Jugendarbeit

Internationales Workcamp auf der Essener Jugendfarm

Viele Hände, schnelles Ende: Die Gäste aus Südkorea, Spanien, Bulgarien und Kiel leisten derzeit ganze Arbeit auf der Jugendfarm in Altenessen.

Viele Hände, schnelles Ende: Die Gäste aus Südkorea, Spanien, Bulgarien und Kiel leisten derzeit ganze Arbeit auf der Jugendfarm in Altenessen.

Foto: Carsten Klein

Essen-Altenessen.   In den regelmäßigen Workcamps kommen junge Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen und haben ein gemeinsames Ziel.

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Die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) machen’s möglich. Seit langem organisiert und begleitet die Fachorganisation für Freiwilligendienste Einsätze von jungen Menschen aus aller Welt im In- und Ausland. Junge Menschen, die Erfahrungen sammeln und anderswo ihnen fremde Kulturen, Lebens- oder auch Arbeitsweisen einatmen und kennenlernen möchten. Etwa auf der Jugendfarm in Altenessen, wo seit einigen Jahren und auch in diesen Tagen wieder ein internationales Workcamp stattfindet.

Zehn Teilnehmer aus Afghanistan und Spanien, aus Bulgarien, Südkorea oder Kiel und zudem zwei Teamerinnen sorgen vor Ort für allerlei internationales Flair. „Völkerverständigung auf dem kleinen Dienstweg“, wie es Frank Felden so passend formuliert, der Leiter der zur Essener Jugendhilfe gehörenden Jugendfarm.

Tiergestützte Arbeit sowie Natur- und Umweltpädagogik, das sind die Schwerpunkte der offenen Kinder- und Jugendeinrichtung an der Kuhlhoffstraße. Dort, wo ganz früher einmal der Kuhlhoff stand, ein zehntfreies Kirchengut der Essener Äbtissin, das Ende des 18. Jahrhunderts dann als fürstliches Küchengut bezeichnet wurde. Noch vor dem Zweiten Weltkrieg besuchten Schulklassen den Hof, um die Landwirtschaft kennenzulernen – und genau das ist heute irgendwie immer noch so.

Pflanzen, Tiere, ökologische Zusammenhänge

Regelmäßige Ferienaktionen, regelmäßige Besuche aber auch während der Schulzeit. Pflanzen, Tiere, ökologische Zusammenhänge, Natur pur: Auf der Jugendfarm gibt es viel zu entdecken. Und auch viel zu tun, was derzeit die internationalen Gäste mit jeder Menge Energie und vor allem in Eigenverantwortung erledigen. Zwar sei kurzerhand ein Sponsor verloren gegangen, „zum Glück aber“, so Felden, „sprang die Evonik-Stiftung ein“.

Streichen, hämmern, buddeln. Ein gewisses handwerkliches Geschick gehört schon dazu, um etwa ein Holzhaus wieder auf Vordermann zu bringen oder das „Regenwurmbecken“ zu modernisieren, in dem kleine Tiere und noch kleinere Verdauungsprozesse für am Ende unschlagbar gute Komposterde sorgen.

Mustapha und Abdullah sind eigens fast 5000 Kilometer aus Afghanistan angereist. Mehr als doppelt soweit war sogar der Weg von Sofiane und zwei Freunden, drei in Brunei lebenden Südkoreanern.

Derzeit wird gerade ein „Klettergerüst“ für die Ziegen der Jugendfarm geplant, und beim Frühstück sorgt dunkles deutsches Brot immer wieder für Verwunderung. Wenn Fragen auftauchen, vielleicht auch Probleme, dann sind mit Friederike Rotermund aus Hannover und der Bulgarin Gabriela Penkova zwei geschulte Teamerinnen zur Stelle, und auch die Duisburgerin Elyssa David, die ein mehrmonatiges Praktikum absolviert, kennt sich natürlich aus.

Hoffnung auf weitere Projekte

Fünf Stunden Arbeit am Tag aber reichen, erst recht bei den aktuellen Temperaturen. Und so bleibt auch genügend Zeit, Land und Leute kennenzulernen. „Das Grundprinzip ist, gemeinsam zu leben und gemeinsam zu lernen“, so Nicole Thönnes, Projektreferentin der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste. „Ein super Projekt. Wir hoffen, dass die Partnerschaft lange weitergeht.“

>>FÖRDERUNG DER EIGENVERANTWORTUNG

Das Workcamp auf der Jugendfarm geht zurück auf eine Initiative der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd), die Freiwillige in verschiedenen Freiwilligendiensten in Deutschland und in rund 70 Ländern weltweit begleiten. Durch die Angebote des Vereins haben junge Menschen die Möglichkeit, sich gesellschaftliche Verhältnisse bewusst zu machen. Im Mittelpunkt stehen eigenverantwortliche Entscheidungen und der Einsatz für Natur und benachteiligte gesellschaftliche Gruppen.

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