affinität für Pferde habe Julian wohl von seiner Mutter Stefanie: „Ich fing vor 35 Jahren am selben Stall zu Reiten an‟, schildert die 44-Jährige, „und scheinbar hat er da schon in meinem Bauch das Schaukeln auf dem Pferd mitbekommen, was er heute so toll am Reiten findet.‟

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